Position: Home > Photo > Nepal 2006 > Tag 7

Nepal 2006 - Tag 7

Reisetag Kathmandu - Lukla, Wanderung nach Phakding

Ganz früh aufstehen und ausgerechnet heute gibt es kein warmes Wasser in unserem Nobelhotel... Die kalte Dusche erleichtert das Wachwerden.

Dann ein kurzes Frühstück, die Hotelmannschaft macht uns noch je ein Päckchen zum Mitnehmen.

In dichtem Nebel fahren wir die kurze Strecke zum Flughafen in einem Kleinbus. Durch diesen Nebel verpassen unsere Fahrer die richtige Einfahrt zum Flughafen und landen erst auf einem anderen Parkplatz. Sie lachen sich darüber tot und wieder mal sehen wir, was für ein lustiges Völkchen die Nepali sind. Denn gelacht wird sehr oft.

Wegen des Nebels verschieben sich alle Flüge um mehrere Stunden. Wir warten in der eiskalten Abflughalle, nachdem wir einen witzigen Security-Check absolvierten. Man wurde gefragt(!), ob man ein Messer hat.

Gegen 10:30 Uhr (anstatt 6:45 Uhr) heben wir mit einer Twin Otter DHC 6 von Yeti Airlines in Richtung Lukla ab, die voll besetzt ist. Kurz hintereinander starten 3 Maschinen Richtung Lukla, der Anstand beträgt gerade einmal 1 Minute. Es war ein Betrieb wie auf einem Flugzeugträger. Der Flug ist erst ruhig, dann etwas ruckelig. Mir wird etwas schlecht, aber es geht.

Kurz vor Ende des Fluges sackt die Maschine herunter wie ein Stein, von meinem Platz unter den Tragflächen kann ich sehen, dass die Landeklappen praktisch 90° angewinkelt sind, mehr geht nicht. Wir fliegen in einem extrem steilen Winkel auf die Piste zu, im letzten Moment reißt der Pilot die Maschine nach oben, wir bremsen stark ab und stehen nach wenigen Sekunden. Die Piste ist nur wenige Hundert Meter lang und geht bergauf. Am Ende der Piste ist rechts daneben das Rollfeld mit dem Flughafengebäude. Wir steigen aus, ruckzuck wird das Gepäck entladen. Hinter uns rauschen die anderen Maschinen herein. Wie wir erfahren, ist der Asphalt der Piste noch recht neu, erst seit etwa 1999 gibt es den. Vorher musste man wohl bereits in Kathmandu beim Zoll sein Testament mit abgeben...

Wir steigen kurz in einem Hotel ab, trinken 3 Liter Masala-Tee und treffen dort auch unseren Bergführer und unsere Träger für die nächsten Tage. Wir wandern von Lukla aus in Richtung Berge, immer in einem Tal, in welchem der Milchfluss „Dudh Kosi“ neben uns fließt. Die Temperaturen sind hier schon ganz anders als in Kathmandu. Wir haben zwar schönes Wetter, aber es ist doch recht frisch. Immerhin sind wir schon auf knapp 3000 Meter Höhe.

Auf dem Weg sehen wir oft Felsen, die über und über mit Schriftzeichen bedeckt sind, die dabei nicht nur aufgemalt, sondern auch als Relief eingearbeitet sind. Die Zeichen wiederholen immer und immer wieder die selben Worte Om Mani Padme Hum und sind ein Gebet, welches für die vier Elemente steht. Diese Felsen werden wir ab jetzt täglich sehen. Man umgeht sie immer im Uhrzeigersinn, was von unseren Bergführern genau kontrolliert wird. Wenn man irrtümlich falsch an den Felsen vorbeigehen will, wird man flugs zurückgepfiffen. Aber immer freundlich und nie als Befehl. Oft sehen wir auch kleine Häuschen, in deren Inneren und/oder in Nischen an den Außenwänden Gebetsmühlen aller Größen angeordnet sind. Auch auf diesen Gebetsmühlen immer wieder das Gebet Om Mani Padme Hum. Man dreht die Gebetsmühlen mit der Hand, natürlich im Uhrzeigersinn. Das Gebet soll dann vom Wind weggetragen werden und Gutes bewirken. An den großen Gebetsmühlen ist oft eine kleine Glocke, die bei jeder Umdrehung läutet. Dies funktioniert allerdings nur ab einer bestimmten Geschwindigkeit, sodass man sich beim Drehen manchmal ganz schön ins Zeug legen muss. Mit Bedächtigkeit oder Feierlichkeit beim Drehen kommt man hier also nicht immer weiter.

Nach 3,5 Stunden kommen wir an die Farakpa Valley Lodge, in der wir Suppe und Tee genießen. Wir beziehen unsere Zimmer in dem massiven Steinbau, der sehr neu und gepflegt wirkt. Das Tal ist aber sehr tief und steil, sodass die Sonne hier immer nur sehr kurz scheint und es bald dunkel wird. Zuvor machen wir noch einen kleinen Spaziergang ins nächste Dorf namens Phakding, bevor wir unser Abendessen bekommen. Wir sind die einzigen Gäste im Hotel, sodass nur für uns gekocht und auch geheizt wird. Es wird aber nur sehr langsam warm, obwohl wir uns eng um den Kanonenofen scharen. Während des Abendessens fällt mehrmals der Strom aus, was uns nicht weiter verwundert. Auf unserem Weg sahen wir das Stromkabel sich neben uns auf dem Weg entlangschlängeln, nur wenig mit Erde bedeckt und gerade mal so dick, wie in Deutschland eine Verkabelung in einer Wohnung.

Nach dem Abendessen sitzen wir noch am warmen Ofen und unser netter Reiseleiter erläutert uns crash-kurs-artig den Hinduismus und Buddhismus. Die Grundzüge davon sollte man in Nepal schon beherrschen, ansonsten ist man zwar nicht gerade verloren, aber man tut sich einfach leichter.

Wir gehen aber dennoch recht früh ins Bett, wo uns Wärmflaschen und Heizdecken davon ablenken, dass es doch recht kalt ist.

Zum vorigen Tag Zurück zur Übersicht Zum nächsten Tag
Abflug in Kathmandu, Twin Otter DHC 6
Landebahn Lukla
Träger bei Lukla
Gebetssteine
Hängebrücke
Die ersten Berge