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Myanmar 2016/2017 - Tag 12

Reisetag Goldener Felsen - Hpa An

Morgens gibt es einen Sonnenaufgang vor unseren Zimmerfenstern und wir laufen gegen 8:30 Uhr nach einem guten Frühstück am Hotel los, zurück zu den LKW. Wir sehen, dass heute morgen sehr viel mehr los ist als gestern Abend. Der Weg zum "Goldenen Felsen" ist brechend voll und auch der Blick weiter nach oben zeigt ein enormes Gewimmel. Wir hatten gestern also eigentlich viel Glück, dass vergleichsweise so wenig los war.

Das Einsteigen in die LW ist heute sehr schwierig. Es herrscht hier regelrecht Panik. Die Einheimischen bespringen die LKW bereits, während sie rückwärts zur Plattform einparken, ein gefährliches Spiel. So ist der LKW schon halb voll, als er die Plattform erreicht. Wir schaffen es aber beim zweiten Anlauf und sitzen diesmal ganz eng eingezwängt in der Mitte der Ladefläche. Die Fahrt nach unten ist rasant, aber sicher. Zwischendrin gibt es einen Stau-Stopp, weil wir auf entgegenkommende LKW warten müssen. Es stauen sich sicherlich fast 15 LKW. An einem weiteren Zwischenhalt wird dann kassiert, was ja in der Hektik oben unmöglich war. Hier können die Leute nicht weg und die Zahlung läuft geordnet ab. Man sieht, dass eine solche LKW-Ladung wirklich eine große Menge Geld einbringt!

Am Ziel steigen wir in unseren Minivan um und fahren noch ein kleines Stück. Dort heißt es erneut Abschiednehmen, denn unsere Wege trennen sich. Auf meine drei Begleiter warten noch ein paar Tage Strandurlaub und ich reise in den nächsten Tagen allein mit einem neuen Guide weiter. Er wartet schon auf mich samt Fahrer und neuem Auto. Wir begrüßen uns, laden das Gepäck ein und schon geht es weiter. Unser Gefährt ist wieder sehr komfortabel, ein Toyota Celsior. Mein englischsprechender neuer Guide stellt sich als "Sumo" vor, das ist die Kurzform seines eigentlich komplizierten richtigen Namens Soe Moe Thu. Später erfahre ich von ihm, dass er längere Zeit in Spanien lebte und dort auch gut Spanisch lernte. Und jetzt ist er einer von ganz wenigen spanischsprechenden Guides in Myanmar und hat vor allem (reiche) Gäste aus Lateinamerika.

Wir fahren Richtung Hpa An, der Provinzhauptstadt des Staates der Kayin bzw. Karen. Auf der längeren Fahrstrecke besichtigen wir in Thaton zuerst eine kleinere Pagode, die Shwe Sar Yan Pagode, die auf den ersten Blick recht unscheinbar, aber dann doch sehr schön und prächtig ist. Sie ist sehr ähnlich aufgebaut wie andere große Pagoden, die wir in den letzten Tagen sahen. Es ist überhaupt nichts los, ich bin der einzige Tourist hier. Vor der Hauptpagode steht ein großer Blumenschmuck, weil dort vor kurzem ein sehr bekannter Mönch eine Predigt hielt. Die Einheimischen, die auch hier sind, lassen sich davor fotografieren als Erinnerung und man sieht, welche große Bedeutung dies für sie hat.

Wir fahren weiter bis zur Bayin Nyi Höhle, an deren Eingang ein sehr schönes Kloster an den Felsen gebaut ist. In der Höhle sind einige Buddha-Figuren, die beleuchtet werden. Es ist aber noch jede Menge Platz für weitere Figuren und ich denke, in den nächsten Jahren wird hier noch einiges gebaut werden. Natürlich geht es auch in der Höhle wie in allen anderen Pagoden oder Klöstern nur mit bloßen Füßen voran und der Weg ist teils schwierig. Außen neben dem Kloster ist eine natürliche heiße Quelle und es ist daraus ein halb natürlicher See entstanden. Wir setzen uns kurz auf einen Steg und lassen die Füße ins warme Wasser baumeln. Genau richtig nach dem kalten Höhlenboden!

Zum Mittagessen gehen wir am Weg in ein lokales Restaurant und es gibt ein typisches burmesisches Mittagessen. Ich esse Reis mit Bohnen und Kartoffeln. Dazu gibt es zig verschiedene Soßen und andere Beilagen in kleinen Schälchen. Manche sind scharf, andere nicht. Alles ist sehr gut und außer das ungeschälte, rohe Gemüse probiere ich alles durch. Alles zusammen kostet sehr wenig und inkl. Getränk zahle ich gerade mal 2500 Kyat, also 1,80 Euro!

Den nächsten ganz Stopp legen wir an einem kleinen See ein, wo man das Wahrzeichen von Hpa An sieht, einen großen Felsen namens Zwekabin Taung, nach dem hier auch alles Mögliche benannt ist, unter anderem auch mein nächstes Hotel. Oben drauf steht natürlich eine Stupa. Dies ist auch eine Art Versicherung, damit solche Felsen nicht irgendwelchen Bergbauunternehmungen zum Opfer fallen. Dies findet hier wohl öfters statt, um z.B. Beton oder andere Baustoffe zu produzieren.

Ich checke ins Hotel "Zwekabin" an der Hauptstraße ein und habe ein riesiges Zimmer, also eine Suite mit zwei Badezimmern etc. ganz für mich allein. Bis 16:30 Uhr ist Pause.

Zum Sonnenuntergang fahren wir zu einer kleinen Pagode am Ufer des Thanlyin-Flusses. Am Ufer ankern völlig heruntergekommene mittelgroße Schiffe, die mit großen Saugrohren ausgestattet sind. Damit saugt man Flusskies aus dem Fluss und bringt ihn hier ans Ufer. Wir werden diese Schiffe noch mehrmals in Aktion sehen. Viel einbringen tut diese Arbeit definitiv nicht. Schon die ganze Fahrt über und auch hier führe ich mit meinem Guide jede Menge Gespräche über alle möglichen Themen, Myanmar und auch Deutschland betreffend. Es ist ein wilder Mix aus Geschichte, Wirtschaft, Politik und alles sehr interessant. Dabei werden die großen Unterschiede beider Regionen immer wieder deutlich. So gibt es in Myanmar keinerlei Versicherungen und auch keine Kredite, z.B. für Immobilien. Alles wird bar bezahlt, teils als Vorschuss. Altersvorsorge oder anderweitige Absicherungen gibt es nicht. Die Altersvorsorge der Leute scheint vor allem das Verbessern ihres Karma zu sein. Denn selbst sehr arme Leute (und auch sehr reiche Leute!) spenden deshalb große Teile ihres Einkommens an die Pagoden und Klöster und sorgen damit in ihrem Glauben gut vor. Auch Spenden an die Nats oder andere Götter, Geister oder Schutzheilige ist sehr weit verbreitet. Mehrmals wird bestätigt, dass keinerlei staatliche Gelder verwendet werden für all die Vergoldungen und andere religiöse Bauten. Es sind zu 100% Spendengelder.

Abends geht es zurück ins Hotel. Sumo empfiehlt mir ein Restaurant nebenan, aber ich missverstehe ihn. Ich gehe also ins Nachbarhotel "Thiri Hpa An" und dort ins Restaurant. Es ist dort alles ganz schlecht, obwohl das Hotel von außen einen guten Eindruck macht. Schlussendlich erhalte ich ein gutes Essen, aber die Bedienung und auch das Ambiente ist eine Katastrophe. Dazu ist alles sehr teuer. Gegen 21:30 Uhr bin ich im Bett und bin doch ziemlich erledigt, obwohl der Tag eigentlich gar nicht so stressig war.

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Morgendlicher Blick aus meinem Fenster im Hotel Mountain Top View
Shwe Sar Yan Pagode
Shwe Sar Yan Pagode
Bayin Nyi Höhle, Eingang
Bayin Nyi Höhle, innen
Blick auf den Zwekabin-Felsen
Kleine Pause für den Fahrer und den Guide
Abend am Thanlyin-Fluss
Abend am Thanlyin-Fluss
Abend am Thanlyin-Fluss