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Nepal 2006 - Tag 11

Wanderung nach Lukla

Wie (fast) immer geht es früh raus, wir erledigen unsere Katzenwäsche, frühstücken wie immer fürstlich und packen heute auch noch unsere Sachen. Denn heute geht es zurück nach Lukla, wobei wir die beiden Tagesetappen über Phakding vom Hinweg an einem Tag schaffen wollen. Dazu geht es heute den ganzen Tag fast nur bergab. Zum Glück habe ich zum Entlasten meiner Knie meine Wanderstöcke dabei.

Das Wetter ist heute mittelmäßig, denn die Eintrübung von gestern nachmittag blieb erhalten. Es ist dadurch ein klein wenig wärmer, aber immer noch frisch bei ca. 3° C. Der Weg ist wie gedacht sehr schwierig und wir sehen den Weg vor uns in einem ganz anderen Licht. Aus der Perspektive von oben sieht alles vollkommen anders aus als von der entgegengesetzten Richtung. Wir können teilweise kaum glauben, dass wir hier schon einmal waren. Wir kommen aber sehr schnell voran, essen in einem Restaurant am Wege sehr lecker Mittag (es gibt gebratenen Kartoffelbrei mit Käse obendrauf oder ganz frische Pellkartoffeln mit scharfer Chilisoße als Dip). Das Essen ist zwar recht einfach, aber dank der exzellenten Zutaten und unserem Appetit durch die frische Bergluft nahezu perfekt. Wie so oft wird die Küche nur für uns in Betrieb gesetzt und auch erst, als wir ankommen, da außer uns zu dieser Jahreszeit quasi kein Tourismus existiert.

Auf dem Weg sehen wir nicht nur die Träger mit dem Kanalisationsrohren wieder, sondern auch ein nepalesisches Sägewerk. Zwei Männer sägen dort zu zweit mit einer langen Säge einen Stamm längs in Bretter. Daran sieht man, wieviel wert ein einfaches Brett hier hat und wieviel Arbeit darin steckt.

Die zweite Hälfte des Weges fällt uns dann schon viel schwerer und wir sind gegen 16:00 im Hotel Lodge Kangri. Das Hotel ist sehr komfortabel, wir bekommen sogar eine heiße Dusche und können in den Zimmern unsere extrem klammen und fast nassen Sachen aus Namche trocknen lassen.

Das Abendessen in einem toll gestalteten Essensraum ist sehr gut und reichhaltig, es gibt riesige Portionen Hühnchen, brutzelnd in der heißen Pfanne. Wir haben zur Feier unseres letzten Abends in den Bergen unsere Bergführer und unsere Träger zum Essen eingeladen. Denen gefällt es prächtig und sie sind sichtbar zufrieden ob der Wärme, des Essens und des guten Biers, was es dazu gibt. Der Essensraum ist an der Decke und an den Wänden aus Holz bunt mit religiösen Gemälden bemalt, auch die Tische sind mit Schnitzerein verziert und bemalt. In der Mitte steht wie immer ein Kanonenofen, wo auch unsere Teekannen zum Warmhalten stehen. Wir haben dazu zwei nette Kellnerinnen und unser Bergführer verrät uns, dass die eine seine Tochter ist. Wir loben ihn und er ist ganz der stolze Vater. Wenn er als Bergführer arbeitet und seine Tochter in einem guten Hotel, kann man davon ausgehen, dass diese Familie wohl zu den Privilegierten in Nepal gehört.

Wir gehen auch heute bald mit Wärmflasche ins Bett, nachdem unsere Träger erst noch ein bisschen tanzten und dann noch fürstliche Trinkgelder von uns bekamen.

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