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Lenovo ThinkPad T60 - Windows 7 und SSD

Das T60 lebte bis Oktober 2012 inkl. mehrerer Festplattentauschaktionen wegen Defekten. Zuletzt lief eine WD Scorpio Black mit 250 GB, mit der ich außerordentlich zufrieden war. Nun installierte ich nicht nur ein Windows 7 Professional, sondern tauschte die Festplatte gegen eine SSD (Samsung 830, 256 GB).

Im folgenden möchte ich einige Erfahrungen schildern, die vielleicht anderen bei Problemsuchen helfen.

 

Lenovo- bzw. Thinkvantage-Software

Es gibt eine Vielzahl von Tools und Helferlein von Lenovo, die in großer Zahl auch vorinstalliert sind. Man sollte sich hier wirklich auf das Nötigste beschränken. Die Erfahrung zeigt, dass diese Software-Pakete nicht immer das Gelbe vom Ei sind und den PC unnötig belasten. Mein Vorschlag einer sinnvollen Auswahl:

 

BIOS-Update

Es ist eine gute Idee, vor Installation von Windows 7 auf die aktuelle BIOS-Version 2.27 upzudaten, da diese über SLIC 2.1 auch Windows 7 unterstützt.

 

System-Update

Zur Aktualisierung der Lenovo- bzw. Thinkvantage-Software, nützlich!
Version 3.x für Windows Vista
Version ab 5.x nur für Windows 7

 

Hotkey Features Integration

Beinhaltet mehrere unwichtigere Tools, aber auch den sehr wichtigen "System Interface Driver" und die Integration anderer Kleinigkeiten in das Windows-System;
Der System Interface Driver wird z.B. vom Power Manager benötigt.

 

Fingerprint-Treiber und -Tools

Zur Aktivierung des Fingerabdruck-Sensors

 

UltraNav-Treiber

Zur Aktivierung des Touchpads

 

ATI Mobility Radeon X1200 / X1300 / X1400

Die Unterstützung dieser Grafikkarte mittels Treibern ist seitens ATI/AMD und auch seitens Lenovo ein Trauerspiel. Die aktuellsten Treiber für Vista und Windows 7 sind von 2007...

Nach intensiver Suche fand ich jedoch eine zumindest teilweise befriedigende Lösung. Denn ATI bietet sogenannte Catalyst Legacy-Treiber in unterschiedlichsten Versionen an, auch wenn diese sehr schwer zu finden sind. Für das T60 relevant ist Version 9.3 von 2009, denn diese Version ist die Letzte, die für die X1400 lauffähig ist.

Es wäre allerdings zu einfach, diesen Treiber einfach downzuloaden und zu installieren. Dies funktioniert nämlich nicht. Vorher muss man den Treiber mittels "Mobility Modder" modifizieren, damit der Catalyst-Treiber (der Komponenten für fast alle ATI-Grafikkarten beinhaltet) überhaupt auf einem Notebook installiert werden kann. Nach einigen Versuchen (mit oder ohne Admin-Privilegien etc.) gelang es mir, den Treiber derartig zu modifizieren. Anschließend konnte ich den Treiber erfolgreich installieren und habe nun zumindest einen halbwegs aktuellen Treiber, auch unter Windows 7.

Versuche, aktuellere Versionen dieser Catalyst Legacy-Treiber zu installieren, z.B. Legacy-Version 9.11 oder auch 10.2, scheiterten. Es wurde jeweils gemeldet, dass der Treiber von Legacy-Version 9.3 aktuell sei.

 

SUCleaner

Die Software Lenovo System Update legt eine "Session"-Ordner (C:\Programme\Lenovo\System Update\Session) an und speichert dort sämtliche Updates bzw. deren Downloads. Dieser Ordner wird also ständig größer. Der Inhalt des Ordners ist auch derartig unübersichtlich, dass man nicht einfach alles löschen kann, ohne die Update-Funktion zu beeinträchtigen.

Hier hilft der SUCleaner V0.3. Diese Software wird in einer Shell mit Admin-Privilegien gestartet und räumt diesen Ordner bestmöglich auf. Fehlermeldungen bei der Ausführung bedeuten wenig. Entscheidend ist das Ergebnis, was man mit Größenvergleichen vorher/nachher einfach überprüfen kann.

 

SSD unter Windows 7

Windows 7 unterstützt SSDs sehr gut, das ist bekannt. D.h. es werden vom System einige Veränderungen vorgenommen, wenn eine SSD während der Installation erkannt wird. Allerdings bleiben noch einige Details unerledigt, die man entweder manuell oder mit Hilfe von Werkzeugen erledigen sollte. Konkret sind das folgende Dinge, die nicht nur die SSD entlasten, sondern auch ansonsten zu einem enorm flinken System verhelfen.

ReadyBoost

Eine Windows-Technik zur Beschleunigung des Systems, bei SSDs nicht nötig; wird von Windows automatisch deaktiviert; entsprechender Dienst ist nicht (mehr) vorhanden.

 

Superfetch und
Prefetcher

Eine Windows-Technik zur Beschleunigung des Systems, bei SSDs nicht nötig; wird von Windows automatisch deaktiviert; kann man kontrollieren in der Registry, ob der entsprechende Wert auf "0" steht:
"HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\ CurrentControlSet\Control\Session Manager\Memory Management\ PrefetchParameters"

 

Bootoptimierung

Eine Windows-Technik zur Beschleunigung des Systems, bei SSDs nicht nötig; wird von Windows automatisch deaktiviert; kann man kontrollieren in der Registry, ob der entsprechende Wert "Enable" auf "N" steht:
"HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\ Microsoft\Dfrg\BootOptimizeFunction"

 

Indizierung und Windows Search

Entsprechende Dienste und Optionen sollten alle deaktiviert werden, um unnötigen Verschleiß der SSD zu vermeiden. Bzgl. Geschwindigkeit ist ein Index nicht nötig.

 

Defragmentierung

Entsprechende Dienste, Software (auch Windows-interner Diskeeper) und Optionen sollten alle deaktiviert werden, denn eine Defragmentierung ist bei SSDs prinzipbedingt unnötig.

 

Systemwiederherstellung

Ich habe auch diese Option im System deaktiviert, da ich regelmäßig anderweitig Backups durchführe.

 

TRIM

Die TRIM-Technologie ist unter Windows 7 standardmäßig aktiv, solange die Installation bei aktiviertem AHCI-Modus erfolgte. D.h. die SSD muss unter AHCI laufen, damit TRIM von Windows aktiviert werden kann. AHCI kann im BIOS aktiviert werden und war bei mir schon aktiv. Vorsichtshalber sollte man das überprüfen.

 

 

SATA-Treiber für ICH7-Controller

Unter Windows Vista lief der SATA-ICH7-Controller (ICH7M/MDH SATA AHCI-Controller) erfolgreich mit dem entsprechenden Intel-Treiber, aktuellste Version 11.3. Windows 7 erkannte den Controller allerdings als "Standard-AHCI-Controller" und installierte den Microsoft-Treiber.

Ich versuchte nun, wieder den Intel-Treiber zu installieren und verwendete dazu erstmal die alte Version 8.9 von Lenovo. Diese Version kennt aber nach meiner Kenntnis kein TRIM. So aktualisierte ich auf Version 11.2 (direkt von Intel) erfolgreich, während die aktuellste Version 11.6 mitteilte, dass eine Installation nicht möglich sei. Im Laufe der Zeit hatte ich aber mit diesem Intel-Treiber 11.2 mehrere Systemabstürze, d.h. das System fror ein, wobei die SSD daueraktiv war (lt. LED).

Ich wechselte also zurück zum Microsoft-Treiber, weil auch Performance-Messungen mittels HDTune keine Unterschiede zwischen Intel- und Microsoft-Treiber offenbarten.