Position: Home > Photo > Sri Lanka 2011/2012 > Tag 7

Sri Lanka 2011/2012 - Tag 7

Wanderung in den Knuckles

7:30 Uhr aufstehen, ganz kurz kalt duschen und 7:45 Uhr zum Frühstück. Es gibt sogenannte Rotis, das sind kleine runde Weizenmehlfladen, frisch gemacht und noch warm, mit Kokosflocken darin, nur ganz wenig süß. Köstlich mit Butter und Marmelade. Aber es gibt auch Toast und Spiegelei. Wir tafeln wieder wie die Fürsten und brechen gestärkt 8:30 Uhr zum Wandern auf. Vorher gibt es noch Lunchpakete.

Wir laufen heute eine Rundtour durch die Knuckles. Erst geht es wieder abwärts auf einer kleinen Straße, wieder durch allerkleinste Dörfer mit nur wenigen Häusern, vorbei an Reisterrassen und Gemüsefeldern. Wir picknicken an einem rauschenden Bergbach mit einer kleinen Brücke darüber. Nalaka hilft einer alten Dame beim Überqueren, denn die Brücke ist kompliziert. Sie besteht nur aus einem Baumstamm und einem parallel dazu gelegten Doppel-T-Träger. Das „Geländer“ besteht aus zwei Metalldrähten. Wir balancieren da auch alle langsam rüber, mehr oder weniger sicher. Kurz vorher bemerkt eine Mitglied unserer Reisegruppe einen Blutegel am Oberschenkel. Das kleine Tier hatte sich bereits von ganz unten bis nach oben gearbeitet und wollte gerade anfangen zu saugen. Es wurde fachmännisch entfernt und wir staunten, dass man diese Wanderung des Blutegels nicht bemerkt. Aber das ist normal, denn der Blutegel kriecht nicht, sondern bewegt sich quasi mittels Überschlägen jeweils von Kopf- zur Schwanzspitze so vorsichtig, dass man nichts spürt. Blutegel sind in Wald- und Wiesengebieten in Sri Lanka sehr stark verbreitet. Man sollte immer knöchelhohe Schuhe tragen und sich regelmäßig kontrollieren. Lange Hosen sind kein Schutz, denn die Blutegel springen darunter ins Hosenbein hinein.

Dann geht es langsam wieder aufwärts durch Wald und Felder. Wir sehen sehr viele Schmetterlinge, teilweise sehr groß und bunt. Einige fliegen schnell, einige betont langsam. Wir lernen: die Schnellen sind harmlos und werden von Vögeln gefressen. Die Langsamen sind für die meisten Vögel giftig, müssen sich also nicht so beeilen.

Zum Mittag steigen wir an einen Bergbach hinab, der dort ein Felsbassin füllt. Dort essen wir die Lunchpakete und einige trauen sich das Bad in dem sehr kalten Wasser zu. Ich beobachte lieber ein paar Libellen und ruhe aus. Das Wetter ist sehr gut, wolkig. In der Sonne ist es sehr heiß, jedoch im Schatten erträglich. Wir befinden uns in Höhenlagen von etwa 1.200 m, sodass die tropische Schwüle hier nicht so stark ist wie an der Küste.

Wir sind schon gegen 14:30 Uhr zurück im Quartier, Zeit für Tee und anschließend Bier und einen Schwatz auf der wunderschönen Terrasse. Heute war es den ganzen Tag sehr sonnig, nachdem es in den ersten Tagen unserer Reise stets einige angenehme Wolken gab.

19:00 Uhr gibt es wieder ein köstliches Abendessen mit Nudeln, Zwiebelsalat, scharfen gebratenen Auberginen (extrem gut) und Obst. Ich enthalte mich beim anschließenden Gesellschaftsspiel „Die Werwölfe von Düsterwald“ bei Kerzenlicht und schwatze lieber weiter auf der Terrasse. Gegen 22:00 Uhr gehe ich müde ins Bett.

Insgesamt waren wir heute etwa 6,5 h inkl. Pausen unterwegs, haben dabei ca. 15 km Strecke zurückgelegt und ca. 550 Höhenmeter aufwärts und ca. 550 Höhenmeter abwärts bewältigt.

Zum vorigen Tag Zurück zur Übersicht Zum nächsten Tag
Diese schwierige Brücke überquert man lieber mit Begleitung
Ein kleiner Frosch beobachtet das
Ein Reisbauer auf seinen Terrassen
Ein kleiner Kiosk für die Reisbauern
Libellen über einem Bergbach
Eine Libelle ganz nah
Ein anderer Bergbach stürzt neben uns zu Tale