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Türkei / Lykien 2010 - Tag 9

Wanderung Apollonia - Kaş

Alle mit Zimmer zur Straßenseite, auch ich, können abends das Zimmer tauschen und erhalten ruhigere Zimmer in einem anderen Flügel des Hotels! Zumindest das konnte Mauritz für uns erreichen nach Verhandlungen mit dem Hotelmanager. Ich packe also alles wieder ein und lagere die Tasche in Mauritz' Zimmer zwischen.

Nach dem ordentlichen Frühstück (wenn man mal einen sauberen Teller fand) geht es 8:45 Uhr los mit dem Bus in ein Dorf (Name leider unbekannt) nahe der Ruinenstadt Apollonia. Die Ruinen lassen wir heute links (oder rechts?) liegen und gehen den Fahrweg etwas weiter. Wenig später biegen wir an einem Ziegengatter links ab auf einen Wanderweg, der erheblich schwieriger zu laufen ist. Und das wird heute den ganzen Tag nicht anders: Felsen groß und klein, Dornenbüsche unten, Dornenzweigen oben und in der Mitte. Man muss immer 100% konzentriert sein! Dazu ist es wieder sehr warm und wir schwitzen ordentlich. Trinkpausen erwarten wir immer sehnlichst, obwohl Plätze im Schatten dafür rar gesät sind. Wir begegnen einer großen Gruppe (18 Personen) von Wikinger Reisen, die aber nur Bruchteile unserer Strecke wandern. Der Weg geht immer an der Küste entlang und bietet tolle Ausblicke auf das Meer und das Drumherum. Trotz des schwierigen Weges und der langen Strecke ist es heute eine unserer schönsten Wanderungen.

Mauritz erzählte uns schon an den vergangenen Tagen ab und zu von einem "Projektstein", den er auf einer Tagestour hat (er weiß nicht genau welche) und den er jedes Mal ein Stück weiter trägt. Er sei recht groß, aber eben sehr schön. Irgendwann hat er den Stein dann an einer mit einem Auto erreichbaren Stelle und nimmt ihn mit für seinen Garten. Heute war es dann soweit: Wir finden den Projektstein, ein völlig durchlöcherter und wirklich schöner Kalkstein. Mauritz hebt ihn auf und trägt ihn im Laufschritt etwa 300 m weit. Klingt einfach, ist aber bei einem Steingewicht von ca. 20-40 kg und dem vorherrschenden Klima (mehr als 30°C in der Sonne) doch nicht so ganz einfach.

Am Mittag sind wir bei einem Einsiedler und seinem schönen, schattigen Pavillon am Ufer einer Meeresbucht. Er serviert frischen Tee, einige baden im Meer. Sogar eine Dusche und ein WC ist hier! Wir fühlen uns wohl und essen zum Tee unsere Riegel und Kekse und Obst.

Nach der Pause wandern wir noch einmal etwa 2 Stunden, ständig über große Felsen springend, die Küste entlang. Sogar eine kleine Kletterstelle ist "eingebaut". Danach abwärts das Ufer gegenüber von Kaş mit einem kleinen Strand, Restaurant und Hafen. Wir trinken erschöpft ein Bier und warten auf unser Boot, das uns nach Kaş zurückbringen soll. Endlich geht es los bei auffrischendem Wind. Erst innerhalb der schützenden Bucht geht es kurz darauf auf ein etwas offeneres Stück Wasser hinaus, auf dem Wellen vom Mittelmeer direkt in die Bucht von Kaş schwappen. Da wir längs der Wellen fahren, kommt unser Boot mächtig ins Wanken und unser Steuermann hat jede Menge zu tun. Das Wasser ist aufgewühlt und ganz schwarz bei tiefstehender Sonne. Einige Male war es doch etwas knapp mit den Wellen... Wir kommen aber gut im Sonnenuntergang im Hafen von Kaş an und können uns mit viel Drücken und Schieben einen Anlegeplatz zwischen den vielen anderen Schiffen ergattern.

19:30 Uhr Abendessen im Hotel, ganz OK. Wie üblich am Tisch erledigen wir die Planung für die morgige Wanderung und finden wieder mal einen guten Plan! Danach gehen wir wieder in die Hideaway Bar, trinken dunkles Bier und lassen den Tag ausklingen. Ich esse einen Käsekuchen nach amerikanischer Art, also mit ganz cremiger Füllung (Frischkäse?) und dazu eine frisch passierte Erdbeersoße! Uns geht es wieder gut und gegen 22:30 Uhr sind wir zufrieden im Hotel zurück.

Insgesamt waren wir heute etwa 7:45 h inkl. Pausen unterwegs, haben dabei ca. 16,2 km Strecke zurückgelegt und ca. 350 Höhenmeter hoch und ca. 650 Höhenmeter wieder herunter bewältigt.

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Heutige Karte
Am Beginn unserer Wanderung oberhalb des Meeres mit Blick auf Ruinen von Appolonia
Die Lykische Küste
Der Projektstein auf seinem Weg!
Immer entlang der Küste auf schwierigen Wegen
Bootsfahrt im Sonnenuntergang, am Anfang noch beschaulich
Bootsfahrt im Sonnenuntergang, etwas schaukelig
Bootsfahrt im Sonnenuntergang, sehr schaukelig!