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Nepal 2006 - Tag 12

Reisetag Lukla - Kathmandu, Shopping in Kathmandu

Heute müssen wir noch viel früher aufstehen, um rechtzeitig am Flughafen von Lukla zu sein. Unser Flug geht planmäßig gegen 6:45 Uhr, wir sind etwa 6:00 Uhr am Flughafen, der aber noch geschlossen ist. Unsere gestrigen Kellnerinnen schleppen unter unserem Protest unser Gepäck, aber wir erreichen nichts. Das ist halt hier so, sagt unser Reiseleiter.

Der Flughafen ist eiskalt und zugig. Nach und nach trudeln weitere Reisende ein, denn Lukla ist der einzige Ein- und Ausstieg zur und aus der Everest-Region.

Wir bekommen mit, dass der Flughafen bis auf Weiteres geschlossen ist, weil die Wolken zu tief hängen. In Lukla wird nur per Sichtflug gelandet (und wieder gestartet) und so heißt es für alle: Warten.

Wir essen den Inhalt unserer Frühstückspäckchen, die wir vom Hotel bekamen und schauen zehnminütlich, wie sich denn die Wolken entwickeln. Unser Reisleiter erzählt uns, dass der Flughafen manchmal tagelang geschlossen ist und sich dann die Reisenden entsprechend in Lukla stauen. Gestern war auch so ein Wolkentag, wo gar nichts ging. Deshalb hat unser Reiseleiter auch den ersten Flug für uns gebucht, wo die Chancen am höchsten sind, hier wegzukommen.

Dann endlich, gegen 11:00 Uhr sehen wir einen Hubschrauber neben dem Rollfeld starten. Dies ist das untrügliche Zeichen, dass der Flughafen offen ist. Denn offizielle Informationen oder gar Anzeigen gibt es nicht!

Etwa 45 Minuten später rauscht in bekannter Manier der erste Flieger herein und wird in Windeseile entladen und wieder beladen. Zackzack kommt auch der zweite und dritte Flieger nur wenige Minuten später. Die Piloten und Co-Piloten bekommen Tee auf einem Tablett auf dem nun sonnigen Rollfeld spendiert und sonnen sich in ihren schwarzen Lederjacken, dazu schwarze Sonnenbrillen und schwarze Lederhandschuhe. Echte Haudegen – nein, Helden! Und wir, die wir den Hinflug überlebten, wissen: Ja, es sind echte Helden. Nicht einfach nur Schönlinge in Uniform, die zu oft "Top Gun" gesehen haben. Nein, hier sind wir ganz nah an Wesen, die die Welt retten können.

Kurze Zeit später steigen wir ins Flugzeug, kurz nachdem unser Pilot und unser Copilotin(!) eingestiegen sind. Wir rollen ans Ende der abschüssigen Piste. Die Propeller der Maschine werden auf volle Kraft gedreht, die Bremsen angezogen. Die Maschine vibriert stark und es ist sehr laut. Vier Hände bedienen vorn die Instrumente, denn es gibt viel zu tun. Dann wird die Bremse abrupt gelöst und wie mit einem Katapult abgeschossen rauschen wir die Piste hinab und heben Sekunden später lange vor dem Ende der Piste ab. Ein grandioses Gefühl! Wir steigen schnell und fliegen knapp über den Wolken zurück nach Kathmandu, rechts neben uns ein perfektes Bergpanorama als Abschiedsgeschenk-Ausblick.

Wir fliegen eine andere, längere Strecke zurück nach Kathmandu und landen nach etwa 45 Minuten. Gerade jetzt nach der klaren Bergluft bemerken wir, wie schlecht die Luft in Kathmandu ist. Gleichzeitig genießen wir aber die frühlingshaften Temperaturen.

Wir fahren zurück ins Hotel Dwarika's, nehmen nach etwas Warten unsere Zimmer in Empfang und machen uns landfein. Ich bekomme ein anderes Zimmer als in den ersten Tagen und bin froh darüber, denn jedes Zimmer ist vollkommen anders und jedes Mal ein besonderes Erlebnis. Dieses Mal habe ich ein sehr großes Zimmer nicht im Dachgeschoss, Fenster zum Innenhof.

Am Nachmittag shoppen wir noch ein wenig, nachdem uns unser Reiseleiter verriet, dass es im Norden von Kathmandu im Touristenviertel "Thamel" Geschäfte gibt, in denen es ungefälschte Markenartikel gibt. Für uns beinahe unglaublich nach unseren bisherigen Erlebnissen. Mit einem Taxi kommen wir leicht dorthin und staunen über die günstigen Preise. Insbesondere haben es uns natürlich Outdoor-Klamotten angetan. Wir schlagen relativ kräftig zu und belasten unsere Kreditkarten, unter anderem beim Authorized Dealer von THE NORTH FACE® und bei "United Brands" gleich nebenan. Es sind aber auch echte Schnäppchen, die wir nicht verpassen wollen. Wie wir schon vorher wussten, geht pünktlich um 17:00 Uhr der Strom in ganz Kathmandu aus, was bis etwa 19:00 dauert. Täglich dient diese Maßnahme zum Stromsparen. Auch eine Maßnahme zum Vermeiden von CO2-Emissionen, obwohl dies teilweise wieder davon zunichte gemacht wird, dass einige wohlhabendere Ladenbesitzer (und auch die Hotels) umgehend Dieselaggregate anwerfen, um wieder Licht zu haben. Teilweise stehen diese Aggregate tuckernd vor den Läden, evtl. ist das auch eine Art Werbung... Man sollte nur darauf achten, dass man kurz vor 17:00 Uhr nicht noch mitten in einer Kreditkartenbuchung über irgendein Terminal steckt...

Später gehen wir dann zum Abendessen ins hoteleigene traditionelle nepalesische Restaurant "Krishnarpan". Heute ist Abschiedsessen, von Hauser bezahlt und mit unserem Reiseleiter. Wir tafeln wieder festlich und ausgiebig und schwatzen über Nepal und unsere Erlebnisse und Eindrücke. Unser Reiseleiter bekommt unsere Trinkgeldsammlung und gibt uns letzte Instruktionen für morgen. Denn am morgigen letzten Tag sehen wir ihn nicht noch einmal und sind (oh Schreck) auf uns allein gestellt.

Völlig vollgefressen und immer noch schlapp sinken wir in die Betten.

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Flughafen Lukla - Ankunft
Über den Wolken mit Himalaya