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Myanmar 2016/2017 - Tag 13

Hpa An und Umgebung

Nach einem sehr guten Frühstück geht es 8:30 Uhr los und ich komme mit gepackten Koffern an. Ich hatte gedacht, ich bin hier nur eine Nacht, aber das war wohl ein Irrtum, denn es stellt sich heraus, dass ich doch noch bleibe. Also alles zurück und dann ab ins Auto. Die Nacht war sehr unruhig, weil die Straße vor dem Zimmer auch nachts sehr laut war. Ständig Gehupe und viel Verkehr.

Zuerst fahren wir heute zum Kyauk Kalat Kloster. Besonders augenfällig ist der merkwürdige Felsen mit einer kleinen Pagode obendrauf. Daneben ist ein See und eine weitere Pagode mit Buddha-Statue. Hier soll vor Jahren ein sehr berühmter Mönch gelebt haben, dessen Leichnam nach seinem Tode trotz fehlender Balsamierung nicht verweste. Er war öffentlich aufgebahrt, bis der Leichnam irgendwann verschwand. Wir klettern noch auf den Felsen über eine steile Treppe. Oben sitzt ein Mönch und segnet einige Einheimische. Der Weg zum und vom Felsen führt über eine schmale, weiß gestrichene Holz-Brücke über den See. Heute ist mehr los als gestern und die Einheimischen tragen meist Tracht. Denn heute am 29.12.2016 ist deren Neujahrsfest (abhängig vom Mondstand). Ich werde plötzlich von einigen jungen Mädchen zum Gruppenfoto gebeten. Es ist für die einfach sehr ungewöhnlich, einen Weißen, also eine "Langnase" zu treffen. So werde ich als Seltenheit fotografiert... Für die Burmesen zählt ja helle Haut als großes Ideal und Sonnenschutz geht über alles. Auch mein Guide geht mit Hut, Tuch und zusätzlichem Sonnenschirm!

Wir fahren dann zur Sadan-Höhle in der Nähe von Hpa An. Der Weg dorthin ist aber nicht einfach und es geht eine ganze Weile über sehr staubige Feldwege. Auf dem Weg sehen wir ein kleines Fest in einem Dorf. Wir halten kurz und sehen auf einer Wiese lustige Wettkämpfe wie Sackhüpfen oder das Tragen von Tabletts auf dem Kopf. Aber nicht nur für Kinder, auch die Erwachsenen machen mit und haben mächtigen Spaß, wie man sofort sieht.

Die Höhle ist mit ihrer großen Eingangshalle und den dortigen Statuen und überall verteilten kleineren Schreinen, teils nicht-buddhistische Heilige, Götzen und Schutzgötter, sehr eindrucksvoll. Es ist hier auch relativ viel los. Weiter innen sehen wir eine große liegende Buddha-Figur, davor auf einer kleinen Plattform zwei sich langweilende Mönche. Vorn auf dem Boden sitzt ein älterer Mönch, ein Jüngerer sitzt auf einem Sessel etwas weiter hinten. Dies zeigt den Status, erklärt mein Guide Sumo. Trotz des höheren Alters hat der ältere Mönch offensichtlich einen niedrigeren Rang als der Jüngere. Wir unterhalten uns kurz mit beiden und gehen dann weiter in die Höhle. Sie ist sehr tief und der Weg, vor allem barfuß, nicht immer einfach. Teilweise bewältigen wir größere Anstiege auf gemauerten Treppen, bis wir hinten in der Höhle auf eine große Öffnung stoßen.

Über einen kurzen Abstieg gelangen wir zu einer Bootsanlegestelle. Von dort fahren wir in schmalen Booten, etwas ähnlich zu denen am Inle-See, durch eine niedrige Höhlendurchfahrt und dann ganz idyllisch durch Reisfelder zum Eingang der Höhle zurück. Die Bootsfahrer leben nur von den (meist einheimischen Touristen). In der Regenzeit ist jedoch die niedrige Höhlendurchfahrt und auch die Reisfelder überflutet und die Höhle geschlossen. Das Geld für diese Zeit muss alles in der Saison verdient werden!

Wir fahren weiter zu den "1000 Buddhas" am Fuße des Zwekabin-Felsens, einer Ansammlung von wirklich über 1000 Buddha-Statuen auf einem weitläufigen Gelände. Die Statuen stehen in einem Raster in Reihen und neben jeder Statue ist ein Baum gepflanzt zum Schattenspenden. Man sieht am Alter der Bäume, dass auch die Statuen daneben sehr unterschiedlich alt sind. Man ist auch seit Jahren dabei, über jeder Statue ein Schutzdach zu bauen und man ist schon recht weit gekommen. Weiter hinten sieht man, wie groß die Bäume werden und die Statuen sind dadurch in einem Wald.

Auf der Fahrt zum Mittagessen sehen wir am Straßenrand wieder ein Spiel. Auf einem Bambus-Gerüst mit waagerechter Sitzstange sitzen sich zwei Männer gegenüber, jeder mit einem "Kissen", also mit einem Stoffbeutel. Damit versuchen sie sich, gegenseitig vom Gerüst zu hauen. Wer zuerst den Boden berührt, hat verloren. Die Kämpfe dauern oft nur wenige Sekunden, weil die Sitzstange offensichtlich sehr glatt ist und man sehr leicht aus dem Gleichgewicht kommt. Es ist sehr spaßig und die vielen Zuschauer haben ihren Spaß. Die Kämpfer sind schon etwas verbissener, aber typisch burmesisch auch nicht zu sehr.

Zum Mittagessen gehen wir in ein kleines Thai-Restaurant an der Straße mit sehr gutem Essen. Teilweise ist es sehr scharf und auch meinen beiden Begleitern stehen die Schweißtropfen auf der Stirn. Vor allem der Tintenfischsalat verschlägt mir beim Kosten fast den Atem. Ich esse glibberige breite Glasnudeln und dazu Gemüse und Reis. Es ist alles sehr gut und wieder extrem günstig.

Nach der Siesta im Hotel fahren wir 15:00 Uhr nochmal zu einer Höhle, der Kaw-Gone-Höhle. Sie ist besonders bekannt für die Tausenden (oder Millionen?) kleinen Buddha-Reliefs auf den Höhlenwänden. Man erkennt auf den ersten Blick gar nicht die Filigranität jedes einzelnen Reliefs und ist dann beim Näherkommen um so erstaunter. Die Reliefs sind teils schon sehr alt. Die Höhle ist nicht sehr tief und es gibt ansonsten nicht sehr viel zu besichtigen.

Weiter geht es wegen Straßenbauarbeiten über eine längere Umleitung über staubige Feldwege zur nächsten Höhle. Die Anwohner, darunter auch ein Kloster sind vom vielen Staub in der Trockenzeit sehr genervt. Wir sehen viele von ihnen, wie sie mit Wasser aus Eimern und Gießkannen den Weg befeuchten, um den Staub zu verringern. Wir kommen zur Yathet Pyan-Höhle, die wir über einen etwas erhöhten Eingang über eine Treppe betreten. Diese Höhle ist sehr tief und teils kaum beleuchtet. Es gibt auch (noch) sehr wenige Statuen und einen meist sehr gut ausgebautem Weg. Überall liegt noch Baumaterial herum, weil man wohl erst vor kurzem fertig wurde oder auch noch bei der Arbeit ist. Am Ende treffen wir wieder auf eine größere Öffnung, allerdings kein Ausgang. Man könnte von hier den Sonnenuntergang beobachten. Wir bleiben aber nur kurz und treten dann den Rückweg an.

Wir fahren zurück in die Stadt und besuchen zuerst eine kleinere Neujahrs-Festwiese der Kayin/Karen, die gerade noch in der Vorbereitungsphase ist. Viele Essenstände und ein paar Gäste, viele Stühle vor einer noch leeren Bühne. Wir fahren aber weiter in den Nachbarort (Name ist mir leider entfallen), weil mein Guide von einem größeren Fest hörte, welches er selbst noch nie erlebte und was aber wohl sehr bekannt sein soll. Wir finden es problemlos trotz schnell einbrechender Dunkelheit. Es ist ein größeres Gelände mit vielen Ständen. Natürlich kaum zu vergleichen mit einem Volksfest in Deutschland, wenn es auch auf den ersten Blick ähnlich aussieht. Wir holen uns etwas Essbares an einem Grill und ich nehme ein paar Brastwurst-Kugeln mit Dip, alles in einer Plastiktüte mit Spieß. Dazu wird eine lange Bratwurst in kleine Abschnitte gebunden und als flache Spirale auf dem Grill gebraten. Danach werden die Abschnitte zerschnitten und einzeln verkauft. Sehr praktisch!

Ein paar Schritte weiter steht ein Riesenrad mit Muskelantrieb! Man wartet aktuell noch auf Mitfahrer. Im Innern des Rades befinden sich zum Antrieb mehrere umlaufende Metallreifen, auf denen zwei Männer laufen und sich festhalten. Ähnlich Hamstern im Laufrad treiben sie so das Riesenrad an. Wir schlendern weiter über das Gelände und beobachten noch eine Preisverleihung für Fußballmannschaften nach Ende der jährlichen Meisterschaft. Es gibt auch Frauenmannschaften.

Danach geht es zurück zum Hotel. Diesmal keine Experimente! Ich esse im Hotel und sitze sehr gut im Freien und probiere Wasserkresse mit Reis Sehr gut und für Hotelverhältnisse recht günstig. Gegen 21:30 Uhr bin ich im Bett.

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Kloster Kyauk Kalat
Sackhüpfen sieht in Myanmar auch nicht anders aus als bei uns!
Sadan-Höhle, liegender Buddha mit zwei Mönchen
Sadan-Höhle, Rückfahrt mit dem Boot durch die Reisfelder
'1000 Buddhas'
Kissenschlacht!
Kaw-Gone-Höhle, Eingangshalle
Yathet Pyan-Höhle, innen
Yathet Pyan-Höhle, Blick nach außen
Neujahrsfest der Karen, Grillstand
Neujahrsfest der Karen, Riesenrad mit Muskelantrieb