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Marokko 2015/2016 - Tag 2

Königsstädte Rabat und Meknes, Volubilis

Wir frühstücken gegen 7:15 Uhr, Frühstück ist OK, Kaffee aus einem Vollautomaten, was in Marokko sehr selten ist. Es gibt frisch gepressten Orangensaft.
Wir fahren 8:15 Uhr mit Gepäck los zur Stadtführung durch Rabat. Wir haben einen sehr netten Führer, Halil, der etwas zur Selbstdarstellung neigt. Aber er weiß viel und kann in gutem Deutsch viele Informationen gut vermitteln. Wir besichtigen erst den Königspalast bzw. das Gelände drumherum, alles völlig menschenleer zu dieser frühen Stunde. Danach fahren wir weiter zum Mausoleum von Mohammed V. Ein sehr prachtvolles Gebäude, innen wie außen. Rundherum, auch innen und außen prächtige Wachen. Die Ecke für den Imam ist leer, ansonsten wird hier der Koran vorgelesen. Vor dem Mausoleum auf einem großen Platz viele Säulenstümpfe von einem unvollendeten Tempel aus dem Altertum. Noch etwas weiter weg der große Hassan-Turm für Hassan II. Leider ist er gerad komplett eingerüstet und wird restauriert. Auch dieser Turm ist beeindruckend und wir hätten ihn gern näher besichtigt.

Wir laufen weiter in ein altes Viertel, die Kasbah des Oudaïas. Von außen festungsähnlich, innen ein Labyrinth aus vielen Gängen und Gassen, viele davon Sackgassen. Alles, um Piraten außen und evtl. auch innen abwehren zu können. Die Häuser sind weiß gestrichen mit azurblauen Sockeln und alles ist sehr gut erhalten. Wir trinken in einem Cafe Tee und bekommen ganz tolles Gebäck dazu angeboten. Alles sehr gut und lecker.

Wir verlassen Rabat und fahren etwa 1,5 Stunden in die Nachbarstadt Meknés. Uns fallen gleich riesige Stadtmauern auf, die teilweise mehrfach hintereinander gestaffelt sind. Sie sind auch in der Dicke beeindruckend, teils bis 12 Meter dick und wie so Vieles in Marokko aus Stampflehm, vermischt mit Stroh. Wir gehen zuerst Mittagessen in einem riesigen Restaurant mit zig Etagen, jeweils in unterschiedlichen Stilen mit vielen Tischen vollgestellt. Wir essen auf dem Dach, im Schatten ist es sehr kühl. In der Sonne dagegen angenehm warm. Dies soll uns auch auf dem Rest der Reise so begleiten: Essen bei sehr kühlen Temperaturen. Wir bekommen zuerst eine riesige Salatplatte mit unterschiedlichen Salaten, auch Kartoffeln und Rote Beete. Danach gibt es zum ersten Mal einen Tajin. Dieses Tongefäß hat einen flachen, dicken Boden und einen kegelförmigen Deckel. Im Tajin ist alles: Unten/mittig Fleisch, darum herum Kartoffeln und Gemüse. Alles wird gemeinsam in dem Gefäß direkt auf der Herdplatte gegart. Es schmeckt sehr gut und ist auch (noch) sehr heiß. Diesmal ist es Geflügel. Fleisch ist in Marokko immer noch ein Luxus, den es normalerweise nicht jeden Tag gibt. Für uns natürlich schon...
Danach treffen wir unseren Stadtführer, der auch gut deutsch spricht, aber etwas leise. Wir fahren erst etwas mit dem Bus, dann besichtigen wir das Mausoleum von Moulay Ismail. Es ist natürlich nicht mit dem Mausoleum on Rabat vergleichbar, aber auch sehr prächtig. Den weißen Sarkophag flankieren zwei barocke Standuhren, die ein Geschenk von Ludwig XIV. waren.

Wir gehen kurz über den riesigen Place el Hedim voller Menschen mit lauter Musik, Verkäufern, Wunderheilern, einer Zuckerrohrpresse und anderem. Danach weiter mit dem Bus zu einem Speicher, Heri es-Souani, den wir von innen besichtigen. Ein riesiges Gewölbe und recht gutem Zustand. Teilweise unterirdisch, teilweise mit offenem Dach. Im Getreidespeicher an einer feuchten, nach oben offenen Ecke ein Storch! Wir werden noch viele Störche und Storchennester in Marokko sehen. Nicht alle sind Zugvögel, manche bleiben immer in Marokko.

Wir verlassen Meknes und fahren weiter nach Volubilis, einer ausgegrabenen römischen Garnisonsstadt und kommen dort kurz vor Sonnenuntergang mit einer ganz wundervollen Lichstimmung an. Wir haben hier wieder einen sehr guten Führer mit exzellentem Deutsch und ganz vielem Detailwissen. Er bringt sein Wissen auch gut und lustig an uns heran. Die Stadt diente zur Verwaltung der römischen Eroberungen in Nordafrika und war relativ groß und wohlhabend. Wir haben gutes Fotolicht und können wir erhaltene Details in den Häusern, z.B. prachtvolle Fußbodenmosaike und anderes bewundern. Die Römer hatten auch hier Kanalisation, Wasserleitungen und teilweise auch Leitungen in den Wänden als Heizung.

Wir bleiben bis kurz nach Sonnenuntergang und verlassen dann Volubilis Richtung Fés. Wir fahren nochmal auf etwas huckeligen Straßen. Bisher und auch in den nächsten Tagen fahren wir nahezu ausnahmslos auf hervorragenden Straßen, teils ganz neu. Der aktuelle König Mohammed VI. tut sehr viel für die Infrastruktur und sonstige Entwicklung des Landes. Und seine Untertanen sind begeistert von ihrem König und wir hören nie auch nur ein kritisches Wort. Auf den Straßen heute und auch in den nächsten Tagen sehr viele Polizeikontrollen. Auf dem Weg nach Fés sind es besonders viele, sicherlich mehr als 5 in 1,5 Stunden.

Gegen 19:00 Uhr sind wir im Hotel Mounia in der Neustadt von Fés. Wir bekommen einen Willkommenstee und -Keks. Gegen 20:00 Uhr gibt es Abendessen, aber nichts Besonderes. Normales Buffet, dafür können wir (was nicht normal ist) auch Wein und Bier trinken. Gegen 22:00 Uhr gehen wir ins Bett.

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Köngspalast Rabat, offizieller Empfangsbereich
Mausoleum von Mohammed V, außen
Mausoleum von Mohammed V, innen
Kasbah des Oudaïas
Meknes, Vorratsspeicher Heri es-Souani
Mausoleum von Moulay Ismail
Mausoleum von Moulay Ismail
Mausoleum von Moulay Ismail
Mausoleum von Moulay Ismail
Volubilis
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