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Kambodscha 2012/2013 - Tag 7

Reisetag Kampot - Phnom Penh, Phnom Penh

Frühstück gibt es heute schon 6:30 Uhr, weil wir noch eine Menge vorhaben. Wir haben das Frühstück am Abend vorbestellt und unsere Guides haben dem Chef die Hölle heiß gemacht. Also steht er am Tisch und koordiniert die Kellner und die Küche mit Walkie-Talkie. Es läuft alles wie am Schnürchen, auch wenn das Baguette (übrigens das Einzige, was man in Kambodscha als Brot erhalten kann) immer noch schlecht ist.

7:30 Uhr fahren wir mit dem Bus zurück nach Phnom Penh. Wir kommen zügig durch und die Straßen sind auch halbwegs OK. In der Stadt dann Stau und einige Straßensperren, sodass unser guter Fahrer zeigen muss, was er kann. Er zirkelt um enge Ecken und umfährt stehende und sich bewegende Hindernisse prima. Als Bus ist er in Kambodscha bevorzugtes Verkehrsmittel und hat praktisch immer Vorfahrt. Besonders beeindruckend ist es beim Abbiegen, Einbiegen oder Überqueren von Straßen. Der Bus stoppt nicht, sondern fährt einfach (langsam) drauflos. Alle anderen ordnen sich unter, nehmen Rücksicht, weichen aus. Kein Stau entsteht, niemand hupt. Alles fließt organisch weiter, fast wie in einem Ameisenstaat. In Deutschland wäre so ein Verhalten tödlich. Hier funktioniert es wegen der großen Rücksichtnahme, Gelassenheit und auch Langsamkeit des Verkehrs.

Wir machen halt im Tuol-Sleng-Genozid-Museum, auch bekannt als S-21 (Security Prison 21), einem ehemaligen Gefängnis der Roten Khmer (meist international auch „Khmer Rouge“ genannt). In einem ehemaligen Gymnasium mitten in der Stadt errichteten die Roten Khmer hier ein Foltergefängnis, welches 1979 befreit wurde. Obwohl es niemand wirklich genau weiß, wurden wohl ca. 17.000 Menschen hier gefangen gehalten und anschließend getötet, wobei es nur wenige Überlebende gab. Das Museum ist eindrucksvoll und für das Gesamtverständnis für die heutige Situation in Kambodscha sehr wichtig. Eindrucksvoll ist z.B. auch ein Foto auf einer Schautafel, welches einen Überlebenden des Gefängnisses zeigt, neben einem ehemaligen Wärter, lachend, und gemeinsam an einer Dokumentation über das Gefängnis arbeitend. So etwas gelingt nur Buddhisten. Über die konkreten Hintergründe wird nichts weiter gesagt. In dem Museum denkt man natürlich unwillkürlich an Nazis und vergleichbare Geschehnisse. Nur ist dies hier in der unmittelbaren Neuzeit passiert und 1979 ist noch nicht so lange her. Schon gar nicht das Ende des Guerillakriegs 1997…

Noch immer schwer beeindruckt fahren wir zum Mittagessen in ein sehr gutes Restaurant in der Stadt. Die übrigen Gäste sind wohl eher die High Society. Es gibt sehr gutes Essen und auch tolle Säfte. Ich trinke einen gekühlten Ingwer-Fruchtsaft.
Anschließend in unser bekanntes Cardamom-Hotel, einchecken und gleich wieder los.

Es geht zur Silberpagode, wo ein Saphir-Buddha zu bewundern ist, der allerdings aus Jade besteht. Vorher werfen wir noch einen Blick durch den Zaun in den Garten des verschlossenen Königspalasts und können einen sehr großen, gepflegten Garten und viele große Gebäude sehen. Die Silberpagode beherbergt ansonsten eine ganze Anzahl von Schätzen, die vor allem Gastgeschenke an König Sihanouk waren. Ansonsten ist es natürlich auch ein buddhistischer Tempel. Fotografieren ist im Innern streng verboten. Drumherum ein sehr schöner Garten und Nebengebäude. Heute ist auch viel Andrang und wir sehen viele Touristen, vor allem Japaner, Chinesen, Südkoreaner. Es ist heute sehr warm und schwül, sodass wir froh sind, wenn wir uns in geschlossenen Räumen aufhalten können.

Nach der Silberpagode geht es noch zum Nationalmuseum, in der uns sehr viele Statuen erklärt werden. Ein bisschen langweilig, auch wenn die Exponate sehr eindrucksvoll sind. An den Wänden sind sehr schöne, großformatige Fotos von den Angkor-Tempeln als schwarz/weiß IR-Fotografien. Sehr mystisch und stimmungsvoll. Wir bleiben im Museum bis zur Schließung um 17:00 Uhr. Nebenan ist die Baustelle für die Zeremonie des verstorbenen Königs und es wird gerade mit zwei riesigen Kränen eine vergoldete Spitze auf einen spitzen Turm/Tempel aufgesetzt.

Danach ins Hotel zurück, kurz duschen und dann zum Abendessen in das Restaurant vom ersten Tag „Bopha Phnom Penh“ an der Uferpromenade des Tonlé Sap. Vorher schippern wir aber ein wenig mit einem Ausflugsboot im Dunkeln über den Tonlé Sap-Fluss bis zur Mekong-Mündung und zurück. Wir haben einen tollen Blick auch die Uferpromenade und die Stadt dahinter, vieles davon toll beleuchtet. Eine Mischung aus Alt und Neu, d.h. man sieht beleuchtete Tempel genauso wie Wolkenkratzer. Auch unser Restaurant bietet eine tolle Ansicht vom Wasser aus.

Das Essen ist auch heute wieder hervorragend und zusammen mit dem Mittagessen war das heute ein richtiger Gourmet-Tag!

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Königspalast, Blick durch den Zaun
Die Silberpagode
Ein sehr langes Wandgemälde in einem Nebengebäude der Silberpagode
Die goldene Spitze wird mit modernster Technik montiert
Der Innenhof des Nationalmuseums
Die nächtliche Skyline von Phnom Penh vom Fluss aus gesehen
Das Restaurant Bopha Phnom Penh vom Fluss aus gesehen