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Taiwan 2017/2018 - Tag 6

Taroko-Schlucht

7:30 Uhr gibt es heute Frühstück und das lange Buffet bietet alles, was das Herz begehrt. Aber man merkt, dass hier überwiegend Einheimische und Festlandchinesen angesprochen werden. Trotzdem gibt es natürlich auch Toast, Marmelade, Eier. Aber eben überwiegend Gemüse, Reis und mehrere Arten frische Dumplings. Als Picknick finde ich schräg gegenüber dem Hotel neben einem Supermarkt einen kleinen Laden, der frische, sehr gute Sandwiches zu lächerlichen Preisen verkauft. Da werde ich noch mehrmals einkaufen!

8:30 Uhr geht es los in die bekannte Taroko-Schlucht, die wir schon nach ca. 40 Minuten erreichen. Dort treffen wir auf viele Busse und andere Touristen. Obwohl für Asiaten aktuell Nebensaison ist, ist hier doch recht viel Betrieb. Wir bekommen an einem Stand einen großen Sack voller Helme ausgehändigt, die wir heute auf der Wanderung als Schutz vor Steinschlag tragen müssen.

Über eine Hängebrücke geht es von der Fahrstraße über den Fluss auf die andere Seite, die gleich steil aufragt. Wir wandern etwas mehr als 3 km über Treppen und sehr schöne Wege durch eine tolle Landschaft. Wir sind in einem Seitental der Tarokoschlucht aufwärts unterwegs, bis wir dann oben entlang dem Haupttal wandern und unter uns senkrechte Wände und die Straße sehen. Mittags machen wir ein kurzes Picknick und wandern dann wieder zurück. Denn leider ist entgegen dem ausgeschriebenen Programm der Rest des geplanten Weges schon seit 10 Jahren gesperrt. Diese Tour war ca. 6 km lang und wir haben ca. 950 Höhenmeter aufwärts und auch wieder ca. 950 Höhenmeter abwärts zurückgelegt.

Lange Hängebrücke als Eingang zum Wanderweg
Lange Hängebrücke als Eingang zum Wanderweg
Blick in die Tarokoschlucht von der Hängebrücke
Blick in die Tarokoschlucht von der Hängebrücke
Blick in die Tarokoschlucht vom Wanderweg hoch oben
Blick in die Tarokoschlucht vom Wanderweg hoch oben
Unser Weg entlang der Schlucht
Unser Weg entlang der Schlucht

Der Rückweg abwärts geht recht schnell und so sind wir sehr bald zurück am Bus. Wir laufen noch etwas unten in der Schlucht entlang, schauen uns die sogenannten „Schwalbennester“ an, das sind charakteristische Löcher in der gegenüberliegenden Felswand, wo Schwalben nisten sollen. Etwas weiter besichtigen wir ein Denkmal für die Arbeiter, die beim Bau dieser Straße durch die Schlucht ihr Leben ließen. Es ist der „Schrein des ewigen Frühlings“, der aber leider auch gesperrt ist und nur von Ferne zu sehen ist. Er sieht schon etwas verfallen aus. Nur Angehörige der Arbeiter können zu festgelegten Terminen zu dem Schrein.

Blick in die Tarokoschlucht von der Straße
Blick in die Tarokoschlucht von der Straße
Der "Schrein des ewigen Frühlings"
Der "Schrein des ewigen Frühlings"
Weiteres Denkmal für beim Straßenbau verunglückte Arbeiter
Weiteres Denkmal für beim Straßenbau verunglückte Arbeiter

Wir fahren mit dem Bus weiter zur Mündung, an der der Liwu-Fluss, der zuvor durch die Taroko-Schlucht durchquert und formte, ins Meer mündet. Es ist aber ein ziemlich langweiliger Anblick und wir fahren bald weiter. Das liegt auch am Wetter, was auch heute, wie schon in den letzten Tagen, ziemlich trübe und ohne Sonne ist.

Der nächste Stopp ist an einem Strandabschnitt mit ein paar Verkaufsstellen. Einige spazieren am Strand entlang und ich schaue mir die Verkaufsstände an. Es werden allerlei wunderliche Dinge zum Essen verkauft, die ich nicht einordnen kann. Unser Fahrer kauft sich ein Snack-Schächtelchen mit Spießen und bietet mir etwas an. Es ist also Kimchi und trockene Sojastückchen. Also gar nicht eklig und im Gegenteil ziemlich lecker! Das Ganze soll „Stinking Tofu“ heißen.

An diesem Strandabschnitt ist es streng verboten, irgendwelche Steine zu sammeln und neben den Verkaufsständen ist eine große Sammelbox voller (konfiszierter?) Steine mit Warnschild aufgestellt.

Wir fahren weiter und halten auf unseren Wunsch an einem taiwanesischen Friedhof. Ohne erkennbare Ordnung stehen auf beiden Straßenseiten teils riesige Grabmäler, teils wie kleine Häuschen oder andere gemauerte und geflieste Ungetüme. Meistens total zugewachsen und wir erfahren, dass Grabpflege hier nur einmal jährlich stattfindet, und zwar im April jeden Jahres.

Friedhof in der Nähe von Hualien
Friedhof in der Nähe von Hualien
Friedhof in der Nähe von Hualien
Friedhof in der Nähe von Hualien
Einsamer Strand bei trübem Wetter
Einsamer Strand bei trübem Wetter

Zurück im Hotel sind wir gegen 16:30 Uhr. Noch etwas Zeit für mich, um in der Stadt einen Stromadapter zu suchen und meine Uhrenbatterie wechseln zu lassen. Beides gelingt prima, jeweils in kleinen Läden. Ich esse noch ganz unasiatisch eine sehr leckere Minipizza aus einer sehr europäisch anmutenden Bäckerei. Was ich nicht finde, ist ein Outdoor-Laden, wo ich eine neue Regenjacke kaufen kann. Denn erst auf dieser Reise stellte ich fest, dass sich meine nun 12 Jahre alte Jacke am Kragen und an den Außentaschen in Einzelteile auflöst.

Gegen 18:30 Uhr gehen wir Abendessen und wir finden nach einigem Suchen ein kleines Restaurant, ein Familienbetrieb. Vorn an der Straße, wo man sich alle möglichen Dinge aussucht. Dazu bekommt man noch Reis oder Nudeln und Getränke. Es gibt nur Stäbchen, aber wir kommen zurecht. Das Essen ist sehr gut und wieder einmal extrem günstig. Insgesamt zahlen wir pro Person nicht mehr als (umgerechnet) 4 Euro.

Hualien, der beste Dumplingladen der Stadt mit langen Schlangen davor!
Hualien, der beste Dumplingladen der Stadt mit langen Schlangen davor!

Wir suchen noch etwas Süßes und finden die von unserem Guide erwähnten Reisbällchen „Magi“. Konsistenzmäßig gummiartig, mit komischen Füllungen, nur wenig süß. Muss man nicht gegessen haben. Sie werden in großen Mengen verkauft, sogar in speziellen größeren Ladenketten und Hualien ist besonders bekannt dafür. Ich kaufe an einem Stand noch einen kalten Grüntee-Frucht-Drink to-go, wieder mit diesem Glibber-Satz. Schmeckt aber sehr gut.

Gegen 22:00 Uhr bin ich im Bett.