Position: Home > Photo > Myanmar 2016/2017 > Tag 14

Myanmar 2016/2017 - Tag 14

Reisetag Hpa An - Mawlamyaing, Mawlamyaing

8:30 Uhr geht es im Hotel los und wir fahren nach Mawlamyaing oder auch Moulmein, unserer nächsten Station. Die Entfernung zwischen Hpa An und Mawlamyaing ist nicht sehr groß. Dort geht es zu einer (weitgehend komplett müllbedeckten) Bootsanlegestelle am Ufer des Thanlwin-Flusses. Das Boot ist mittelgroß und hat auch ein Dach, vor allem aber sitzen wir auf ausrangierten Autositzen! Jedenfalls ist es sehr bequem und der Motor ist auch noch sehr leise und knattert nicht so laut wie sonst landesüblich. Wir fahren ca. 2,5 Stunden flussaufwärts, teils durch eine wahre Kloake, in die sich der Fluss hier verwandelt. Es ist ganz furchtbar und gruselig zu sehen, wie unsensibel praktisch alle Anwohner und sicherlich auch Flussschiffer hier sind und einfach alles in den Fluss kippen, leiten, schmeißen.

Am Ufer komplettes Kontrastprogramm nach dem Anlegen: Wir besuchen das sicherlich schönste Kloster, was ich bisher auf dieser Reise sah. Im Dorf Kawhnat Kadoe (andere Schreibweise Kawhnat Ktoe Kotnet) liegt das Kloster Kawhnat, gegründet von einem wohlhabenden Einheimischen. Mein Guide erklärt mir, dass dieser sich zu Lebzeiten einen Konkurrenzkampf mit der britischen Fährgesellschaft lieferte, um deren Monopol und die überhöhten Preise zu brechen. Es gelang ihm zwar, dass die Preise sinken, aber sein Geschäft ging dabei auch kaputt. Dennoch blieb noch genug Geld für das Kloster übrig. Wir sehen in mehreren Gebäuden sehr prachtvolle Ausstattungen, sehr aufwendige Schnitzereien und Vergoldungen. Teilweise aber auch in schlechtem Zustand und auch schlecht ausgeführte Restaurierungen. Heruntergefallene Holzreliefs lehnen an der Wand und öffnen dem Schmuggel Tür und Tor. Mein Guide macht mich darauf aufmerksam und erzählt, dass es durchaus vorkommt, dass Touristen solche Einzelteile "mitgehen" lassen.

Auf dem Weg zum Mittagessen besuchen wir noch die Kha Yone-Höhle, die aber nur im Eingangsbereich halbwegs sehenswert ist. Das Innere ist praktisch fast leer und auch nur sehr spärlich beleuchtet.

Zum Mittagessen sind wir wieder in einem kleinen Familienrestaurant. An einem Tresen suchen wir uns unsere Gerichte anhand von verschiedenen gefüllten Töpfen und Pfannen aus und bekommen sie später in kleinen Portionen zusammen mit Reis gebracht. Ich nehme Bambussprossen, Blumenkohl und Kartoffeln, also Deutsch-Burmesisch. Es ist alles sehr lecker und zum Verdauen habe ich Siesta im Hotel bis 16:00 Uhr. Ich wohne im Mawlamyaing Strand Hotel, ein riesiger Bau direkt am Flussufer. Es sieht hier alles ziemlich chinesisch aus. Große Plakate verkünden schon das morgige Fest zu Silvester, obwohl ja sämtliche Einheimische und wohl auch einige Hotelgäste damit nichts anfangen können. Europäer sind außer mir hier extrem in der Minderheit.

Am Nachmittag fahren wir noch einmal los und fahren auf einen Berg nahe der Stadt, wo wir mehrere Pagoden besuchen. Im Sein-Dhone-Kloster (auch Yada Bonmyint-Kloster), gegründet von einer Frau (mit Namen Sein Dhone) des Königs Mindon, die nach seinem Tod das Leben als Nonne vorzog, sehen wir eine Zahnreliquie von Buddha in einem Glasschrein. Sie wird zwar von einem Mönch bewacht, ist aber ansonsten frei zugänglich. Kein Vergleich zum Zahntempel auf Sri Lanka, wo man die dortige Zahnreliquie noch nicht einmal ansatzweise zu Gesicht bekommt. Auf die ungewöhnliche Größe (der Zahn ist riesig!) angesprochen, erklärt man mir, dass auch Buddha wohl ungewöhnlich groß war, 9 Fuß, das wären 2,70m!! Man muss nicht alles glauben. Im Raum mit der Zahnreliquie sind auch noch zwei wundervoll geschnitzte Elefantenstoßzähne zu bewundern. Sie sind vollständig hohl und praktisch ein geschnitztes filigranes Netz.

Danach besuchen wir noch die U Zina-Pagode, wo noch ein Haar von Buddha aufbewahrt sein soll. Fast überall sind wir die einzigen Besucher oder aber es sind nur noch ganz wenige andere Leute unterwegs. In der größten, der Kyaik Thanlan-Pagode, auch das Wahrzeichen der Stadt warten wir auf den Sonnenuntergang. Auf dem Weg dorthin sehen wir, dass der ganze Berg voller Pagoden und Klöster ist. Hier sehen wir nun auch einige andere Touristen, auch aus Europa, nachdem wir heute den ganzen Tag fast allein waren. Auch eine große Schulklasse macht einen Ausflug und es werden aufwendige Gruppenfotos gemacht. Es ist wohl eine Art Abschlussfahrt. Zur Pagode führt auch ein Aufzug in einem aufwendig gestalteten Turm. Aber man kann auch die Treppe nehmen. Wir laufen hoch und fahren anschließend mit dem Aufzug herunter.

Nach Sonnenuntergang geht es zurück ins Hotel und ich esse auf Anraten meines Guides um die Ecke zum Attran-Hotel, wo ich dort auf der Terrasse ein sehr gutes Curry esse, was allerdings auch alles andere als billig ist. Für den Preis könnte ich mich anderswo tagelang ernähren! Gegen 21:30 Uhr sinke ich ins Bett.

Zum vorigen Tag Zurück zur Übersicht Zum nächsten Tag
Unterwegs auf dem Thanlwin-Fluss
Unterwegs auf dem Thanlwin-Fluss
Kloster Kawhnat
Kloster Kawhnat
Kloster Kawhnat
Kloster Kawhnat
Kloster Kawhnat
Kloster Kawhnat
Kha Yone-Höhle
Kyaik Thanlan-Pagode
Kyaik Thanlan-Pagode
Kyaik Thanlan-Pagode
Blick von der Kyaik Thanlan-Pagode, Sonnenuntergang
Kyaik Thanlan-Pagode