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Kambodscha 2012/2013 - Tag 3

Reisetag Phnom Penh - Chi Pat

Es geht früh raus, schon 7:00 Uhr gibt es Frühstück. Das ist vom Feinsten und es gibt sehr gute Dinge aller Art. Frische Omeletts oder Eier, dazu auch Gemüsenudeln und natürlich auch Toast und Marmelade, sogar Müesli. Ich nehme zuerst Letzteres und probiere dann die hervorragenden Reisnudeln mit Gemüse.

Gegen 7:45 Uhr fahren wir Richtung Küste im Südosten. Zuerst noch ein kleiner Stopp an einem Markt und Einkauf verschiedenster Früchte, die wir probieren dürfen. Am besten schmeckt mir die „Jackfruit“, die leicht bananig schmeckt und riecht. Von außen sieht die Frucht ähnlich aus wie die Stinkfrucht bzw. Durian, jedoch ist sie glatter und mit Erhebungen anstatt Stacheln. Außerdem kaufen wir große Eisblöcke für unsere Kühlbox mit Wasser, Cola und Bier.

Die Straße ist sehr gut und auf meine Bemerkung hin teilt mir unser Guide Sin mit, dass dies eine Ausnahme ist und wir noch sehr viele ganz schlechte Straßen erleben werden. Diese Piste hier ist erst 2 Jahre alt. Wir kommen jedenfalls gut voran.

Wir machen Mittagspause in einem Restaurant an der Straße und es gibt sehr gutes Essen: Reis, tolles Gemüse aller Art.

Gleich nebenan ist eine Brücke, die Andoung Teuk Bridge, über den Fluss Preak Piphot. Unter der Brücke wartet unser Boot, dass uns nach Chi Pat bringen soll, einem kleinen Dorf etwa 10 km flussaufwärts, wo wir übernachten werden. Auf dem Vorschiff steht ein riesiger Röhrenfernseher, sicherlich ein Autragstransport für das Dorf. Ganz offensichtlich gibt es dort Strom! Wir haben nur Gepäck für eine Übernachtung im Tagesrucksack dabei, das Hauptgepäck fährt uns anders hinterher.

Wir fahren den Fluss hinauf, anfangs, d.h. in der Nähe der Mündung ins Meer, an mehreren Flussbaggern und angedockten Schüttgutschiffen vorbei. Anscheinend wird der Fluss vertieft, aber heute ist Sonntagspause. Die Arbeiter sind teilweise an Bord und winken. Unser Boot hat einen sehr lauten und stark vibrierenden Motor. Später sehen wir, dass dies oft einfach LKW-Diesel (oder PKW-Motoren) sind, die ohne große Veränderung in die Boote transplantiert werden. Geräuschdämmung, z.B. mittels Gummipuffer oder ähnliches gibt es nicht. So ruckelt alles im Boot im Takt des Diesels.

Gegen 15:30 Uhr sind wir am Ziel und zu unserer Überraschung steht am gegenüberliegenden Ufer unser Bus mit unserem Hauptgepäck. Wir dachten nicht, dass der hierher kommen kann. Wir laden das Gepäck aufs Boot und fahren über den Fluss zum Dorf. Dort alles wieder raus, ins Dorf.

Vom Ufer laufen wir durchs Dorf und sehen uns die einfachen Verhältnisse an. Heute ist ja „Homestay“, sodass wir in solchen Häusern wohnen werden. Wir sind noch skeptisch.

Kurzer Treff in einem Restaurant bzw. Touristenzentrum. Dort steigen wir auf sehr ordentliche und teils recht neue Mountainbikes und radeln ca. 10 km aus dem Dorf hinaus. Wir wollen ein Wiederaufforstungsprojekt besichtigen, welches das Dorf organisiert. Davor müssen wir aber noch zu Fuß einen Fluss durchwaten und besichtigen dann kurz eine Baumschule, in der uns das Projekt in kurzen Worten erklärt wird. Es geht vor allem darum, Fläche, die durch Landwirtschaft dem Wald verloren geht, zumindest teilweise mittels Aufforstung wieder auszugleichen. Zur Aufforstung wird eine natürliche Mischung aus heimischen Pflanzen gewählt. Eigentlich war noch geplant, dass wir baden, aber daraus wird heute nichts. Wir sind zu spät dran.

Das Dorf Chi Pat ist eine Initiative für schonenden Tourismus und schonenden Umgang mit der Natur. D.h. mit dem Geld der Touristen wird aufgeforstet und weitere Projekte vorangetrieben. Gesteuert wird das durch die Dorfbevölkerung und es läuft wohl sehr gut. Abends erklärt uns der Chef, dass seit 2007 ca. 6000 Touristen hier waren und Gesamteinnahmen von 250.000 USD entstanden.

Im Sonnenuntergang fahren wir zurück ins Dorf und beeilen uns etwas, es wird ja hier schnell dunkel. Wir werden auf drei Quartiere aufgeteilt, die alle sehr ordentlich, aber auch sehr einfach sind. Unser Quartier „Sok Si Noeun“ liegt sehr weitab am Ortsende. Zurück zum Abendbrot müssen wir sehr weit laufen und schwören uns, später mit dem Fahrrad zu fahren. Die Zimmer sind einfach, praktisch luftige Bretterverschläge, wie das ganze Haus, das auf Stelzen steht. Bett, Nachtisch, Ventilator, Strom vorhanden. Alles sauber und sehr ordentlich und wir fühlen uns wohl. Und ich habe sogar ein Einzelzimmer! Das Bad ist ein gemauerter und gefliester Zuber mit Wasser und eine Schöpfschüssel. Davor ein gefliester Platz mit Bodenablauf, wo man sich waschen kann. Sogar ein Klo zum Sitzen gibt es! Auch hier ist alles sehr sauber und wir können uns ganz ordentlich zum Essen zurecht machen.

Zum Abendessen gibt es Reis und Gemüse und Rührei, sehr gut. Zurück zur Unterkunft geht es wie geplant mit dem Rad. Im Dorf gibt es eine große Hochzeit mit vielen, toll zurecht gemachten Leuten, lauter Musik. Zum Glück außerhalb Hörweite von unserem Quartier. Andere haben nicht so viel Glück. Wir sind gegen 21:45 Uhr im Bett, wieder sehr müde. Klischeehaft müsste man sagen: Nachts - ohne Beleuchtung mit einem Fahrrad - durch ein Dorf in Kambodscha radeln – geht’s noch? Aber in der Realität ist das völlig harmlos und das Dorf ist sehr wahrscheinlich sicherer als manches Kaff in Deutschland.

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Unser Boot nach Chi Pat
Bagger und Transportschiffe für die Flussvertiefung
Leben auf und am Fluss
Leben auf und am Fluss
Vorraum unserer Zimmer in Chi Pat bei Sok Si Noeun