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Sri Lanka 2011/2012 - Tag 3

Anurahapura und Mihintale

6:30 Uhr Aufstehen, 7:00 Uhr Frühstück. Wieder sehen wir ein 25 m-Buffet vor uns, an dem es ALLES gibt. Und an fast jeder Station wird frisch zubereitet mit mind. zwei Angestellten. Denn allein geht in Sri Lanka fast nichts. An jeder Arbeit sind zumindest zwei Leute beteiligt. Besonders gut schmecken mir gebratene Ananas-Stücke.

Wir fahren 7:45 Uhr mit dem Bus nach Anuradhapura, der alten Hauptstadt von Sri Lanka. Auf der 1,5 Stunden langen Fahrt sehen wir Reisbauern auf ihren Feldern, Seen, Sumpfflächen und erste Blicke auf die Stupa, zu der wir wollen. Am Ziel angekommen ist dort viel los. Vor allem Einheimische pilgern wegen der Feiertage eifrig. Man sieht kaum Touristen. Viele haben Opfergaben dabei, d.h. Blumen, Obst, Kokosnüsse, gekochten Reis.

Wir gehen zu einer kleinen Hütte, wo man seine Schuhe bewachen lassen kann. Wir müssen nämlich im Tempelbereich barfuß und ohne Kopfbedeckung laufen, so sind die Regeln. Etwas ungewohnt, aber überall ist es erstaunlich sauber.

Wir besichtigen erst einen heiligen Baum, eine Pappel-Feige, den "Sri Mahabodhi", der angeblich aus einem Zweig des Baumes gezogen sein soll, unter dem Buddha die Erleuchtung fand. Im Laufe unserer Reise werden wir viele solcher heiligen Bäume zu Gesicht bekommen. Danach in einen Tempel nebenan, überall viele Opferplätze und Betende. Wir schauen uns in Ruhe um. Obwohl viele Leute unterwegs sind, geht es überall sehr ruhig und beschaulich zu.

Wir holen unsere Schuhe wieder ab, entrichten einen kleinen Obolus dafür und begeben uns zur großen Stupa, ein paar Hundert Meter weiter. Es soll im Altertum eines der höchsten Gebäude der Welt gewesen sein. Wir laufen einmal Drumherum und sehen wieder Opferplätze unterschiedlichster Art. Einmal für Obst, Blumen, Reis, einmal für Weihrauch-Stäbchen oder Kerzen, einmal für bunte Fähnchen. Ein andermal eine ewige Ölflamme in einer kleinen verglasten Hütte. Nach außen führt ein Schlauch mit einem Trichter, wohinein man Öl als Opfergabe oder Spende gießen kann, damit die Flamme nicht verlischt. Diese Spende sehen wir oft.

Abseits der Stupa besichtigen wir noch einige Ruinen von anderen Tempeln. Am Fuße von Treppenaufgängen ist ein auffälliger halbrunder Reliefstein zu sehen, der aufwändig eingezäunt und von Touristen umringt ist. Es ist ein sogenannter Mondstein und zeigt mehrere Reihen von Tierdarstellungen. Dabei sind Art und Reihenfolge der Tiere kein Zufall, sondern haben jeweils eine ganz bestimmte Aussage, über die es jedoch unterschiedliche wissenschafliche Meinungen gibt. Unter anderem sehen wir hier in einer Reihe Elefant, Pferd, Löwe und Wasserbüffel, die sich gegenseitig jagen.

Danach wieder in den Bus und nochmal 30-40 min. Fahrt nach Mihintale. Auf dem Weg zur Mittagszeit Stopp in einem Hotel, wo wir Sandwiches als Mittag essen. In Sri Lanka werden Sandwiches immer mit einer Portion Pommes Frites serviert. Uns schmeckt es und gesättigt geht es weiter. Auf dem Weg noch ein paar kurze Stopps an anderen Stupas, z.B. der bedeutenden Jetavana Stupa und später an einem Wasserbecken, was im Altertum einmal zum Baden diente.

In Mihintale steigen wir erst ca. 1.800 Stufen hinauf zu einem Plateau, auf dem neben mehreren Stupas auch eine große Buddha-Figur steht. Es ist ein Pilgerort mit allen möglichen Heiligtümern. Ein Mönch in einer Hütte verliest unablässig und sehr schnell Gebete, die über riesige Lautsprecher über den Platz hallen. Wir geben wieder unsere Schuhe ab und begeben uns auf dem Plateau barfuß auf Erkundungstour. Erst hoch zur  Haupt-Stupa mit herrlichem Rundumblick und innen befindlicher, großer liegender Buddha-Figur, dann wieder hinunter und auf der gegenüberliegenden Seite wieder hinauf zum sitzenden Buddha. Auf der dritten Plateau-Seite ist ein großer Felsen namens "Aradhana Gala", zu dessen Gipfel sich eine endlose Menschenschlange zieht. Es geht kaum voran. Auf seinem Gipfel soll der Mönch Mahinda, durch die Luft reisend, gelandet sein und den Buddhismus nach Sri Lanka gebracht haben. Wir beobachten das Treiben dort, z.B. wie aus einer der oberen Warteschlangen eine Wasserflasche auf untere Wartende fällt oder wie ganz Verrückte an der Schlange am Felsen vorbeiklettern.

Gegen 17:30 Uhr sind wir wieder am Bus, es dämmert schon ein bisschen. Wir sind ja nahe des Äquators, sodass Tag und Nacht in etwa gleich lang sind und das das ganze Jahr lang. Sonnenauf- und untergang sind in etwa immer zwischen 6 Uhr und 6:30 morgens und abends.

Auch heute wieder exzellentes Essen im Hotel, wieder esse ich scharfe Sri Lanka-Gerichte, köstlich, wenn auch anstrengend. Ich esse eifrig Kokosflocken zum Löschen. Als Dessert gibt es unter anderem Umm Ali, was ich ja schon aus Jordanien kenne.

Gegen 22:30 Uhr falle ich ins Bett, die 4,5 Stunden Zeitverschiebung sind zwar nicht schlimm, aber trotzdem spürbar.

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Sumpfflächen und die Stupa von Anuradhapura
Großer Andrang zum Opfern und Beten am Heiligen Baum
Opferaltar
Der Heilige Baum und sein kunstvoller Schutzzaun
Mönche in einer Prozession auf dem Weg zum Tempel
Die Stupa von Anuradhapura
Opferkerzen vor dem Aufgang zur Stupa
Der Mondstein von Anuradhapura
Eingang zum Komplex von Mihintale
Mihintale, Stupa unten und Stupa oben
Panoramablick von der Stupa, links eine riesige Buddha-Figur, rechts der Felsen Aradhana Gala