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Taiwan 2017/2018 - Tag 2

Taipeh

Gegen 6:30 Uhr Ortszeit, also pünktlich trotz des zu späten Abflugs, wohl wegen starkem Rückenwind, landen wir in Taipei. Ich bin aufgrund meiner vorderen Sitzreihe mit einer der Ersten, die aus der Maschine kommen, warte aber dennoch sehr lange am Immigration-Schalter. Dort warten schon sehr viele Leute aus anderen Flügen, nahezu alles Asiaten und fast keine „Langnasen“. Am Schalter ist die Abgabe der Fingerabdrücke nötig.

Mein Gepäck hole ich vom Band und tausche schnell noch Geld um, was sehr schnell geht. Kurs ist etwa 1:35. Im Nachhinein ist dieser Kurs am Flughafen der Beste der ganzen Reise. Die Schwankungen sind aber relativ gering. Wenig später treffe ich unseren Reiseleiter, der sich als Willi vorstellt und eigentlich Pu Hang Lung heißt. Wir bleiben die Reise über bei Willi. Die restliche Gruppe trudelt ein, wir sind insgesamt 8 Leute, zwei Nachzügler kommen später, sodass wir zuerst nur 6 sind.

Wir starten vom Flughafen gleich zur Stadtbesichtigung, weil unsere Zimmer so früh am Morgen noch nicht bezugsfertig sind. Schade, denn wir sind müde und auch etwas hungrig.

Zuerst besichtigen wir den angeblich ältesten buddhistischen Tempel Taiwans, den Lungshan Temple of Manka (auch Longshan Temple) in dem trotz der frühen Stunde sehr viele Gläubige sind. Es ist Samstag und wir sehen neben einigen Nonnen sehr viele ganz normale Leute, die auf kleinen Stühlchen und an Campingtischen sitzen und im Chor gemeinsam beten. Alle haben kleine Büchlein vor sich mit den entsprechenden Versen. Für uns Sprachunkundige klingt das alles wie sehr schnell gelesen, und recht monoton.

Lungshan Tempel am Morgen, außen
Lungshan Tempel am Morgen, außen
Lungshan Tempel am Morgen, innen
Lungshan Tempel am Morgen, innen

Wir überreden Willi zu einem eigentlich ungeplanten Frühstück und er führt uns in ein kleines Restaurant. Wir wählen Kaffee und einige Sandwiches und sind danach doch etwas besser beieinander trotz Jet-Lag.

Wir fahren als nächstes zum Präsidentenpalast, machen aber dort nur eine Stippvisite von außen, da man da nicht rein darf. Das Ganze war ein Zeitvertreib, denn nun ist es etwa Mittag und fast alle Zimmer in unserem Hotel „Hotel B“ sind fertig. Wir checken dort ein und haben eine Pause bis 15:00 Uhr. Ich schlafe gleich erschöpft ein. Mir entgeht dabei aber nicht, dass es hier sehr schnelles und kostenfreies Internet als WLAN gibt. Einloggen sehr einfach ohne Passwort. Dies ist ein Standard in ganz Taiwan! Jedes kleine oder große Restaurant, Hotel, Flughafen, andere größere Gebäude bieten kostenfreien Internetzugang, der stets auch ausreichend schnell ist! Davon können wir in Deutschland nur träumen!

Präsidentenpalast, wir können nicht rein.
Präsidentenpalast, wir können nicht rein.
Statue des Konfuzius, irgendwo in Taipeh
Statue des Konfuzius, irgendwo in Taipeh

Etwas erholt starten wir in den Nachmittag und besuchen zuerst die Chang-Kai-Schek-Gedächtnishalle, wo uns jede Menge Personenkult erwartet, der im Kommunismus auch nicht größer ist… In der zentralen Halle mit einer riesigen sitzenden Skulptur des Namensgebers ist gerade Wachwechsel und entsprechender Andrang. Ein langwieriges Ritual.

Chang-Kai-Schek-Gedächtnishalle, rechts mit Einrüstung
Chang-Kai-Schek-Gedächtnishalle, rechts mit Einrüstung
Chang-Kai-Schek-Gedächtnishalle, innen während des Wachwechsels in der Haupthalle
Chang-Kai-Schek-Gedächtnishalle, innen während des Wachwechsels in der Haupthalle
Chang-Kai-Schek-Gedächtnishalle, Blick von der Treppe nach unten
Chang-Kai-Schek-Gedächtnishalle, Blick von der Treppe nach unten

Danach fahren wir durch die Rush-Hour von Taipei zum lange Zeit höchsten Gebäude der Welt, den Wolkenkratzer Taipei 101 mit über 500 Meter Höhe. Es herrscht hier ein enormer Andrang und nur, weil unsere Eintrittskarten vorbestellt sind, müssen wir nur etwa 15 Minuten am Fahrstuhl warten. Der Fahrstuhl meistert die ca. 390 Meter bis zur Aussichtsetage in nur 37 Sekunden und beschleunigt dabei auf bis 1000 Meter/Minute. Schon in der Mitte der Fahrt beginnt das Bremsmanöver. Wir schlendern rundum, es herrscht mittlerweile Dämmerung und wir sehen die Großstadt tief unter uns matt erleuchtet. Auf der Aussichtsplattform sind neben uns noch viele andere Leute und auch viele kleine Geschäfte. Man kann eine Etage weiter nach unten laufen zu dem Ausgleichsgewicht zum Ausgleich von Schwankungen, einem High-Tech-Konstrukt aus einer riesigen, in Stahlseil-Bündeln hängenden und mit Hydraulikzylindern verbundenen Stahlkugel, aufgebaut aus übereinander geschichteten einzelnen Scheiben, die im Falle von Schwankungen entsprechend gegenläufig blitzschnell ausgesteuert wird. Wenn man bedenkt, dass man hier ein hohes Risiko von Erdbeben hat, ist dieses Gebäude technisch hochgradig anspruchsvoll! Wir laufen noch einige Etagen nach oben zu einer Freiterrasse auf über 400 Meter Höhe, allerdings mit geringerer Aussicht aufgrund sehr hoher Gitter rundum.

Taipeh 101, so hoch sieht er gar nicht aus...
Taipeh 101, so hoch sieht er gar nicht aus...
Taipeh 101, Blick von oben durch die Fenster bei einsetzender Dämmerung
Taipeh 101, Blick von oben durch die Fenster bei einsetzender Dämmerung
Taipeh 101, das riesige Ausgleichsgewicht
Taipeh 101, das riesige Ausgleichsgewicht
Taipeh 101, es ist schon dunkel
Taipeh 101, es ist schon dunkel

Zum Hotel fahren wir gegen 18:45 Uhr zurück und suchen im Umkreis des Hotels ein Restaurant. Wir finden einen kleinen Familienbetrieb namens "Jinan Fresh Dumplings" in der No. 20, Section 1, Fuxing South Road, 10491 Taiwan, gleich um die Ecke vom Hotel, in zentraler Lage und haben Probleme, weil wir nicht wissen, was wir bestellen sollen. Die Speisekarte zum Ankreuzen, sogar auch Englisch, aber fast alle Speisen sagen uns wenig. Wir wählen nach Gutdünken und bekommen ungewöhnliches, aber gutes Essen. Alles ist sehr mild gewürzt, was uns in den nächsten Tagen weiter so begleiten wird. Ich esse sogenannte Dumplings, das sind Teigtaschen mit Füllung im Sinne von Dampfnudeln, wie wir sie in Deutschland kennen, aber sehr viel kleiner und liebevoller gemacht. Das Bier von Taiwan Beer kann man auch sehr gut trinken.

Danach gehen wir noch in einen Supermarkt, den RT Mart, den uns Willi empfahl. Wir haben Mühe, ihn zu finden, denn er versteckt sich unterirdisch und man betritt ihn durch einen Eingang neben einer U-Bahn-Station. Es offenbart sich dann aber ein riesiger Supermarkt, in dem man wirklich alles kaufen kann. Wir kaufen vor allem Kekse, Getränke und anderes als Picknicks für kommende Wanderungen.

Gegen 21:30 Uhr sinke ich vollkommen KO ins Bett.