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Kuba 2013/2014 - Tag 5

Baracoa, Wanderung

6:30 Uhr aufstehen und zum Frühstück, am Buffet gibt es alles Erdenkliche. Ich denke an meinen noch gesunden Magen und wähle stapelweise Pancakes mit Früchten oder Marmelade. Diese Marmelade ist eigentlich eine Art Fruchtpüree. Wie so oft in den letzten Tagen fällt mir auf, dass kleinere Schälchen in Kuba Mangelware ist. Es gibt entweder Tassen oder Suppenteller, nichts dazwischen. So wird die Marmelade im Suppenteller serviert oder gestern ebenso wie der Nachtisch auf Untertassen.

8:00 Uhr fahren wir auf der Ladefläche eines kleinen LKW, mit Sitzbank und Dach, aus der Stadt hinaus ein Stückchen in die Berge und beginnen dort eine Wanderung. Wegen des starken Regens der letzten Tage ist es sehr schlammig. Wir wandern stetig bergauf und sind bald gleichmäßig mit rotem Schlamm bedeckt. Zuerst geht es durch ein lang gestrecktes Dorf, wo wir noch einen Fluss überqueren und dabei die Wanderschuhe ausziehen müssen. Danach sehen wir die Dorfbewohner, wie sie ein Fest vorbereiten, weil sie schon jetzt ihr Jahresplanziel geschafft haben. Frauen sortieren Reis und die Männer trinken Rum und bereiten die Musikanlage vor.

Es ist heiß und schwül und wir sind verdreckt. Trotzdem ist es eine schöne Wanderung durch tolle Natur. Auf einer Höhe von etwa 200 Metern machen wir Rast bei einer Familie. Im Hinterhof der sehr einfachen Hütte ist es nicht weniger schlammig. Dort trinken wir selbst gerösteten, sehr guten Kaffee und essen herrlich frische Früchte, die von Bäumen direkt von hier stammen. So gute Orangen und Bananen werden wir lange suchen müssen! Dazu Wasser zum Waschen aus einer Wasserleitung aus halbierten Bambusstämmen, die sich als waghalsiges Aquädukt durch den Dschungel schlängelt und unter anderem hier einen Auslass hat. Wir geben reichlich Trinkgeld und ziehen weiter. Das Heim der Familie ist wirklich extrem einfach und man sieht, dass es den Leuten nicht gut geht. Dennoch sind sie sehr freundlich und wirken nicht unglücklich. Sie könnten aber doch wenigstens ihren Hof mit Natur-Steinen pflastern oder eine Rinne graben, damit das Wasser besser abläuft. Oder? - Aber das sind natürlich die spontanen Gedanken eines Touristen aus Europa ohne kubanische Mentalität.

Wir wandern weiter aufwärts bis ca. 300 Höhenmeter und beginnen dann den noch schwierigeren Abstieg auf einer anderen Route. Es gibt mehrere Stürze, aber auch ohne Sturz sehen alle sehr schlammrotbraun aus. Am Schluss sind wir wieder an einem Fluss und können Schuhe und Hosenbeine notdürftig säubern. Denn wir wollen ja gleich noch in ein Restaurant zum Mittagessen!

Mit Pausen waren wir fast 5 Stunden unterwegs und haben dabei ca. 400 Höhenmeter aufwärts und ca. 400 Höhenmeter abwärts auf einer Strecke von fast 10 km zurückgelegt.

Zum Restaurant steigen wir nach einer Wartepause in einem Unterstand am Straßenrand wieder in unseren LKW und werden zum Restaurant Rancho Toa am Fluss Toa gefahren. Dort gibt es Suppe aus halbierten Bambusästen (waren die etwa mal Teil der o.g. Wasserleitung? Nein!) und essen Reis mit Fleisch. Zum Nachtisch eine hervorragende Kokoscreme. Zwar ist die Konsistenz wie Tapetenkleister, aber der Geschmack ist sehr gut. Für alle Getränke und Cocktails steht immer wieder eine zusätzliche Flasche Rum auf dem Tisch zum Nachschenken. Sogar in frisch aufgeschlagene Königskokosnüsse wird Rum nachgegossen!

Danach steigen wir in zwei Ruderboote und werden den Fluss hinab bis zur Mündung gerudert. Dort ist ein (leider sehr verdreckter Strand), wo wir uns umsehen können. Vor dem Baden wird gewarnt wegen der starken Strömung und hoher Brandung. Zwei versuchen es dennoch und schaffen es gut, sich zu behaupten. Wir steigen danach wieder in die Boote und rudern langsam stromaufwärts. Ein bisschen war es eine Zeitverschwendung, dieser Ausflug, aber wir sind nicht böse drum.

Danach geht es mit dem Bus, der vor dem Restaurant auf uns wartete, zurück zum Hotel.

18:30 Uhr fahren wir gemeinsam mit dem Bus in die Stadt zum Paladar (ein privat geführtes Restaurant in Kuba) „Yor“ und essen dort zu Abend. Es ist recht eng dort und die Bedienung hat ihre Mühe. Es gibt einen sehr guten gemischten Fischteller mit allem Teuren und Verbotenen, was Kuba zu bieten hat, d.h. Fischfilet, Garnelen, Tintenfisch und ein Stück Hummerschwanz. Vorher einen guten Eintopf als Vorsuppe. Dazu Bier und Cocktails und eine sehr gute Flasche Rum auf dem Tisch zum Nachschenken. Alles nicht billig mit pauschal 12 CUC, aber gut. Zum Abschluss erleben wir noch die traditionelle kubanische Kaffeemaschine. In einer Halterung hängt ein Filter aus Textil frei (auf den ersten Blick sieht er aus wie eine Socke), darunter steht die Kanne. Der in einem Topf gekochte Kaffee wird vorsichtig von oben durch den Filter in die Kanne gegossen, fertig. In den nächsten Tagen erleben wir das noch öfters.

Danach geht es in die Fußgängerzone mit vielen Geschäften und Lokalen, sehr schön anzuschauen. Wir gehen in ein Musiklokal, wo auch viele andere Touristen sind. Dort spielt eine Gruppe Musiker (wenn auch nicht auf Topniveau) und es wird flott getanzt. Auch manche exzellent tanzenden Ausländer sind dort. Weniger schön sind einheimische junge Männer, die die ausländischen Frauen unablässig „betanzen“ wollen und dafür natürlich eine Gegenleistung (und seien es nur Getränke oder Zigaretten) erwarten. Wenn sie nicht bekommen, was sie wollen, wird es dann etwas ungemütlich. Es gibt bei uns aber keinen großen Ärger und insgesamt ist die Stimmung prima.

Gegen 23:00 Uhr fahren wir mit dem Bus zurück ins Hotel und fallen in die Betten.

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In einem staatlichen Laden auf dem Lande für den Einkauf mit Lebensmittelmarken und nationalen Pesos
Reis sortieren für das große Fest
Eine Wasserleitung aus Bambusstämmen durch den Dschungel
Unser Weg durch den Schlamm
Unser kleiner LKW
Mit dem Boot auf dem Rio Toa
Eine traditionelle kubanische Kaffeemaschine