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Myanmar 2016/2017 - Tag 3

Reisetag Yangon - Mandalay, Mandalay

Trotz der sehr lauten Straße vor meinem Hotelzimmer, in der nachts zwar sehr wenige Autos fahren, dafür aber sehr oft sehr viele Hunde bellen, habe ich ganz gut geschlafen. Frühstück gibt es ganz oben in der 9. Etage, auch heute, wo wir wieder ganz früh los müssen. Schon 6:00 Uhr sind wir zu zweit beim Frühstück und es gibt schon alles in sehr guter Qualität, Toast, Marmelade, Erdnussbutter, sogar ein Spiegelei wird extra für uns gemacht! Es ist Dämmerung und wir sehen von unserem Hotel weite Teile der Stadt unter uns und sogar gar nicht so weit entfernt die goldene Kuppel der Shwedagon Pagode.

Im morgendlichen geringen Verkehr geht die Fahrt zum Flughafen zu unserem Weiterflug nach Mandalay in der Landesmitte sehr schnell und wir checken bereits 7:00 Uhr ein. Das Terminal 3, wo wir uns befinden, soll erst eine Woche alt sein. Der Flug soll eigentlich gegen 8:00 Uhr mit einer Propellermaschine ATR 72 gehen, aber wir gehen trotz anderslautender Bildschirmanzeigen an Gate 32 und warten dort bis nach 10:00 Uhr. Das Terminal ist eiskalt heruntergekühlt und wir ziehen alle dicke Jacken an. Auf dem Rollfeld erwartet uns dann eine Boeing 737-800, weil (wie wir später erfahren) spontan zwei Propellermaschinen zusammengelegt wurden. Die Maschine ist uralt, die Sitze durchgesessen und alles ziemlich heruntergewirtschaftet.

Wir kommen gegen 11:30 in Mandalay an und fahren nach dem Auschecken mit dem Bus zur Mahamuni-Pagode. Dort befindet sich unter anderem eine riesige Buddha-Statue, die als Pilgerziel viele Einheimische anzieht. Die Pagode ist sehr schön und steht in einem Gebäudekomplex, durch den wir spazieren. In die nächste Nähe des Buddhas dürfen nur Männer, Frauen müssen (aus mir unbekannten Gründen) Abstand halten. An der Buddha-Statue stehen bereits mehrere Männer und kleben kleine Blattgoldblättchen auf die Statue und beten. Dies ist ein verbreiteter Brauch. Das Blattgold kann man in sehr kleinen Blättchen günstig vor Ort kaufen. Wir schauen uns das eine Weile an und entdecken auch Fotos der Statue aus verschiedenen Jahrzehnten. Man sieht, dass das Kleben der Blattgoldplättchen heute einen sehr(!) dicken Goldpanzer um die Statue legte, der schätzungsweise 10 bis 20 cm dick ist und die Statue vor allem im unteren Bereich schon weitgehend unkenntlich machte.

Draußen sehen wir mehrere sehr festlich gekleidete Gruppen. Es sind Einheimische mit ihren Kindern, die zu einer Mönchs-Novizen-Zeremonie unterwegs sind und hier nur einen Stopp einlegen. In Nebengelässen der Pagode entdecken wir noch einige Handwerker, die Glocken oder andere Gegenstände für den Gebrauch der Pagode herstellen.

Zur Mittagspause geht es ins Hotel zum Einchecken, wir sind zu zweit im "Yadanarpon Dynasty", was einen sehr guten ersten Eindruck macht. Wir essen ein paar Meter weiter im "Unique Myanmar" und nehmen eine Rettichsuppe, Curry mit Reis (Auberginen-Curry und Rindfleisch-Kartoffel-Curry) und das gute Myanmar Beer, was von einem deutschen Braumeister hergestellt wird. Es wird uns auch in den nächsten Tagen immer wieder gut schmecken.

Gegen 15:00 Uhr geht es mit dem Bus weiter zu einem berühmten Teakholzhaus. Das Shwenandaw-Kloster stand früher innerhalb der Mauern des Königspalasts in Mandalay, darin verstarb eines Tages der König. Sein Sohn entfernte das Haus, weil er den Anblick nicht mehr ertragen konnte und ließ es außerhalb des Palasts neu aufbauen. Ein Glück für uns, denn so entging das Haus der Zerstörung durch einen Luftangriff der Amerikaner im Zweiten Weltkrieg, der ansonsten fast den kompletten Königspalast zerstörte. Das Kloster ist sehr prachtvoll mit Holzschnitzereien geschmückt und innen teilweise noch vergoldet. Auch außen waren die Wände früher vergoldet, was man an einigen wenigen geschützten Stellen noch erkennen kann. Wir sind beeindruckt.

Weiter geht es zum größten "Buch" der Welt. Es befindet sich in der Kuthodaw-Pagode und besteht aus mehreren Hundert beidseitig sehr eng beschriebenen Steintafeln, die jeweils in einer kleinen steinernen und vergitterten Schutzpagode stehen. Die kleinen Schutzpagoden sind in langen Reihen angeordnet und bedecken ein sehr großes Gelände. Der größte Teil davon ist aber für Besucher gesperrt. In der Pagode steht ein kleines Modell, um sich einen Eindruck von den Ausmaßen machen zu können. Wir haben jetzt am Spätnachmittag wunderbares Fotolicht und so streifen wir durch die Anlage nach Eindrücken und Motiven. Es sind auch sonst nicht sehr viele Leute hier unterwegs.

Zum Abschluss des Tages fahren wir auf der Ladefläche eines kleinen Pickups auf den Mandalay Hill, um dort den Sonnenuntergang zu erleben. Die Fahrt ist sehr holprig und unbequem, dauert aber nicht lange. Oben sind sehr viele Leute, aber trotzdem eine sehr ruhige Stimmung, keinerlei Hektik. Wir schauen der Sonne beim (sehr schnellen) Untergehen zu und fahren in der genauso schnell einbrechenden Dunkelheit wieder ins Tal. Dort wartet unser Bus. Am Straßenrand ist gerade ein Fest und auf der Ladefläche eines LKW ist eine Rockband gerade dabei, mit ohrenbetäubender Lautstärke Ihre Musik zum Besten zu geben. Klingt gut, wir können aber nicht halten und fahren zum Hotel. Ich hätte mir das gern noch etwas angeschaut.

Am Abend machen wir uns auf Lokal-Suche und streifen durch die schlecht beleuchteten Nebenstraßen rund um das Hotel. Ein unsicheres Gefühl macht sich aber eigentlich nie breit, weil hier alles ziemlich entspannt erscheint, zwielichte Gestalten machen wir nirgends aus. Wir finden ein chinesischen Restaurant, die "I-Bar", in der wir gut essen, wenn auch der Service etwas begriffsstutzig ist. Wir essen fein zerfasertes und hart frittiertes Sichuan-Beef mit ganz viel Chili, dazu Pommes und später noch einen sehr trinkbaren Rotwein. Insgesamt für Myanmar ein wirklich sehr teurer Abend, wir zahlen insgesamt ca. 18 Euro. In Myanmar findet das Leben viel früher statt als in Deutschland und so ist hier auch schon gegen 22:00 Uhr Lokalschluss. Um uns herum werden schon die Stühle auf die Tische gestellt, als wir noch gemütlich sitzen und unseren Wein austrinken... Wir gehen den kurzen Weg ins Hotel zurück und fallen müde in die Betten.

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Boeing 737 von Myanmar Airlines
Vergoldeter Buddha in der Mahamuni-Pagode
Mahamuni-Pagode, außen
Shwenandaw-Kloster, vor dem Aufgang
Shwenandaw-Kloster, tolle Schnitzereien am Dach
Shwenandaw-Kloster, innen
Kuthodaw-Pagode
Kuthodaw-Pagode, einer der goldenen Schirme
Kuthodaw-Pagode, eines der Bücher, ausnahmsweise ohne Gitter
Unser Vehikel zum Mandalay Hill
Auf dem Mandalay Hill
Mandalay Hill, Sonnenuntergang