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Berliner Höhenweg 2010

Vom 17. Juli bis 21. Juli 2010 bewältigte ich den Mittelteil des Berliner Höhenwegs, d.h. ausgehend vom Schlegeisspeicher über das Furtschaglhaus, Berliner Hütte, Greizer Hütte, Kasseler Hütte bis zur Grüne-Wand-Hütte.

Der Berliner Höhenweg ist anspruchsvoll aber gleichzeitig auch sehr reizvoll. In jedem Falle lohnend, wenn man die nötige Kondition mitbringt. Die besuchten Hütten sind, mal abgesehen vom Furtschaglhaus, allesamt überdurchschnittlich gut, wenn nicht sogar hervorragend. Der Weg ist (noch) nicht überlaufen. Auf den Hütten habe ich nur nette, ruhige und angenehme Leute getroffen.

 

Berliner Höhenweg Weg-Karte
Berliner Höhenweg Weg-Karte
Berliner Höhenweg Höhenprofil
Berliner Höhenweg Höhenprofil
Google-Earth .kml-Datei
der gesamten Strecke
Google-Earth .kml-Datei der gesamten Strecke

 

17.7.2010 – Anfahrt Schlegeisspeicher - Furtschaglhaus

Ankunft am Stausee (für PKW und Motorrad Maut fällig) auf ca. 1.800 m Höhe erst gegen 17:20 Uhr, anschließend schneller Aufstieg auf 2.295 m. Das Wetter ist sehr trübe, wir wandern mit der aufsteigenden Wolkengrenze immer am Rande derselben. Noch kein Regen.

Ankunft dort gegen 19:20 Uhr. Nur mit viel Glück erhalten wir noch jeweils eine warme Mahlzeit. Der Wirt bringt seinen Unmut zum Ausdruck, dass wir so spät kommen (obwohl wir reserviert hatten). Die Hütte an sich ist nett, die Wirtsleute weniger.

Schlimme Nacht wegen Dauerschnarcher im Zimmer. Nachts starker Regen und Gewitter. Sehr gute warme Dusche, überall sehr sauber. Frühstücksbuffet mit Muesli und OK, Teller und Tasse werden einzeln überreicht, nachdem man seinen Frühstücksbon abgab.

Gehzeit inkl. Pausen ca. 2 Stunden, 7,5 km, +500 Höhenmeter

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18.7.2010 – Furtschaglhaus - Berliner Hütte

Im Regen Abmarsch gegen 8:30 Uhr, das Wetter ist schlecht. Mühsamer Aufstieg, 20 m Sichtweite, rundum nur Geröll, Felsen und Schneefelder sichtbar. Schwieriger Aufstieg in der nassen Schönbichler Scharte (ca. 3.081 m hoch), Graupel auf über 3.000 m Höhe. Kein weiterer Aufstieg zum Schönbichler Horn, man sieht sowieso nix und es ist recht kalt...

Schönbichler Scharte, Aufstieg
Schönbichler Scharte, Aufstieg

Zuerst mühseliger Abstieg, einmal Wegzeichen im Nebel verpasst und kurz verlaufen, dann aber wieder richtig. Teilweise tolle Wege durch das Geröllfeld auf zu Treppen geschichteten, riesigen Steinplatten (wer hat die bewegen können?). Ankunft in der Berliner Hütte gegen 15:15 Uhr, mehr oder weniger durchnässt.

Am Wegesrand im Regen
Am Wegesrand im Regen

Die Berliner Hütte (2.044 m hoch) ist phantastisch (einzige denkmalgeschützte Hütte in den Alpen und auch sonst dort einmalig) und eher ein Hotel als eine Hütte. Tolles Ambiente, sehr nette Wirtsleute, warme Dusche, sehr gutes Essen. Sehr guter Trockenraum mit beheizten(!) Schuhständern, Zimmer sehr gemütlich, allerdings sehr hellhörig und sehr laut knarzende Fußböden. Sehr gutes Frühstücksbuffet, Extra-Wünsche (Spiegelei) werden gern erfüllt. Elektrische Energie gibt es im Überfluss dank hütteneigenem 40kW-Wasserkraftwerk im nahen Wasserfall.

Gehzeit inkl. Pausen ca. 7 Stunden, 9,6 km, +1.000 / -1.200 Höhenmeter

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19.7.2010 – Berliner Hütte - Greizer Hütte

Abmarsch etwa 8:30 Uhr bei herrlichem Wetter. Der Regen hat aufgehört, die Luft ganz klar, ringsum aufsteigende Wolken. Brilliante Sicht, Bilderbuchwetter.

Panorama mit Berliner Hütte
Panorama mit Berliner Hütte

Aufstieg ca. 800 hm zur Mörchenscharte (2.872 m hoch) am Schwarzsee (2.472 m hoch) vorbei, viel Geröll und Schneefelder. Mörchenscharte auf der Aufstiegsseite geröllig und schwieriges Schneefeld, auf dessen oberen Grat man zur Scharte balanciert. Scharte auf der Abstiegsseite seilgesichert, auch mit Schneefeld oben. Schmale Tritte. Darunter Geröllfeld, später Wiesen. Vom Weg aus Sicht auf die Greizer Hütte auf der gegenüberliegenden Talseite, knapp an der Wolkengrenze.

Blick zurück ins Tal auf halbem Wege zur Mörchenscharte
Blick zurück ins Tal auf halbem Wege zur Mörchenscharte
Am Seil in der Mörchenscharte
Am Seil in der Mörchenscharte

Im Tal nach ca. 1.000 hm Abstieg finde ich den Übergang über den Bach nicht und gehe irrtümlich und mühsam am Bach entlang hinunter bis zur Talstation der Materialseilbahn auf 1.600 m Höhe und laufe so -200 hm / +200 hm vergeblich.

Aufstieg zur Greizer Hütte (2.227 m hoch) sehr warm in der Sonne. Ankunft gegen 15:10 Uhr, Kaffee und Kuchen auf der Sonnenterrasse mit grandiosem Blick auf ein Bergpanorama mit Großem Löffler (noch in Wolken). An der Hütte zwei Pferde, die gern Socken vom Terrassengeländer fressen. Sehr nette Wirtsleute, gutes Essen, nette Zimmer, keine Dusche, kleine Portionen.

Blick von der Terrasse der Greizer Hütte
Blick von der Terrasse der Greizer Hütte

Gehzeit inkl. Pausen und Umweg(!) ca. 7 Stunden, 13,6 km, +1.500 / -1.300 Höhenmeter

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20.7.2010 – Greizer Hütte - Kasseler Hütte

Abmarsch ca. 8:00 Uhr zur schwersten Etappe. Aufstieg auf ca. 2.500 m, dort Weggabelung: Gigalitz-Besteigung (3.002 m hoch) oder Lapenscharte (2.701 m hoch). Ich packe Teile meines Gepäcks aus und verstaue es an einem Felsen, dann gehe ich bis auf ca. 2.750 m den Gigalitz hinauf. Von dort wieder hinab, weil ich den langen Weg vor mir im Kopf habe...

Nach dem Einpacken hinauf zur Lapenscharte, sehr warm in der Sonne. Toller Blick von der Scharte, die Kasseler Hütte ist bereits sichtbar auf der gegenüberliegenden Talseite. Über Geröll, Schneefelder und Wiesen hinab bis zu einer Weggabelung, wo man auch zum Grüne-Wand-Haus absteigen könnte. Weiter nahezu eben auf ca. 2.100-2.200 m Höhe am Hang entlang zur Kasseler Hütte. Viele Bachüberquerungen, teils nur mit Sprüngen den nassen Füßen entronnen. Teilweise schwierig erkennbare Wegzeichen, die auf der falschen Seite der Felsbrocken sind.

Panorama des Stilluptals mit Kasseler Hütte
Panorama des Stilluptals mit Kasseler Hütte
Murmeltier beim Sonnen auf dem Weg zur Kasseler Hütte
Murmeltier beim Sonnen auf dem Weg zur Kasseler Hütte
Die 'Porta Alpinae' nahe der Kasseler Hütte
Die 'Porta Alpinae' nahe der Kasseler Hütte

Ankunft gegen 14:45 Uhr in der phantastischen Kasseler Hütte. Nach einer warmen Dusche Wanderklamotten auf die Wäscheleine und dann einen herrlichen, frisch gebackenen Apfelstrudel mit Kaffee unterm Sonnenschirm. Man kann den ganzen Weg zur Hütte überblicken und Neuankömmlinge mit dem hütteneigenen Fernglas beobachten.

Sehr nette und fähige Wirtsleute, sehr gutes Essen, sehr ruhige und gute Zimmer. Hütteneigende Sauna(!!!), warmes Wasser im Fußwaschbecken mehrkostenfrei. Abends nach dem Essen auf der Terrasse fachkundiger Wetterbericht und Wegebericht für alle Richtungen (zur Greizer Hütte, zur Edelhütte). Wohlfühlathmosphäre, die man auch mehrere Tage aushalten könnte. Gipfel und Touren rundum en masse.

Ein paar Gäste, auch ich, helfen nach dem Essen beim Besteckabtrocknen und erhalten als Dank eine Urkunde als "qualifizierter Hüttenfachgehilfe" und einen Obstler.

Frischer Apfelstrudel auf über 2.000 m Höhe auf der Kasseler Hütte
Frischer Apfelstrudel auf über 2.000 m Höhe auf der Kasseler Hütte
Sonnenuntergang auf der Kasseler Hütte zum Abschied
Sonnenuntergang auf der Kasseler Hütte zum Abschied

Gehzeit inkl. Pausen und halbem Aufstieg Gigalitz ca. 7 Stunden, 12,3 km, +1.000 / -1.100 Höhenmeter

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21.7.2010 – Kasseler Hütte - Grüne-Wand-Hütte

Abmarsch ca. 8:45 Uhr zum Abstieg. Es geht schnell bergab, teils noch im Schatten, später in der warmen Sonne.

Ankunft am Grüne-Wand-Hütte (1.436 m hoch) ca. 10:00 Uhr. Von dort aus nach kurzem Warten mit dem Bus (7 €) nach Mayrhofen zum Bahnhof. Von dort aus wieder mit dem Bus (ca. 7 €) zum Schlegeisspeicher zurück zum Auto.

Gehzeit inkl. Pausen ca. 1 Stunde, 4,5 km, -650 Höhenmeter

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