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Taiwan 2017/2018 - Tag 4

Taipeh, Wandern Xiaozi Mt. Trail, Reisetag Taipeh - Yilan

Wir stehen wieder so früh auf wie gestern und diesmal ist es beim Frühstück erheblich ruhiger. Wir haben ausreichend Zeit und müssen auch unsere Koffer packen. Das Hotel B ist empfehlenswert und wir werden die letzten Nächte hier noch einmal herkommen.

Wir fahren Richtung Nordost zu den sogenannten Pingxi Crags mit dem Xiaozhi-Berg und anderen kleinen Erhebungen. Die Landschaft erinnert etwas an das Elbsandsteingebirge mit den vielen kleinen, aber teils steil zu erklimmendes Bergen eng nebeneinander. Wir wandern viel über Hunderte Treppen auf und ab und teils sehr steil auf kleine Gipfel mit Ausblick. So besteigen wir neben dem Mt. Xiaozi auch den Mt. Tzmu. Alles ist bestens gesichert und gepflegt. Unser Guide erklärt uns, dass es in Taiwan so ist, dass man den Staat verklagen kann, wenn einem etwas auf solchen öffentlichen Wegen etwas passiert. Daher sind die getroffenen Vorkehrungen oft etwas übertrieben und hier insbesondere die Geländer und Sicherungen wirklich extrem massiv und langlebig ausgeführt.

Es ist sehr trübes Wetter, aber gut zum Wandern. Am Wegesrand sehen wir kleine Schreine für den Erdgott Tudigong und die Göttin der Barmherzigkeit, Guanyin. Jeweils daneben sind kleine Schränkchen, in denen viele nützliche Dinge sind, z.B. trockene Räucherstäbchen, Feuerzeuge, Handschuhe oder auch Teetassen (für eine Teespende). Niemand stiehlt das und es gibt auch keinen Vandalismus!

Auf dieser Wanderung haben wir auf ca. 2,5 km etwa 200 Höhenmeter nach oben und ca. 180 Höhenmeter nach unten zurückgelegt. Das müssen wir noch steigern, bis wir es auf den Jadeberg schaffen!

Auf dem Weg in die Berge zuerst viele flache Stufen
Auf dem Weg in die Berge zuerst viele flache Stufen
Blick zum Mt. Xiaozhi hinauf
Blick zum Mt. Xiaozhi hinauf
Auf dem Mt. Xiaozhi
Auf dem Mt. Xiaozhi
Eine kleine Felsnische als Tempel für den Erdgott
Eine kleine Felsnische als Tempel für den Erdgott

Nach unserer Wanderung geht es mit dem Bus in den kleinen Ort Pingxi mit vielen engen Gassen und sehr viele Ess-Stände. Wir haben wieder die Qual der Wahl und ich finde einen Stand, in dem eine Art Gemüsepuffer frisch in Öl gebacken wird. Da kann man nichts falsch machen! Es ist sehr gut und schon fast unglaublich günstig! Trinkgeld wird in Taiwan grundsätzlich nicht genommen, außer die bereits 10% generellen Service-Aufschlag. Vom Ort starten ständig große Himmelslaternen, teilweise mit Wünschen beschriftet. Es gibt dafür viele Händler. Es gibt einen Zweithandel, bei dem Bauern und andere diese Himmelslaternen wieder auflesen oder aus Baumwipfeln fischen und so wieder an den Händler geben.

In Pingxi's Altstadt
In Pingxi's Altstadt
In Pingxi's Altstadt
In Pingxi's Altstadt
In Pingxi's Altstadt, beim Himmelslaternen-Bemalen
In Pingxi's Altstadt, beim Himmelslaternen-Bemalen

Wir fahren wieder ein Stück weiter zu einem Küstenabschnitt und besichtigen dort die Brandung, die vielen Angler, dicht an den hohen Wellen auf großen Felsen. Die Felsen sehen aus wie Tofu, weil eigentümlich rechteckig. Etwas weiter vom Wasser weg liegen auf den trockenen Felsen merkwürdige Papierbündel. Es ist Ghost Money, also Geistergeld und für die Meeresgeister, damit sie die Angler in Ruhe lassen. Man zahlt die Geister mit dem Geld anstatt mit Menschenleben… Das Geistergeld besteht aus grobem Recyclingpapier mit rotem Aufdruck und einem kleinen Stück Aluminiumfolie, soll wohl ein kleines Hologramm sein? An anderen Orten wird das Geistergeld meist in speziellen Öfen verbrannt und nicht einfach nur irgendwo „platziert“.

An der Küste, Ghost Money auf einem Felsen
An der Küste, Ghost Money auf einem Felsen
An der Küste, die Angler in der gefährlichen Brandung, geschützt durch das Ghost Money(?)
An der Küste, die Angler in der gefährlichen Brandung, geschützt durch das Ghost Money(?)
Gefährliche Brandung
Gefährliche Brandung
Das Meer von oben, ganz ruhig
Das Meer von oben, ganz ruhig

Weiter geht es noch ein kleines Stück und wir wandern ein Stück in einem kleinen „Park“ entlang der Küste. Es ist immer noch trüb, recht kühl und windig.

Danach fahren wir weiter zum Hotel „Sunspring“ in Yilan. Es ist ein sehr großes Hotel mit eigener heißer Quelle, wofür diese Gegend berühmt ist. Im Ort sind noch viele andere große Hotels, wohl alles wegen der heißen Quellen. Etwas anderes sehen wir hier nicht, was so einen Andrang rechtfertigt. Mit uns ist eine riesige Gruppe, wohl an die 200 Rad fahrender Kinder und Jugendlicher im Hotel. Wir hören, dass sie aus einer Privatschule aus Festlandchina kommen. Alle einheitlich gekleidet und alles strengst organisiert. Extra „Polizisten“ für das Überqueren der Straße oder anderes!

Gegen 18:00 Uhr gehen wir gemeinsam ins nahe Stadtzentrum. Mit unserem Guide suchen wir erst etwas ratlos ein Restaurant, bis er eines empfiehlt. Es ist sehr traditionell und sehr gut besucht. Es gibt viele Enteninnereien… Die meisten essen stattdessen Nudeln mit Hackfleisch, vorher probieren wir scharfes Kimchi, also fermentierten Kohl, ein klein wenig ähnlich zu Sauerkraut, aber doch ganz anders. Ich finde es sehr gut! Meine Nudeln sind Bohnennudeln, das heißt aus Bohnenmehl und sind sehr feine, glitschige Glasnudeln. Wir bekommen sogar Gabeln gereicht! Das Essen ist wieder sehr günstig!

Danach gehen wir noch in eine kleine Konditorei, wo es viele europäisch aussehende Kuchen und Teilchen gibt. Dazu einen Tee oder Kaffee. Der Kuchen ist erstaunlich gut und wir sind zufrieden. Der Tee im großen Becher hat einen „Bodensatz“ aus Götterspeise-Teilchen, etwas gewöhnungsbedürftig.

Ein Taxi in Taipeh mit einem offenbar sehr verspielten Fahrer
Ein Taxi in Taipeh mit einem offenbar sehr verspielten Fahrer

Nach dem heutigen Tag und doch etwas Jetlag-geplagt bin ich schon 20:30 Uhr im Bett.