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Nepal 2006 - Tag 8

Wanderung nach Namche Bazar

Wir stehen 6:30 Uhr auf und dürfen sogar heiß duschen! Die hatten wir abends vorbestellt und so klappte das perfekt. Man muss sich nur schnell genug abtrocknen, denn der Rest des Hotels ist eisig!

Nach einem reichhaltigen Frühstück und wie immer viel Masala-Tee brechen wir in Richtung Namche Bazar auf. Heute ist unsere erste große Wanderung, bei der wir einen relativ langen Weg und gleichzeitig relativ viele Höhenmeter (etwa 800) zu bewältigen haben.

Immer weiter entlang des türkisgrünen Milchflusses geht es, unter anderem über viele Hängebrücken aus Stahlseilen und Aluminium-Trittbrettern, teilweise erbaut von der Schweizerischen Hilfsgemeinschaft Helvetas (Website für Nepal). Es geht durch nette Dörfchen mit netten Leuten, die ein sichtbar schweres Leben führen, damit aber offensichtlich hoch zufrieden sind.

Nachdem uns gestern schon viele Träger begegneten und darunter einige die zu viert große Abwasserrohre schleppten, kommen wir heute durch das Dorf, in welchem diese Rohre verlegt werden. Die gesamte Dorfstraße ist aufgerissen und es wird erstmalig eine vergleichsweise moderne Kanalisation verlegt. Die Rohre sind offensichtlich sehr schwer, sind etwa 4 Meter lang und haben etwa 30 cm Durchmesser. Die Wanddicke ist mit ca. 3 cm doch recht hoch.

Mittag essen wir auf einer herrlichen sonnigen Terrasse mit schönem Ausblick. Außer uns sind nur wenige Wanderer zu dieser Jahreszeit unterwegs, meist Deutsche, aber auch Briten und Kanadier.

Weiter geht es steil bergauf. Sonne und Schatten wechseln sich schnell ab. In der Sonne ist es recht warm: aufknöpfen, ausziehen. Im Schatten ist es sehr kalt: anziehen, zuknöpfen. Man ist also ständig beschäftigt, nicht zu vergessen das Trinken und Essen. Wir haben perfektes Wetter und ebensolche Sicht, bald sehen wir auch den Mt. Everest (tibetisch: Chomolungma, nepalesisch: Sagarmatha) das erste Mal und schießen gleich einige Fotos, die aber nicht so einfach sind wegen der großen Helligkeitsunterschiede.

Auf unserem Weg ist plötzlich eine Hängebrücke wegen Bauarbeiten an der Brücke gesperrt, es hat sich schon ein Stau aus Wanderern gebildet. Man ist dabei die Holzbeplankung gegen neue Aluminium-Paneele auszutauschen. Plötzlich geht es weiter, ohne dass die Bauarbeiten beendet sind. Wir gehen auf die Brücke, in der Mitte gähnt ein Loch im Bodenbelag. Darüber steht ein Bauarbeiter mit gespreizten Beinen und hilft uns darüber, unter uns gähnen ca. 50 Meter Abgrund. Glücklich schaffen wir es und sich froh darüber. Weiter geht es auf vielen Treppen und anderen sehr steilen Wegen aufwärts.

Bald darauf sehen wir auch schon Namche Bazar, einem recht großen Ort an einem Felshang. Terrassenartig ist der Hang bearbeitet und Häuser gebaut. Die Häuser sind sämtlichst aus Stein, der so ähnlich aussieht wie Granit. Es ist aber etwas anderes, relativ weich und brüchig.

Am Ortseingang denken wir schon, dass wir es geschafft habe, doch vor uns liegen noch zahllose steile Treppen, die uns heute den Rest geben. Die Höhe und der lange Weg heute verlangen uns alles ab, bevor wir in unserem Hotel ankommen. Das Hotel ist sehr schön, wir beziehen unsere Zimmer und hören, dass es wohl Probleme mit dem heißen Wasser gibt, welches mit Solarenergie beheizt wird.

Am Abend trinken wir wieder viel Tee, essen sehr gute süß-saure Tomatensuppe und Yak-Steak. Im Gegensatz zu den Rindern, sind Yaks nicht heilig und dürfen gegessen werden. Zum Nachtisch gibt es Apfelstrudel! Währenddessen sehen wir durch das Fenster die Wolken aus dem Tal zu uns nach oben ziehen. Wir gehen schon vor 20:00 Uhr ins Bett, die Zimmer sind sehr kalt und vor allem sehr feucht. Zum Glück haben wir alle sehr gute Schlafsäcke und bekommen wieder herrliche Wärmflaschen!

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Morgenstimmung
Hängebrücke als Baustelle 1
Hängebrücke als Baustelle 2
Der erste Ausblick auf den Mt. Everest
Namche Bazar