Costa Rica und Panama 2005/2006 - Tag 7

Fahrt zur Esquinas Rain Forrest Lodge, Wanderung im Regenwald

Wieder geht es früh los, vor uns liegen heute fast 4 Stunden Fahrt zu unserem nächsten Quartier im "Regenwald der Österreicher". 4 Stunden Fahrt auf Costa Ricas Straßen sind sicherlich stressiger als 8 Stunden Fahrt auf einer deutschen Autobahn. Auf der Fahrt kommen wir nicht nur an einer alten ausgemusterten Eisenbahn vorbei, die ein lohnendes Foto-Objekt ist, sondern auf der anderen Straßenseite sind in einem Park monolithische Steinkugeln unterschiedlicher Größe und von erstaunlicher Exaktheit zu bewundern, die bei Ausgrabungen gefunden wurden, und von denen nicht bekannt ist, wer sie schuf und wozu sie dienten. Von der anstrengenden Fahrt entsprechend gerädert checken wir ins Hotel ein und sagen auch unserem Fahrer Edgar Lebewohl und wünschen ihm noch schöne Weihnachten.

Die Esquinas Rainforest Lodge liegt am Rande des Dschungels und wird von Österreichern geführt. Nebenan ist auch eine Forschungsstation (Tropenstation La Gamba) u.a. von der Uni Wien. Im Rahmen des Projekts "Regenwald der Österreicher" wird mit Hilfe von Spendengeldern Regenwald-Fläche von Privatleuten aufgekauft, so vor eventueller Abholzung geschützt und anschließend dem Staat geschenkt, damit dieser die gewonnene Fläche an einen Nationalpark angliedert. Und das scheint sehr gut zu funktionieren, das Projekt ist recht erfolgreich.

Wir starten in Gummistiefeln und einem dicken Bambusstock als Stütze auf eine schwierige Wanderung auf den hoteleigenen Trails. Als erstes meistern wir den "Waterfall Trail", vorbei an kleineren Wasserfällen, auf und ab, durch Flussbetten mit und ohne Wasser. Recht anstrengend, aber die Natur um uns herum ist toll. Tiere sieht man selten, denn Tarnung ist im Dschungel alles. Mal ein kleiner Frosch auf einem Blatt oder ein schöner Schmetterling. Aber wir sehen auch Wanderpalmen, die ihren Standort je nach Lichteinfall verändern(!) können, indem sie ihre Wurzeln, die teilweise überirdisch verlaufen, an einer Seite verstärken und an der gegenüberliegenden Seiten absterben lassen können. Nach der Wasserfall-Tour noch den "Ozelot Trail", aber kein Ozelot lässt sich blicken! Total verschwitzt und mit echtem Regenwald-Feeling kehren wir in die Lodge zurück. Einige haben von den scheuernden Gummistiefel-Rändern böse Wunden an den Waden, weil sie keine langen Hosen anhatten und nicht als Schutz in die Stiefel steckten. Der Pool ist recht kalt, weil mit Frischwasser gespeist, deswegen dusche ich, bevor ich es mir bei einem Kaffee gemütlich mache und Postkarten schreibe.

Im Lodge-Teich fotografiere ich Lorenzo, den dicksten (und wohl auch faulsten) Kaiman Mittelamerikas. Den konnte ich natürlich nur so deutlich unter Wasser knipsen, weil ich <angeb> einen Polarisationsfilter mein Eigen nenne (und auch weiss, wie man den bedient).

Das heutige Weihnachtsessen ist sehr gut, dazu treten zwei nette Musikanten aus der Gegend auf, die sich sehr viel Mühe geben und auch anspruchsvolle Stücke spielen. Es gefällt allen sehr, obwohl sonst solche Folklore-Einlagen auch gern mal peinlich sind. Diese nicht! Hinter der Bar in der Ecke des Kühlschranks wohnen Fledermäuse, die tagsüber an der Wand hängen, bei Einbruch der Dämmerung dann durch den Speisesaal nach draußen flattern.

Wir fallen todmüde ins Bett und schlafen wegen der lauten und ungewohnten Dschungelgeräusche um uns herum dennoch recht unruhig. Immer diese Städter!

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Eine Dampflok auf Rente
Die mysteriösen Steinkugeln
Eine Fledermauskolonie hinter der Bar
Eine Wanderpalme
Unser Weg im Regenwald der Österreicher
Lorenzo, der Kaiman
Unsere Weihnachtssinger