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Sri Lanka 2011/2012 - Tag 10

Reisetag Maskeli Oya - Nuwara Eliya

8:00 Uhr aufstehen, 8:30 Uhr Frühstück, 9:30 Uhr losfahren. Für uns ist das etwas ganz Neues, so spät aufzustehen! Aber nach dem gestrigen Tag ist das gut so. Es gibt zum Frühstück traditionelle sri-lankische Sachen, wie z.B. in Fett ausgebackene Teiggitter und Kiribath, das sind Milchreisküchlein, nicht süß, die mit scharfer Chili-Soße gegessen werden. Uns schmeckt es wieder sehr gut. Wir verteilen unser Abschlusstrinkgeld und bezahlen unsere Getränkerechnungen.

Als wir zu unserem Bus kommen, erwartet uns eine kleine Überraschung. Unsere Fahrer hatten mit Watte und Klebstoff Buchstaben auf die Seitenscheiben geklebt. Auf der Eingangstür steht "Happy New Year 2012", auf dem Platz unseres heutigen Geburtstagskindes ein persönlicher Glückwunsch. Das war sicherlich viel Arbeit! Wir sehen auf der Fahrt auch an vielen anderen Autos, Tuk-Tuks und Bussen Neujahrsgrüße. Einfach eine nette Sache, in Deutschland mal wieder, jedenfalls in dieser Form, undenkbar.

Wir fahren ca. 2 Stunden und stoppen dann am sogenannten „Tea Castle St. Clair“ der Firma Mlesna, die landesweit Tee verkauft. Wir kosten einige Teesorten, die uns gut schmecken. Wir bemerken aber auch deutliche Unterschiede. Alles ist sehr gepflegt und sieht teuer aus. Sicherlich ist das eines der besten Teelokale des Landes. Es gibt auch hier noch das traditionelle Neujahrsfrühstück, was wir sofort wiedererkennen. Wir dürfen uns noch einmal bedienen und lassen die Gelegenheit nicht ungenutzt! Die Gelegenheit nutzend besuchen wir den Tee-Shop und kaufen Mitbringsel, die es hier sehr zahlreich gibt. Die Preise sind OK, wenn in den Schachteln wirklich auch der Tee ist, den wir tranken. Gekostet habe ich z.B. eine Sorte „Craigie Lea“, die relativ stark ist. Ebenfalls probierte ich einen „Fine Orange Ceylon“, sehr aromatisch und weich. In der Nähe des Lokals ist noch ein bekannter Wasserfall. Wir laufen ein paar Meter und schießen einige Fotos. Die Namen der Teesorten, eben z.B. "Craigie Lea" kommen von den Plantagen-Namen, die sehr oft schottischen Ursprung haben. So haben die Plantagen oft Namen schottischer Städte oder Landschaften, weil der Urvater des srilankischen Teeanbaus, James Taylor, Schotte war.

Wir fahren weiter bis Nuwara Eliya, wo wir etwa 14:00 Uhr eintreffen. Dieser recht hoch gelegene Ort ist „very british“, weil hier die Briten sehr gern Urlaub machen. Das Klima ist kühl und das Wetter schlecht. Viele Hotels gibt es hier, meist gehobenes Niveau. Wir machen einen Rundgang durch einen lokalen Markt und lassen uns ein paar Dinge von Nalaka erklären. Dann haben wir noch Freizeit und streifen allein durch das kleine Stadtzentrum. Es gibt einen Textilmarkt voller Plagiate und noch einige einzelne Geschäfte und Restaurants.

Wir fahren noch ein Stück weiter zu einer Teefabrik für eine Betriebsführung. Leider ist heute Sonntag und die Fabrik nicht in Betrieb. Wir bekommen grüne Schürzen umgebunden und eine Mitarbeiterin führt uns durch die Fabrik und erläutert den Teeprozess auf Englisch. Alles sehr interessant, so etwas hatte ich noch nicht gesehen. Eine wichtige Sache ist wohl bei Ceylon-Tee oder bzw. bei dieser Fabrik, dass die entscheidende Fermentation hier nur in sehr geringem Maße angewendet wird. Der hier hergestellte Tee wird an die großen Tee-Firmen dieser Welt weiterverkauft, d.h. an Lipton oder Teekanne.

Im Hotel „Galway Forest Lodge“ sind wir etwa 16:30 Uhr. Das Hotel ist sehr unübersichtlich und man kann sich durchaus auf der Suche nach dem Zimmer verlaufen, was nicht nur mir bei der ersten Zimmersuche passiert. Das Hotel ist schön gelegen, am Stadtrand. Um uns herum vor allem Gemüsegärten. Ich laufe noch ein Stück in einem Tal entlang und sehe überall sehr ordentlich angelegte, erhöhte Möhrenbeete. Dazwischen Gartenlauben oder kleine Wohnhäuser. Alles sehr beschaulich und friedlich. Ich finde es traumhaft. Man sollte sich natürlich keine Illusionen machen: Einfach ist das Leben hier nicht. Wenige Meter weiter sehe ich dann einen herrlichen Sonnenuntergang. Es sind nur ganz wenige Leute unterwegs. Ich treffe etwas später einen älteren Mann, der sehr festlich angezogen ist mit Anzug und seinen vermutlich besten Turnschuhen. Auf seinem Fahrrad hat er auf dem Gepäckträger einen großen Strauß weißer Seerosenblüten, vermutlich zum Opfern. Wir kommen ins Gespräch und er fragt mich, woher ich komme. Ja, seine Tochter ist auch in Deutschland, die anderen Kinder in Kanada und Südkorea. Er allein in Sri Lanka. Wir wünschen uns alles Gute fürs Neue Jahr und er schiebt sein Fahrrad von dannen.

Zurück im Hotel trinke ich ein Bier an der Hotelbar, einmal kein Lions, sondern eine andere lokale Sorte „Three Coins“, leider nur halb so gut wie unser geliebtes Lion Lager. Danach duschen und um 19:30 Uhr zum Abendessen. Das Essen ist hervorragend und überhaupt macht das Hotel einen sehr guten Eindruck. Auch die Zimmer sind sehr schön. Ich esse die unvermeidlichen scharfen Auberginen und Kartoffeln. Zum Essen gibt es Live-Musik von einigen Musikern, die relativ lustlos bekannte Songs covern. Die Logik hinter der Auswahl bleibt ein Rätsel. Die Band verfolgt uns später auch noch in die Hotelbar und nervt ein bisschen. Um 22:00 Uhr gehen wir. Wir haben noch nicht ganz die Bar verlassen, da hört die Band auf. Sie spielte nur für uns undankbares Volk. Schnüff.

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Neujahrsgruß auf der Bus-Fensterscheibe
Aus der Ferne grüßt der Adam's Peak!
Das traditionelle Neujahrsfrühstück
Tee so weit das Auge reicht
Szene am Busbahnhof - Anschieben
Tee so weit das Auge reicht
Junge Cricket-Spieler zwischen Teeplantagen
Tee so weit das Auge reicht
Auf dem Markt von Nuwara Eliya
Auf dem Markt von Nuwara Eliya