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Tramuntana 2011 - Tag 2

Andratx - Estellencs

Heute geht es los mit Wandern! Wir frühstücken reichlich am wieder sehr guten Buffet des Hotels und fahren nach Andratx, südlich von Estellencs. Das ist unser Startpunkt. Von dort wandern wir heute zurück bis zum Hotel.

Nach der Ankunft in Estellencs gegen 9:00 Uhr besuchen wir erst den Friedhof und besichtigen die für uns etwas ungewohnten Grabstätten, die wie üblich in spanischen und auch lateinamerikanischen Ländern Schubkästen in einer Grabwand ähneln. In einer Wand sind schätzungsweise 200 Gräber. Sonst sind keine Besucher auf dem Friedhof, nur einige Handwerker, die Wände streichen oder Fächer vorbereiten.

Nach unserem Friedhofsbesuch geht es von etwa 60 Höhenmetern bergauf. Erst auf Asphaltstraße, dann auf Feldwegen, dann völlig weglos durch hohes Gras, was sehr scharfkantige Halme hat. Die Landschaft um uns herum ist aufgelockert mit Büschen und Bäumen zwischen dem Gras. Angelegte Terrassen und Mauern zeigen, dass das einmal bewirtschaftete Flächen waren, die seit längerer Zeit verwildern.

Wir überwinden einen Pass bei etwa 400 Höhenmetern, steigen etwas ab und beginnen dann den Hauptaufstieg zu unserem ersten Gipfel, dem S’Esclop (928 m hoch). Mittagspause ist auf halber Höhe um etwa 11:30 Uhr, wo wir den ersten Teil unseren Proviants verspeisen. Bis hierin haben wir schon ordentlich geschwitzt, aber langsam wird es frischer mit zunehmender Höhe. Gegen 14:00 Uhr und nach einigen Kraxel-Stellen durch steile und enge Felspassagen stehen wir auf dem Gipfel und machen nochmal Pause in einer verfallenen Hausruine nahe des Gipfels, wo einmal französische Landvermesser versuchten, trigonometrisch die Insel zu vermessen und dafür die Nachbarinseln von hohen  Punkten aus anzupeilen. Das erzählt uns Aina recht anschaulich und auch davon, dass die Einwohner von Mallorca von den Landvermessern nicht begeistert waren, weil sie dachten, das seien millitärische Vorbereitungen, insbesondere deren Entzünden von Leuchtfeuern auf den Bergen der Inseln (zum besseren Anpeilen dieser Lichtpunkte). Nur als Bergbauer verkleidet konnte sich der Chef der Landvermesser, ein gewisser François Arago (auf Mallorca: Francesc Aragó), vor seinen Verfolgern retten.

Wir haben gutes Wetter, auch wenn die Sicht nicht optimal ist wegen Dunst. Wir beginnen unseren schwierigen Abstieg. Der erste Teil ist sehr steil und felsig mit viel Geröll. Später wird es flacher und einfacher und wir steigen zügig über breite Wege, die uns durch Aleppo-Kiefernwald führen, hinab bis nach Estellencs (128 Höhenmeter), wo wir gegen 18:00 Uhr ankommen.

Auf dem heutigen Weg begegnen uns immer wieder einmal wilde Ziegen, die auf Mallorca als Wildtiere gelten, ähnlich unserem Rotwild. Nur Schafe sind Haustiere und tragen meist Glocken. Apropos Wildtiere: An einer Stelle im Wald treffen wir auf ein Warnschild, welches vor einem Nasenbär warnt, der nach Mallorca eingeschleppt wurde. Man soll die Behörden benachrichtigen, wenn man ihn sieht. Das Tier hat keine natürlichen Feinde auf Mallorca und richtet wohl ziemlich viel Schaden in der Natur an.

Im Restaurant nebenan trinken wir ein Belohnungsbier und freuen uns schon auf unser wohlverdientes Abendessen. Hevorragend verköstigt beenden wir den Tag an der Hotelbar mit einem kleinen Umtrunk. Ich trinke einen riesigen Martini, denn die Barfrau hält nicht viel davon sich an spezielle Maße zu halten. Jedes Glas wird einfach immer halbvoll gemacht. Gegen 22:30 Uhr falle ich todmüde ins Bett.

Insgesamt waren wir heute etwa 9 h inkl. Pausen unterwegs, haben dabei ca. 18 km Strecke zurückgelegt und ca. 1.100 Höhenmeter aufwärts und ca. 1.000 Höhenmeter abwärts bewältigt.

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Auf dem Weg zum ersten kleinen Pass
Vom Pass hinab ins Tal durch die Büsche
Eine große Spinne am Wegesrand
Blick hinab auf Meer, während des Aufstiegs zum S'Esclop
Der Berg vor uns
Blick hinab, kurz vor dem Gipfel
Herbstzeitlose zwischen Felsen