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Sri Lanka 2011/2012 - Tag 6

Reisetag Kandy - Knuckles, Wanderung in den Knuckles

6:15 Uhr aufstehen, 6:45 Uhr Frühstück. Es ist das erste Frühstück, was wirklich nicht besonders gut ist. Wir sind einfach sehr verwöhnt! Altes Brot, die Marmelade furchtbar. Ansonsten noch fettige Würstchen. Erst später kommt Toast und Spiegelei. Die Kombination ist dafür prima und wir steigen gesättigt ca. 7:30 Uhr in den Bus.

Wir fahren Richtung Knuckles, einer bergigen Gegend mit charakteristischen Bergketten, die im Profil wie die Fingerknöchel einer Faust aussehen. Erst fahren wir 1,5 Stunden mit unserem normalen Bus, dann steigen wir in zwei kleinere Busse um, die geländegängiger und robuster sind. Auf extrem schlechten und engen Straßen geht es dann nochmal 1,5 Stunden weiter. Zwischendurch ein Toilettenstopp an einer Nationalpark-Station.

Am Ende eines Dorfes ist dann Schluss und wir treffen einen zusätzlichen lokalen Wanderguide, der landestypisch mit Flip-Flops ausgerüstet ist und einem winzigen Rucksäckchen. Wir bekommen unsere Lunchpakete für heute in luxuriösen Plastikboxen und wandern los.

Die Sonne scheint kräftig, aber es gibt auch ein paar Wolken. Wir laufen eine Halbrund-Tour zu unserem nächsten Quartier. Erst geht es abwärts, hinunter in ein Tal mit vielen Reisterrassen, wo die Bauern eifrig arbeiten, einige auch mit Wasserbüffeln, viele aber allein. Hier ist alles Handarbeit. Wir laufen durch winzige Dörfer oder an einzelnen Häusern vorbei. An vielen Bäumen sehen wir Pfeffer-Ranken wachsen und lernen, dass jeder Pfeffer, also der grüne, rote, weiße und schwarze Pfeffer immer dieselbe Frucht in verschiedenen Zuständen ist. Grün ist unreif, schwarz ist unreif und getrocknet, rot ist reif und weiß ist reif und geschält. Vereinzelt sehen wir noch verwilderte Kaffeesträucher. Bevor der Tee durch die Schotten nach Sri Lanka gebracht wurde, wuchs hier jede Menge Kaffee. Die Bauern bauen auch noch kleine Mengen Gemüse für den Eigenbedarf an. Bei einer Familie werden wir sehr nett mit Tee bewirtet. Wir bemerken, dass hier selten Touristen vorbeikommen und vor allem unsere helle Haut erregt hier große Aufmerksamkeit. Die Leute sind sehr nett, teils sehr schüchtern, aber auch sehr gastfreundlich.

Wir bedanken uns nett und laufen weiter, wieder aus dem Tal heraus, aufwärts in Richtung Teeplantagen, die weitere oben an Hängen wachsen. Um uns herum wunderschöne Landschaft, die Reisterrassen und auch die Teeplantagen sind ein sehr harmonisches und liebliches Bild. Auf unserem Weg begegnet uns einmal eine relativ große, aber ungefährliche Schlange, eine „Black Rat Snake“, die sich zwischen unseren Beinen blitzschnell über den Weg schlängelt. Alles springt erschreckt auf und manche sehen eine ca. 2-3 cm dicke, mattschwarze Schlange, ähnlich einem dicken Stromkabel.

Mittags vertilgen wir unser Lunchpaket in der Nähe eines Wasserfalls und sind erstaunt: die eingepackten Sandwiches sind sri-lankisch belegt, d.h. mit sehr scharfem Gemüsebelag, eine Art Krautsalat, sehr würzig und schmackhaft und wir schwitzen beim Essen mehr als beim Laufen. Dazu Obst und ein hartgekochtes Ei.

Eigentlich plant unser Reiseleiter, dass wir die letzten 30 Minuten des Weges fahren, weil dort nur Asphaltstraße ist. Er hat die Busse entsprechend bestellt. Wir beschließen aber, den ganzen Weg zu laufen und die Busse fahren ohne uns. Eine gute Entscheidung, denn nach den vielen Tempel-Besichtigungen der letzten Tage ohne wirkliche Bewegung tut uns allen das Laufen gut. Das Wetter ist perfekt und die Landschaft um uns herum herrlich.

Gegen 16:30 Uhr kommen wir im Quartier an, in herrlicher Lage befindet sich „Corberts Rest“, eine Art Berghütte, dazu wenige Zelte auf einer Wiese und weiter oben einige massive Hütten. Nach einem Entspannungs-Bier verteilen wir uns auf Zelte und Hütten, die Hütten für 3 Personen haben jeweils ein eigenes Badezimmer, wenn auch nur mit kaltem Wasser. Alles insgesamt sehr schön gemacht, herrlich gelegen mit tollem Blick auf die Berge ringsum.

19:30 Uhr gibt es Abendessen, auch hier Buffet, wo wunderbare Sachen auf uns warten. Reis, scharfe, warme rote Beete, grüne Bohnen (mild), grüne Peperoni. Zum Nachtisch Obst. Wir sind begeistert von dem Essen in dem Wissen, dass hier die Beschaffung der Nahrungsmittel mit viel Aufwand verbunden ist. Nach dem Essen wälzen wir noch Fachbücher über Pflanzen und Tiere und Nalaka zeigt uns rückschauend, was wir heute alles am Wegesrand sahen. Wieder lernen wir jede Menge dazu.

Wir versuchen, unsere Akkus der Kameras wieder aufzuladen. Im vorigen Hotel, dem Chaaya Village, passten die Stromadapter noch prima. Dort gab es Steckdosen mit drei Kontakten, jeweils rechteckig schmale Öffnungen (Wikipedia: Typ G). Nun haben wir jedoch Steckdosen mit drei runden Kontakten (Wikipedia: Typ D,M) und wir werden auf der weiteren Reise nur noch diese Art finden. Unsere Adapter sind also weitgehend nutzlos. Dennoch hilft ein Trick: In die beiden stromführenden Löcher passen herkömmliche dünnere Stecker von Ladegeräten etc. Das dritte Loch beherbergt eine mechanische Verriegelung, die eigentlich durch den dritten Kontakt des Steckers entriegelt wird. Ein isolierter(!) Schraubenzieher o.ä. tut es aber auch und so können wir unsere Akkus laden ohne passenden Adapter. Stecker rein und gleichzeitig die Sperre mit dem Schraubenzieher entriegeln, fertig.

Insgesamt waren wir heute etwa 6 h inkl. Pausen unterwegs, haben dabei ca. 17 km Strecke zurückgelegt und ca. 600 Höhenmeter aufwärts und ca. 700 Höhenmeter abwärts bewältigt.

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Umsteigen vom großen in zwei kleine Busse
Blick ins Tal, wo wir heute hindurch wandern
Überall Reisfelder
Schwer arbeitender Reisbauer
Weiter oben führt der Weg durch Teeplantagen
Die Knuckles am Spätnachmittag