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Nepal 2006 - Tag 9

Wanderung zu Everest View Hotel, Khunde, Khumjung

Heute stehen wir erst 8:00 Uhr auf, weil wir heute, so die Ankündigung, nur eine kleine Runde drehen. Zum Frühstück gibt es Porridge und Toast. Vorher bekamen wir als Dusch-Ersatz beim Wecken eine Schüssel heißes Wasser ans Zimmer gebracht, wofür wir recht dankbar sind. An den Fenstern wachsen innen Eisblumen, was zeigt, wie kalt es nachts ist und wie feucht die Zimmer sind. Die Wärmflaschen sind kalt und das Wasser in der Schüssel kühlt in atemberaubender Geschwindigkeit ab.

Gegen 9:00 Uhr geht es los, erst über Treppen im Ort aufwärts zum Militärposten von Namche Bazar. Dies ist der letzte Posten vor der chinesischen Grenze, die etwa in 15 Kilometer Entfernung liegt. Schließlich steht der Mt. Everest genau auf der nepalesisch-chinesischen Grenze. Neben dem Militärposten ist ein hervorragender Aussichtspunkt auf das umliegende Bergpanorama. Da wir phantastisches Wetter haben, machen wir viele Fotos und erfreuen uns an dem tollen Ausblick. Wir sind jetzt fast 4.000 Meter hoch und immer noch stehen vor uns Bergriesen, die nochmal mehr als 4.000 Meter höher sind.

Es geht weiter in Richtung Berge einen schmalen, Schlängelpfad sehr steil bergauf. Wir gehen extrem langsam und machen alle 5 Minuten Rast. Die Höhe schlägt erbarmungslos zu, wir sind ja kaum akklimatisiert. Oben ist eine kleine Hütte, bei der wir kurz Rast machen und wie immer viel trinken. Dann geht es etwas flacher weiter zum berühmten Everest View Hotel. Auch dieses Hotel ist praktisch völlig leer zu dieser Jahreszeit. Wir nutzen die Terrasse für tolle Blicke und trinken Tee. Die Stellen des Körpers, auf die die Sonne scheint, werden dabei schön warm. Jedoch sind die der Sonne abgewandten Teile im Gegensatz dazu sehr kalt. Also lieber nichts ausziehen, sondern warm eingepackt sitzen.

Auf dem Weg sehen wir große Rhododendron-Büsche, die schon erste Knospen haben. Wir wundern uns, wie diese Pflanzen die sehr raue Witterung hier aushalten.

Dann geht es wieder etwas abwärts zum Dorf Khumjung. Es ist recht groß und hat etwa 1.000 Einwohner. Hier essen wir zu Mittag, was extra für uns zubereitet wird. Entsprechend lange warten wir im wie so oft unbeheizten Gastraum und vertreiben uns die Zeit mit Schwatzen und Teetrinken. Unser Reiseleiter erzählt uns viel über Nepal, vor allem die alltäglichen Dinge interessieren uns sehr und er gibt bereitwillig Auskunft.

Nach der leckeren Gemüsesuppe geht es weiter nach Khunde, dem Nachbarort, wo das Hillary Hospital steht. Von der Stiftung "Sir Edmund Hillary Foundation" des berühmten Everest-Bezwingers und von Spenden geführt, bildet es medizinische Fachkräfte aus. Besonders ist es natürlich auf die Höhenkrankheit spezialisiert. Wir finden als Ausbildungsmaterials große Stoffbahnen, etwa wie Bettlaken, die bunt mit Bildern bemalt sind, die medizinisches Basiswissen vermitteln. Sie dienen quasi als Tafeln und können auch von Analphabeten verstanden werden. Wir spenden brav und wandern weiter zurück nach Namche Bazar.

Langsam sehen wir wieder die Wolken aus dem Tal nach oben zu uns steigen, ein tolles Schauspiel. So beeilen wir uns mit dem Abstieg zum Ort und sehen unter anderem eine verlassene Flugzeugpiste von Namche. Die Piste ist noch abenteuerlicher als in Lukla und wegen der noch ungünstigeren Lage nur selten anzufliegen gewesen.

Das frühe Abendessen ist wie immer sehr lecker und reichhaltig, es gibt Reis, Gemüse, Suppe und wieder Kuchen. Die dünne grüne Linsensuppe Dal benutzt man als Soße für den Reis. Man sollte sich hierbei immer vor Augen halten, dass alles, was man hier zu sich nimmt, benutzt, verbraucht auf den Rücken von Trägern hierher gekommen ist. Nur wenige Dinge werden entweder hier direkt angebaut (Kartoffeln, Mangold) oder (noch seltener) mit dem Hubschrauber transportiert.

Schon kurz nach 19:00 Uhr warten wir sehnsüchtig auf unsere Wärmflaschen und gehen ca. 19:30 Uhr ins Bett. Wir sind sehr zufrieden, aber körperlich total erledigt.

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Morgenmusik von den Mönchen
Panorama am Mt. Everest
Der zweitschönste Gipfel
Wolken von oben