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Sri Lanka 2011/2012 - Tag 2

Reisetag Colombo - Habarana

Das zweite Essen vor der Landung ist kein Frühstück, sondern ein zweites Mittagessen. Trotzdem gut. In der Nacht sah ich im Onboard-Programm die original Version von „Der rosarote Panther“. Immer noch ein super Film.

Bei der Landung ist wieder die Frontkamera des Flugzeugs aktiv, wie schon beim Start. Wir haben etwas aufgeholt und landen nach ca. 9,5 Stunden Flugzeit mit ca. 20 min. Verspätung in Colombo.

Ich gehe zur Passkontrolle, fast alle haben dort diverse Formularzettelchen aus dem Flugzeug dabei und werden bei Nichtvorhandensein wieder weggeschickt. Ich habe keinen und meine Kontrolleurin stört das auch nicht. Ich komme ohne Zettel durch. Danach zum Gepäckband und dort endloses Warten auf das Gepäck in stickiger Luft. Sri Lanka erfordert Geduld, Zeit ist hier nicht so wichtig. Schließlich bekomme ich mein Gepäck und mache mich auf zum Ausgang. Dort stehen geschätzte Hundert Abholer, jeder einen Zettel mit Namen in der Hand und eifrig winkend. Entlang der wogenden Zettelwand bewege ich mich langsam und scanne nach einem Hauser-Zettel. Schließlich ganz am Ende der Reihe ein netter junger Mann mit gut lesbarem Hauser-Schild. Er schickt mich gleich zum Geldtauschen und einem anderen Treffpunkt an einem ruhigeren Fleck. Ich tausche 150 Euro in Rupien, es geht sehr schnell, vorgezählt wird nicht. Der Kurs ist OK. Rückblickend muss man sagen, dass die Umtauschmöglichkeiten am Flughafen die besten landesweit sind, mal abgesehen von der Abhebemöglichkeit mit Kreditkarte an Automaten. EC-Karten funktionieren nicht bei allen Banken, aber zum Beispiel bei der Commercial Bank und der Sampath Bank.

Die Gruppe macht sich bekannt und steigt in den Bus, der einen guten Eindruck macht. Wir haben 4 Stunden Fahrt nach Habarana vor uns. Nach 2 Stunden ein netter Tee-Stopp an einem See, wir müssen uns an das tropische Klima gewöhnen. Die Straßen sind erstaunlich gut und es gibt viele Baustellen. Fast wie in Deutschland. Es herrscht Linksverkehr und neben den drei Amtsprachen Singhalesisch, Tamilisch und Englisch gibt es noch die vierte, inoffizielleLandessprache „hupisch“. Es wird immer gehupt. Dabei ist Hupen stets ein Hinweis oder Gruß im positiven Sinne, aber niemals ein Warnsignal. Zusammenfassend: Gehupt wird eigentlich immer. Beispiel: will man links (oder hier: rechts) abbiegen, dann hupt man kurz und fährt los. Gegenverkehr ist kein Argument, noch zu warten.

Uns fallen gleich die zwei wichtigsten und das Verkehrsgeschehen bestimmenden Fahrzeugtypen auf:

1. Tuk-Tuks: Das sind kleine Dreiräder mit Stoffkabine, machmal von Piaggio, aber meist von indischen Herstellern. Sie sind enorm wendig und schnell (für srilankische Verhältnisse). Es passen im Normalfall zwei bis drei Passagiere hinein, machmal sehen wir aber auch fünf oder sechs. Tuk-Tuks gibt es in Massen, privat oder als Taxis, in allen Farben. Sie umschwirren die anderen Fahrzeuge wie Fliegen.

2. Autobusse: Meist sind das große Busse von Tata oder Lanka Ashok Leyland (Typ Viking), meistens relativ alt. Entweder (von einer speziellen Linie) burgunderrot mit blau oder hell lackiert, oft mit wilden Airbrushlackierungen knallbunt. Vor allem die Roten fahren sehr schnell und aggressiv. Aber auch die anderen sind nicht von schlechten Eltern. Die Busse sind das schnellste und billigste Verkehrsmittel. Es passen viele Leute in einen Bus. Es gibt wirklich sehr viele Busse. Sieh haben sehr laute Hupen, gern auch Melodiehupen.

Unser Reiseleiter Nalaka ist Sri-Lanker und erklärt uns, dass der Fahrstil sehr chaotisch ist, aber erstaunlich wenig Unfälle passieren. Den Grund lernen wir bald kennen. Alle fahren sehr rücksichtsvoll und erwarten von den anderen Verkehrsteilnehmern stets in der nächsten Sekunde verrückte Aktionen. Alle sind also auf alles gefasst. Es wird nie auf sein Recht beharrt, sondern lieber ausgewichen. Undenkbar in Deutschland. Überholen geht so: 1. Hupen (ich überhole jetzt!), 2. Überholen, Gegenverkehr ignorieren (es sei denn, der Entgegenkommende ist erheblich größer!), 3. Hupen (bin neben Dir), 4. Der Überholte hupt zurück (ich sehe Dich), 5. Wieder einscheren, bevorzugt in Lücken, die kleiner sind als das eigene Auto.

Uns fällt neben dem Linksverkehr, einer Hinterlassenschaft der Briten, auf dass sämtliche Straßenschilder und auch andere offizielle Schilder dreisprachig beschriftet sind. Zwei Schriften sind für uns unleserlich, es ist singhalesisch und tamilisch. Die dritte Schrift ist (zum Glück) englisch. Ja, Sri Lanka hat diese drei offiziellen Amtsprachen nach mehreren Änderungen bzw. Wechseln in der Vergangenheit. Singhalesisch hat sehr runde, geschwungene Zeichen, die aussehen wie Brezeln. Von uns wird diese Schrift ab jetzt liebevoll "Brezelschrift" genannt. Tamilisch sieht für mich rein optisch nach einer Mischung aus arabisch und Sanskrit aus und ist wesentlich eckiger als singhalesisch.

Die Mobilfunkabdeckung ist in Sri Lanka mittlerweile sehr hoch. Nahezu überall gibt es sehr guten Handy-Empfang und man hat oft mehrere Provider zur Auswahl. Die größten und mit Werbung am präsentesten Anbieter sind Mobitel und etisalat.

In den letzten Wochen hat es sehr viel geregnet und so sehen wir entlang den Straßen viele überschwemmte Flächen neben den regulär gefluteten Reisfeldern. Es soll Zehntausende Obdachlose dadurch geben, erfahren wir.

Wir kommen im Hotel „Chaaya Village“ an und sind begeistert. Eine riesige Parkanlage, darin Bungalows, die Zimmer riesig und sehr schön. Im Foyer Partyvorbereitungen für den heutigen Weihnachtsabend. Die Sri Lanker sind religionsmäßig sehr offen: alle Feiertage aller Religionen hier (Buddhismus, Hinduismus, Christentum) werden gemeinsam gefeiert. Ein Wolkenbruch zwischendrin, aber nichts Schlimmes. Das Hotel gehört zur Keels-Gruppe, einem Firmenkonsortium auf Sri Lanka. Dazu gehören Hotels, Reiseagenturen, Supermärkte. John Keels ist überall.

Leider funktioniert meine Dusche nicht richtig, weil die Mischbatterie nicht richtig umschaltet. Ich kann aber trotzdem duschen. Das Hotel braucht zur Reparatur einige Versuche, schafft es aber schließlich und erledigt alles sehr freundlich. Defekte im Sanitärbereich sind in Hotels in Sri Lanka absolut normal, da sollte man keine Illusionen haben.

Ich durchstreife vor dem Abendessen das weitläufige Hotelgelände und finde einen riesigen Babecue-Platz an einem See, daneben eine Affeninsel, die Superior-Quartiere (Einfamilienhaus-Format) und ein luxuriöses Spa-Haus. Von 18:00 Uhr bis 19:00 Uhr gibt es eine Einweisung von Nalaka am dunklen Barbecue-Platz. Etwas ungemütlich finde ich. Kurz vor dem Essen an die Bar, ein erstes Bier. Es gibt hier Lion Lager, ein sehr gutes lokales Bier in 0,625 l-Flaschen. Danach zum Essen, es erwartet uns ein monströses Buffet, ich schätze seine Gesamtlänge auf ca. 50 m. Es gibt alles Vorstellbare, Fisch, Fleisch, Gemüse, Obst, Reis, Nudeln, Kartoffeln. Auch komplizierte Sachen wie Sushi oder Hummer, alles da. Ein spezieller Tisch für lokale und typischerweise sehr scharfe Sachen. Wir lernen: Schärfe löscht man mit Reis, Kokosflocken oder einer Mischung daraus. Beim Essen merke ich schnell: Das funktioniert wirklich perfekt! Am 10 m langen Dessert-Buffet lasse ich das Essen ausklingen. Danach kommt ein verrückter Weihnachtsmann in einer von Wasserbüffeln gezogenen Kutsche. Er ist etwas überdreht. Danach tritt ein Zauberer auf, ich darf ihm bei einem Trick mit Stahlringen helfen, die sich ineinander verketten und auch wieder nicht. Je nachdem, wie der Zauberer es will. Mir gelingt es natürlich nicht, hinter den Trick zu kommen.

Gegen 23:30 Uhr gehe ich zurück ins Zimmer und finde ein wunderschön dekoriertes Bett vor mit Weihnachtsplätzchen als Geschenk. Alles sehr liebevoll, ich bin begeistert.

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Mein Zimmer in Hotel Chaaya Village
Blick aus dem Zimmer nach dem Regen, Chaaya Village
Ein Tuk-Tuk in voller Fahrt
Immer auf der Überholspur: Lanka Ashok Leyland Bus, Typ Viking
Chaaya Village: Weihnachtsgruß auf dem Hotelbett