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Nepal 2006 - Tag 6

Bhaktapur

Heute fahren wir gegen 11:00 Uhr mit dem Taxi nach Bhaktapur, etwas östlich von Kathmandu. Auch Bhaktapur gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Wir fahren etwas länger durch starken Verkehr. Heute ist Samstag, in Nepal ist das der „Sonntag“. Viele Ausflügler sind unterwegs, ganz wie in Europa. Nur, dass in Nepal überdurchschnittlich viele Leute Motorrad oder Moped fahren, weil Autos einfach zu teuer sind und man mit zwei Rädern in einem typisch nepalesischen Verkehrsgewühl bessere Chancen hat.

Unser Taxifahrer will sich unbedingt unsere Rücktour sichern und weigert sich, unser Geld nur für die Hintour anzunehmen. Wir vereinbaren einen Treffpunkt und –zeit mit ihm und sind gespannt, ob das wohl klappt.

Wir schlendern durch die Stadt, in welcher sich die Zahl der Wohnhäuser und der Tempel gut die Waage halten. Man sieht hier überdeutlich, dass in Nepal das gesamte Leben religiös ausgerichtet ist. Erst kommt die Religion und ganz viel später kommt alles andere. Man arbeitet nur, um über die Runden zu kommen. Entscheidend ist jedoch die vom Hinduismus und Bhuddismus gepredigte Wiedergeburt. Jeder richtet sein Leben darauf aus, spätere Leben gut vorzubereiten. Das jetzige Leben ist weniger wichtig, als die vielen Leben, die noch kommen und besser sein sollen, als das Jetzige.

In Bhaktapur gibt es jedoch auch viele Geschäfte, Garküchen und Werkstätten. Ein toller Einblick in das tägliche Leben, was vor einem abläuft. Ich erstehe eine CD mit tibetanischer Mönchsmusik, die hier in jedem zweiten Laden läuft. „Om Man Padme Hum“ ist der einzige Text.

Wir essen etwas in einem Tempelcafe auf einer Außenterrasse, von der man einen prima Blick auf die umliegenden Tempel hat. Plötzlich wird vor dem benachbarten Tempel ein Büffelkalb vorgeführt. Im nächsten Moment werfen sich zwei Männer so dagegen, dass es zur Seite fällt. Gleich entsteht eine Menschenmenge drumherum und wir sehen nur noch bruchstückenhaft, wie in Minutenschnelle das Kalb vor dem Tempel geopfert, d.h. enthauptet wird. Wenige Augenblicke später wird der Kadaver in das Tempelinnere geschleppt, um dort verspeist zu werden, wie uns der Cafe-Wirt erzählt. Pragmatismus wird auch hier groß geschrieben. Warum nur einfach opfern, wenn man daraus auch ein Festmahl machen kann?

An dem Tempel ist an der Außenwand ein Altar, vor dem die Opferprozedur stattfand. Der Altar wird als Zeichen des Opferns mit dem Blut bespritzt. Wir sind erstaunt über dieses überraschende Erlebnis und haben sicherlich die ganze Sache nur halb verstanden.

Am Nachmittag schlendern wir zurück zum Taxistand und treffen überraschenderweise auch unser Taxi wieder, welches uns wie geplant wieder zum Hotel bringt.

Erst heute abend beginnt unsere eigentliche Hauser-Reise und wir warten im Hotel auf unseren Reiseleiter für die restliche Zeit in Nepal und auf den Rest der Gruppe.

Wir erfahren dabei auch das Programm für morgen und beginnen in unseren Zimmern mit dem Packen für 6 Tage Trekking im Himalaya. Unser restliches Gepäck können wir im Hotel lassen. Morgen ist frühes Aufstehen angesagt, weil unser Flug (wenn er planmäßig geht) schon gegen 6:45 Uhr Richtung Lukla im Everestgebiet startet.

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