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Kambodscha 2012/2013 - Tag 11

Angkor

Früh raus, was uns nicht schwerfällt. Schlafen geht sowieso nicht mehr.
Nach einer Katzenwäsche (wobei mir meine Taschenlampe durch eine Ritze im Fußboden unerreichbar in den Fluss fällt und dort unbeirrt weiterleuchtet) geht es mit dem Boot schon los.

Die Köchin von gestern abend fährt mit und macht uns wieder ein tolles Frühstück. Es gibt sehr gute Baguettes, die sie mit einem Fischgrillgestell über einer Gasflamme grillt. Perfekt! Es gibt Marmeladen, aber auch deftige Instant-Nudeln. Dazu Tee und Kaffee. Uns geht es prima und wir fahren derweil über den See und in Richtung einer Anlegestelle namens Chong Khneas bei Siem Reap.

Dort erwartet uns an einer riesigen betonierten Treppe unser neuer Bus, der uns die nächsten Tage transportieren wird. Er ist leider nicht so schön wie unser voriger Bus und auch unser Fahrer hat einfach nicht dieselbe Klasse.

Zuerst müssen wir uns durch einen Stau zur Verkaufsstelle der Tickets für die Angkor-Tempel-Tickets quälen. Dort wird jeder fotografiert und mit diesem Foto ein Ticket gedruckt. Die Tickets sind sehr teuer: Unser Drei-Tages-Pass kostet 40 USD.

Dann geht es gleich los nach Roluos, etwas außerhalb, zum ersten Tempel „Preah Ko“, wo viele von uns ein sehr gutes Buch über die Tempel hier erstehen. Es ist vom National Geographic und kostet eigentlich 30 Euro, hier jedoch nur 7 USD. Es ist uns nicht ganz klar, ob es ein (gut gemachtes) Plagiat ist. Bindung und Druckqualität erscheinen eigentlich ganz gut. Der Tempel selbst ist sehr schön und zum größten Teil aus kleinen, flachen Ziegelsteinen gemauert. Sie sind praktisch fugenlos und der Mörtel bzw. Kleber soll ein Gemisch aus Zucker, Palmöl und Sand gewesen sein. An einem Nebengebäude, der Bibliothek, sind Restaurierungsarbeiten im Gange. Die Anlage ist in einem recht guten Zustand und die Menge der Touristen hält sich auch in Grenzen. Auf den Ziegelmauern sind Reste von Kalk-Putz zu sehen, in denen Reliefs eingearbeitet sind. In Mauernischen stehen Statuen aus Sandstein.

Weiter geht es zum nächsten Tempel „Wat Bakong“, einer erheblich größeren Anlage gleich in der Nähe. Es ist ein Tempelberg mit mehreren Mauerringen, ähnlich wie in Angkor Wat. Im Gegensatz zu Preah Ko wurde hier mit Sandstein und Laterit in großen Blöcken gebaut. Wir steigen langsam nach oben auf eine größere Plattform, wo acht kleinere Türme um einen zentralen größeren Turm gruppiert sind und genießen die bessere Aussicht. Leider ist hier kein Schatten und die Sonne brennt unerbittlich. Auf der gegenüberliegenden Seite der Plattform steigen wir wieder ab und laufen einmal um den künstlichen Tempelberg, um das Ausmaß der Anlage zu erkennen und um wieder zum Bus zu kommen.

Am Eingang des Tempels fallen uns einheimische Kinder auf, die (ungewöhnlicherweise) mit Digitalkameras die Touristen fotografieren. Ich denke mir erst nichts dabei. Als wir den Tempel verlassen wollen, wird das Rätsel aufgelöst: Die Fotos wurden in Windeseile ausgedruckt und auf kleine Sammelteller mittels Abziehbild als Souvenirs geklebt. Die Kinder versuchen nun also, uns diese personalisierten Tempel-Teller zu verkaufen, jeweils mit unseren Bildern. Eine clevere Idee, die wir allerdings nicht honorieren wollen...

Danach zum Mittagessen in Siem Reap in einem sehr guten Restaurant „Kitchen Angkor Chey“. Wir essen ausgezeichnet in einem erhöht gelegenen Gastraum, gut belüftet. Allerdings dauert das mehrgängige Essen etwas lange, was unsere Guides sehr unruhig werden lässt. Trotzdem gefällt es uns hier gut. Das Restaurant liegt in zweiter Reihe hinter anderen Gebäuden an der Straße und ist nicht direkt zu erkennen.

Weiter geht es mit dem Tempel „Phnom Bakheng“, der auf einem Hügel liegt und das Zentrum einer größeren Stadt (Yashodharapura) gewesen ist. Wir laufen zuerst einen staubigen Weg hinauf und erhaschen im Vorbeigehen einen Blick auf den Tempel „Baksei Chamkrong“ mitten im Dschungel, sehr beeindruckend. In der Ferne dann ein großes Wasserreservoir namens „Westlicher Baray“, also ein See, der eben diese Stadt mit Wasser versorgte. Wir haben hier nicht sehr viel Zeit und können nur kurz die große Plattform erklimmen, einen Rundblick wagen und wieder absteigen. Auch hier sind größere Restaurierungsarbeiten im Gange, auch mit Deutscher Unterstützung.

Auf dem Weg zum riesigen Tempelberg „Baphuon“ fahren wir an dem ebenso riesigen „Bayon“-Tempel vorbei. Unser Reiseleiter bittet uns, nicht zu gucken. Wir kommen später hierher, schauen aber trotzdem und sehen einen riesigen, beeindruckenden Komplex mit den bekannten Gesichtertürmen, deren Gesichter in alle vier Himmelsrichtungen schauen.

Beim Tempelberg „Baphuon“ angekommen beginnen wir gleich mit der Besteigung und laufen die ersten Treppen aus Stein hinauf. Der Tempel wurde erst vor kurzem wieder fast vollständig zur Besichtigung freigegeben. Wie immer werden die Tickets streng kontrolliert, auch mit Prüfung des Fotos. Hier wird zusätzlich auch die Kleidung streng kontrolliert und Besucher z.B. mit kurzen Hosen oder unbedeckten Schultern werden zurückgewiesen. Wir kommen durch und staunen über die tolle Baukunst. Durch Galerien geht es über eine Zwischenebene weiter zu sehr steilen Holztreppen, die uns noch weiter nach oben bringen. Die Treppen sind so steil, dass nicht jeder problemlos laufen kann. Oben angekommen sind nur wenige Touristen unterwegs und man hat einen tollen Blick auf die Umgebung mit den benachbarten Teichen und dem zum Tempel führenden, auf Säulen ruhenden Damm-Weg. Das Gebäude war eine zusammengebrochene Ruine und wurde nun zumindest teilweise in beeindruckender Weise wieder aufgebaut. Auf der Rückseite hat man schon zu früheren Zeiten eine große Mauer wiedererrichtet, hat aber dabei die Blöcke lokal so verschoben, dass die Blöcke als Relief einen riesigen liegenden Buddha formen (aus dessen einem Nasenloch jetzt ein riesiger Grasbüschel wächst). Wir steigen auf dieser Rückseite wieder herunter und umrunden den Tempel mit mächtigen Stützmauern rundum. Die Anlage ist wirklich sehr eindrucksvoll und das Nachmittagslicht setzt ihn hervorragend in Szene.

Jetzt wird die Zeit wirklich etwas knapp und wir beeilen uns, dass wir zum Abschluss zum Tempel „Angkor Wat“ kommen und dort die weltbekannte Promenade entlang laufen können, um zum zentralen Tempelkomplex gelangen. Wie ich haben davon viele unserer Gruppe geträumt und wir sind begeistert hier zu sein. Denn das ist sicherlich eine der Hauptattraktionen, weshalb wir nach Kambodscha wollten! (Obwohl natürlich das eben besichtigte „Baphuon“ auch nicht von schlechten Eltern war!) Es sind natürlich sehr viele Touristen unterwegs, allerdings immer noch relativ wenige Europäer. Wir gelangen durch ein Nebentor weiter hinein, das Haupttor ist gesperrt wegen Bauarbeiten.

Wir haben nun doch ausreichend Zeit, um uns alles in Ruhe anzuschauen, wobei der Reiseleiter auch viele Erläuterungen gibt. Vor allem zu dem langen Wandrelief in der sogenannten Dritten Galerie, welches praktisch umlaufend in einem langen Gang einmal rund um den Tempelkomplex verläuft und auf 2 Meter Höhe und 600 m Länge Geschichten erzählt und Schlachten zeigt.

Wir bleiben bis zum Sonnenuntergang in Angkor Wat. Die letzten Sonnenstrahlen geben ein tolles Licht im Tempel. Der Sonnenuntergang ist wegen aufkommenden Wolken dann leider etwas enttäuschend und das Licht wird kontinuierlich schlechter. Wir sind trotzdem begeistert von der Tempelanlage. Die anfänglich auf der Promenade dicht gedrängten Touristen verteilen sich im Inneren ganz gut und man kann auch in aller Ruhe sehr schöne Fotos machen oder die riesige Anlage auf sich wirken lassen. Die Ausmaße sind wirklich gewaltig.

Danach fahren wir ins Hotel „Claremont“ und checken dort ein. Das Hotel ist sehr gut und die Zimmer sehr schön. Wir können in Ruhe duschen und gehen gegen 20:00 Uhr zum Abendessen.

Das Restaurant ist in der Nähe des Hotels und außer uns gibt es keine Gäste. Hauser spendiert uns zu Silvester Rotwein und Sekt, den Rotwein trinken wir gleich. Das Essen ist mittelmäßig, aber die Stimmung in den leeren Restaurant nicht vorhanden. Wir gehen auch gleich nach dem Essen wieder.

Das Hotel hat eine sehr schöne und geschmackvoll eingerichtete Rooftop-Bar, die Luft ist frisch und angenehm. Wir verbringen den restlichen Abend hier oben und fühlen uns viel wohler. Es gibt den Sekt von Hauser, dazu Bier und sehr gute Cocktails. Mitternacht können wir tatsächlich von hier oben ein schönes Feuerwerk bewundern. Es kann nur für Touristen sein, weil das nationale Neujahrsfest hier erst im April ist.

Wir bleiben noch ein wenig und schwatzen und freuen uns über die gute Stimmung auf dem Dach. Viele telefonieren mit Deutschland, wo es aber erst früher Abend ist, oder schicken ein paar Silvester-SMS. Gegen 1:30 Uhr liege ich im Bett.

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Über den Tonlé-Sap-See nach Siem Reap
Preah Ko, Frontansicht
Preah Ko, Seitenansicht
Wat Bakong
Wat Bakong, auf dem mittleren Podest
Phnom Bakheng, unten
Phnom Bakheng, auf dem mittleren Podest
Baphuon
Baphuon, Blick von oben
Baphuon, auch Mönche wollen das neu eröffnete Bauwerk besichtigen
Nach Angkor Wat!
Angkor Wat, im Abendlicht
Angkor Wat, im Abendlicht
Angkor Wat, im Abendlicht
Angkor Wat, im Abendlicht
Angkor Wat, Sonnenuntergang