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Sri Lanka 2011/2012 - Tag 11

Wanderung Horton Plains, Bandarawela

6:00 Uhr aufstehen, 6:30 Uhr Frühstück, 7:15 Uhr Abfahrt. Das Frühstück ist wie das Abendessen sehr gut. Es gibt (typisch englisch) Baked Beans, hier aber natürlich sri-lankisch scharf. Sehr lecker.

Wir fahren in drei Minibussen in Richtung Horton Plains, einem Hochplateau. Die Fahrt ist wieder einmal extrem ruckelig. Der Fahrer hat auch einen wilden Fahrstil, an den wir uns auch erstmal gewöhnen müssen, nach der üblichen sanften Fahrweise unseres Stammfahrers.

Ca. 9:30 Uhr kommen wir am Eingang des Nationalparks auf ca. 2.100 m Höhe an. Wir haben wieder perfektes Wetter, wolkenloser Himmel und dank der Höhe nicht zu heiß. Am Eingang werden wir aufgefordert, kein Plastik in den Park hineinzutragen. Wir sollen die Etiketten von den PET-Flaschen reißen, die wir mitnehmen. Komisch. Im Park gibt es sehr breite, planierte Wege mit Randstein. Sieht nicht sehr naturfreundlich aus. Aber es gibt auch „normale“ Wanderwege. Das heutige Wetter scheint in dieser Gegend sehr ungewöhnlich zu sein, was uns auch Nalaka bestätigt. Normalerweise ist es hier neblig, wolkig, regnerisch. Wir sehen es auch den Pflanzen an, die allesamt auf viel Wasser eingestellt sind. So gibt es sehr viele Farnpflanzen, auch Baumfarne. Viele Rhododendren, viel Gras.

Wir wandern eine Rundtour, die uns zuerst zum „Mini World's End“ bringt. Es ist eine steile Abbruchkante, an der es ca. 240 m nach unten geht. Man hat eine kleine Plattform betoniert, von der man sicher nach unten schauen kann. Weiter geht es zum „World's End“, wo der Abbruch schon erheblich tiefer ist. Hier geht es ca. 870 m(!) nach unten, was einen schon schwindelig werden lässt. Einen solchen tiefen Abbruch gibt es sicherlich nicht oft auf der Welt. Ganz unten im Tal sind die Häuser nicht mal mehr Spielzeuge. Wir haben sehr gute Sicht, was, wie erwähnt, ungewöhnlich ist. Nur ganz selten kann man hier nach ganz unten schauen, weil üblicherweise Wolken von unten hochdrücken. Wir haben also großes Glück!

Wir wandern weiter zum „Baker's Falls“, einem sehr schönen Wasserfall. Dazu müssen wir einige sehr hohe Stufen überwinden, werden aber von einem schönen Wasserfall inkl. Regenbogen belohnt. Es kommt eine weitere Reisegruppe aus den Niederlanden an und auf dem kleinen Beobachtungsplateau wird es schnell eng. Wir gehen wieder.

Wir wandern weiter auf dem sehr schönen Rundweg und sehen eine flach hügelige Graslandschaft mit Waldflecken, Seen, Bächen. Alles sehr beschaulich und auch ein bisschen europäisch, würden sich nicht in den Wäldern ab und an Purple Faced Leaf Monkeys (endemisch auf Sri Lanka) von Ast zu Ast schwingen. In einem Ginsterbusch entdecken wir eine sehr schöne bunte Eidechse. Der Ginster wurde hier eingeschleppt und verbreitet sich aggressiv. Er sieht zwar sehr schön aus mit den gelben Blüten, für die restliche Natur ist es aber eine kleine Katastrophe.

Wir gehen zum Eingang zurück und verspeisen dort unsere Lunchpakete, die wir heute morgen im Hotel erhielten. Zwei Sambarhirsche stehen auf der Wiese und bedrängen uns. Sie wollen Reste aus den Lunchpaketen. Sie werden verjagt, aber wir sehen daran, dass der Tourismus hier schon recht weit fortgeschritten ist. Aber vielleicht liegt es nur an dem mangelnden Regen?

Mit den Bussen fahren wir nur ca. 10 min. weit an den Fuß des Berges Totapola, den wir noch besteigen wollen. Es sind nur einige wenige Höhenmeter und der gesamte Aufstieg gelingt uns auch wegen unwegsamem Buschland nicht. So machen wir einen kleinen Spaziergang, machen Fotos von der herrlichen Landschaft (unter anderem sehen wir eindrucksvoll den Adam's Peak am Horizont als einsame hohe Spitze) und freuen uns an der Natur und dem schönen Wetter. Zwischen den Blüten der Busche brummt laut eine riesige Hummel, etwas walnussgroß und glänzend schwarz. Es ist eine Carpenter Bee oder Holzbiene (Xylocopa fenestrata). Sehr beeindruckend und wir möchten keinem Schwarm davon begegnen.

Wir fahren nochmal 1 Stunde ruckelig mit den Minibussen und treffen dann auf unseren großen Bus, mit dem wir nochmal etwa 90 Minuten fahren. Es gibt wieder sehr viele Straßenbaustellen und sogar einen Stau. An den Straßen wird allgemein sehr viel gebaut und die meisten davon sind in einem erstaunlich guten Zustand. Wie in den Vortagen sehen wir an Telegrafenmasten und anderswo viele Plakate, die für Nachhilfestunden werben. Die Plakate sind professionell aufgemacht und in großer Zahl gedruckt. Ganz offensichtlich sind diese Nachhilfestunden ein großes Thema, wie überhaupt das gute Bildungswesen in Sri Lanka ein wichtiges Thema ist. Das ganze Land ist sehr stolz darauf und Nalaka erzählt uns oft davon. Wir sehen auch öfters Schüler in Schuluniformen unterschiedlichster Art.

Gegen 16:30 Uhr treffen wir im Hotel „Orient“ in Bandarawela ein. Das Hotel steht etwas erhöht am Stadtrand und macht von außen einen mittelmäßigen Eindruck, der sich innen fortsetzt. Wir bekommen in der schönen Lobby Kaffee und ein Stück Kuchen zum Willkommen und beziehen unsere Zimmer. Das Hotel ist sehr unübersichtlich und man kann sich durchaus auf der Suche nach dem Zimmer verlaufen. Mein Zimmer geht zur Straße raus und ist recht laut, hat aber einen schönen Sonnenuntergangsblick. Im Zimmer und auch draußen vor dem Fenster sind Pflanzen in Kästen und Töpfen, alles staubtrocken. Ich gieße erstmal eine Runde, aber es ist, insbesondere in den Balkonkästen, zu spät.

18:30 Uhr treffen sich einige in der Hotelbar auf ein Bier, wir schwatzen bis zum Abendessen 19:30 Uhr. Das Essen ist wieder einmal sehr gut, ich esse wie immer sri-lankisch scharf, die Auswahl ist groß. Danach gehen wir nochmal an die Bar. Ich trinke einen Martini Bianco, was ein Fehler ist. Er wird warm und in einem Schnapsglas serviert. Der Preis ist astronomisch. Wäre ich mal beim guten Bier geblieben. Wir haben beim Abendessen wieder Live-Musik, wieder ziemlich nervig. Die Gruppe Niederländer vom Wasserfall ist auch im Hotel und feiert einen Geburtstag, alberne Hüte und Tröten inklusive. Gegen 22:00 Uhr bin ich im Bett.

Insgesamt waren wir heute auf dem Rundweg der Horton Plains etwa 3,5 h inkl. Pausen unterwegs, haben dabei ca. 9 km Strecke zurückgelegt und ca. 200 Höhenmeter aufwärts und ca. 200 Höhenmeter abwärts bewältigt. Die Teilbesteigung des Totapola dauerte nur 50 Minuten, war 2 km lang und wir haben ca. 100 Höhenmeter aufwärts und ca. 100 Höhenmeter abwärts bewältigt.

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Panoramablick in den Horton Plains
Panoramablick von World's End
Kurz oberhalb Baker's Falls
Baker's Falls mit Regenbogen
Typische Landschaft in den Horton Plains
Eine Eidechse im Ginsterbusch
Unterhalb des Gipfels des Totapola
Rundblick über die Berge, ganz hinten Adam's Peak
Eine Holzbiene, Carpenter Bee
Plakate für Schul-Nachhilfe am Straßenrand