Costa Rica und Panama 2005/2006 - Tag 12

Bootstour und Fahrt nach Volcán (Panama), Wanderung, Besuch einer privaten Kaffeerösterei

Heute geht es ganz früh raus, denn wir frühstücken schon 5:45 Uhr. Eigentlich auch zu früh für das Lodgepersonal, aber dennoch gibt es leckeres Müsli mit Beerenjoghurt und Obst.

6:15 Uhr geht es zu Fuß am Strand zurück nach Carate, wieder 2 Stunden im Geländewagen und dann schnurstracks mit dem Bootstaxi über den Golfo Dulce. Diesmal aber nach Golfito.

Weil wir nicht wissen, ob es in Panama guten Kaffee zu kaufen gibt, wir noch zuviel costaricanische Colones haben und auch noch etwas Zeit, räubern wir in einem Supermarkt und kaufen praktisch den gesamten Vorrat an ungemahlenem Kaffee auf. Ich muss dazu noch einen neuen Hut kaufen, weil ich den im Corcovado-Park bei einer Rast irgendwo liegen ließ. Der Hut ist recht hässlich, aber mit $ 5 billig. Aber auch das Geld muss ich mir noch zusammenborgen, weil ich gerade pleite bin und auch der Kaffee mit etwa $ 5 für 340 g sehr teuer war.

Wir fahren mit unserem Minibus vom Hafen weiter bis zum Grenzübergang, laden das Gepäck vom Dach und aus dem Kofferraum und reihen uns in die Warteschlange vor dem Schalter ein. Überall lungern höchst fragwürdige Gestalten rum. Wir verabschieden uns endgültig von unserem Reiseleiter und warten auf unseren Neuen, der nach einiger Zeit in einem knallgelben Schulbus(!) ankommt. Der eigentliche Bus hatte tags zuvor einen Unfall, sodass dieser Bus nun unser Fortbewegungsmittel ist.

Wir fahren ca. 1 Stunde auf einer sehr guten autobahnähnlichen Straße zu unserem Hotel Dos Ríos in Volcán. Die Klimaanlage des Busses ist extrem kalt eingestellt, wir frieren alle. Auf die Bitte hin, das Teil auszuschalten, sagt der Fahrer einfach "nein". - Kein Trinkgeld am Ende der Tour.

Nach dem Einchecken geht es gleich los mit einer Wanderung in der Umgebung um den Vulkan Baru, 3.474 Meter hoch. Er liegt in einem Nationalpark, in dem wir auch morgen noch wandern werden. Wir starten am Rande eines alten Flugfeldes aus amerikanischer Zeit und wandern durch Kaffeeplantagen und durch Wald. Unterwegs treffen wir den Eigentümer der Plantage, Herrn Janson sr., der unserem Reiseleiter sagt, wo es lang geht. Dennoch verlaufen wir uns und enden an einem Privatgrundstück, wo uns Frau Janson jr. empfängt und uns doch rät, die Kaffeerösterei der Jansons zu besichtigen. Dies tun wir mit Freuden! Denn dort gibt es viel zu sehen und zu lernen, außerdem trinken wir köstlichen superfrischen Kaffee in einer kleinen Verköstigungsstube. Und kaufen natürlich wieder tütenweise Kaffee...

Wir lernen auch, dass die Kaffeekirschen stets von Hand gepflückt werden, dann geschält und getrocknet werden. Die Kaffeepflücker sind die Ärmsten der Armen und bekommen extrem wenig Lohn. Als vor Jahren einmal der Kaffeepreis zusammenbrach (davon merkte der Endverbraucher in Europa natürlich nichts!) wurden in ganz Mittelamerika Hunderttausende Kaffeepflücker arbeitslos, weil eine ganze Ernte nicht eingebracht wurde. Die Trocknung des Kaffees geschieht unter freiem Himmel, morgens wird der Kaffee auf einer Betonfläche ausgebreitet und nachts vorsichtshalber zusammengekehrt und unter Plastikplanen vor Feuchtigkeit geschützt. Am nächsten Morgen wieder ausbreiten, jeden Tag das selbe Spiel. Geröstet wird dann in einer Halle, in die wir nicht hineinsehen können.

Weil wir etwas außerhalb von Volcán wohnen, essen wir im Hotel, denn der Weg zum Dorf ist zu weit. Das Essen ist gut, die Bar danach jedoch eine Katastrophe. Eiskalt, dunkel und ein Barkeeper, der nicht versteht, warum wir eine Cocktailkarte wollen. Wir trinken dann halt Bier, sind aber enttäuscht von der Qualität. Die mehr als 4 Biersorten in Panama schmecken wässrig und praktisch nach nichts und außerdem fast alle gleich. Wir trauern unserem leckeren Imperial aus Costa Rica jetzt schon nach.

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Pelikane
Kaffeeernte
reife Kaffeekirschen
geschälte Kaffeebohnen