Position: Home > Photo > Myanmar 2016/2017 > Tag 11

Myanmar 2016/2017 - Tag 11

Goldener Felsen

Heute geht es gegen 8:00 Uhr am Hotel los und es startet der Verlängerungsbaustein zum "Goldenen Felsen" ("Golden Rock"). Wir fahren zu Viert in einem sehr komfortablen Minivan Toyota Alphard ca. 2 Stunden von Yangon nach Kyaikto bzw. Kinpun.

Auf dem Weg kommen wir durch Bago und besichtigen wir zwei liegende Buddha-Figuren. Der erste ist relativ modern und unter freiem Himmel. Wir besichtigen den Ort nur kurz, weil wirklich nicht viel zu sehen ist. Außerdem ist es trotz der relativ frühen Stunde schon relativ heiß.

Nach einer kurzen weiteren Fahrstrecke sind wir an der eigentlichen Attraktion, dem Shwe Tha Lyaung Buddha. Er ist mit 55 Meter Länge recht groß und liegt unter einer stabilen Überdachung. Ursprünglich ist der Buddha schon sehr alt und wurde durch Zufall beim Bau einer Eisenbahnstrecke 1881 wiederentdeckt, nachdem Einheimische von dem Fundament des Buddha schon Ziegel zum Bau verwendet hatten. Offensichtlich geriet der Buddha in verschiedenen Stammestreitigkeiten in Vergessenheit. Nach der Wiederentdeckung wurde der Buddha aufwendig renoviert und mit einem Dach geschützt. So ist der vor allem der Bereich unterhalb des Kopfes und auch die Fußsohlen wirklich außerordentlich prächtig. Auf der Rückseite sind in einer Gemäldeserie Szenen aus dem Leben Buddhas dargestellt. Heute sind immer noch Ferien und so sehen wir viele Schulklassen auf Ausflügen zum Buddha mit gemeinsamen Betgesängen.

Unser nächster Stopp ist die Shwe Mawdaw Pagode in Bago. Es ist wieder ein prachtvolles Bauwerk und auch höher als die Shewdagon Pagode in Yangon. Wir umrunden das Gelände und beobachten das für uns nun schon gewohnte Treiben der Pilger an solchen Heiligtümern. Wir sehen auch ein gemauertes Fragment, welches bei einem der vielen Erdbeben von oben abstürzte. Man räumte es aber nicht weg, sondern verehrt es stattdessen und hat natürlich oben auf dem Fragment gleich eine Mini-Pagode errichtet.

Danach fahren wir noch am neu aufgebauten Königspalast Kambozathadi vorbei. Er wird gerade renoviert und wir machen nur einen kurzen Spaziergang über das weitläufige Gelände und durch die wenigen Räumlichkeiten. Wir sind fast alleine und erst als wir wieder gehen, kommt eine Schulklasse an.

Am Ziel in Kyaikto angelangt gehen wir erstmal Mittagessen. Ich esse klassisch burmesisch, also Reis mit vielen kalten oder lauwarmen Beilagen, also z.B. scharfe Linsen, scharfe Wasserkresse, Rohkost, Ziegencurry.

Danach geht es zu einer Art LKW-Bahnhof, wo speziell ausgestattete LKW zum Berggipfel starten. Es sind mittelgroße Fahrzeuge mit eng montierten schmalen Bänken auf der Ladefläche. Seit neuestem (lt. unserem Guide) sind die LKW auch überdacht. Zum Einstieg gibt es jeweils eine schmale Plattform aus Stahl, zu der eine Treppe hinaufführt. Es warten schon viele Leute und kaum parkt der LKW ein, stürmen alle auf die Ladefläche. Die Aufsichtsleute passen auf, dass ganz eng gesessen wird und maximal Leute hineinpassen. Wir haben Glück und bekommen die erste Reihe mit viel mehr Beinfreiheit, die aber auch mehr kostet. Eine Fahrt kostet 2000 Kyat, die erste Reihe 3000 Kyat. Viel Geld für die Einheimischen. Auf einer Bank sitzen 7 Leute nebeneinander und so eng, dass man keine Sicherheitsgurte mehr braucht.

Wir fahren dann ca. 30 min. bergauf auf einer Betonpiste, sehr kurvig und oft auch zwischendurch mal abwärts. Wir fahren sehr zügig, wobei aber kein großes Gefühl der Unsicherheit aufkommt. Die LKW machen technisch einen guten Eindruck und die Fahrer scheinen zu wissen, was sie tun.

Am Ziel steigen wir aus und laufen ein Stück zu unserem Hotel "Mountain Top View", was einen sehr guten Eindruck macht und sehr nah am Tempel-Gelände rund um den Gipfel liegt. Wir beziehen unsere sehr schönen Zimmer mit einer traumhaften Aussicht und laufen nach kurzer Pause gleich weiter zum "Goldenen Felsen".

Nach kurzer Strecke werden wir an einer Security-Schleuse mit Gepäckkontrolle unsere Schuhe los und gehen den breiten Weg weiter an vielen Imbissständen (z.B. mit im Ganzen gebratenen Enten, mit Schnäbeln!) und sehr vielen notdürftigen Schlafstätten aus Decken und Kissen. Es gibt für die zahllosen Pilger hier viel zu wenige Hotels. Wir sehen, dass der "Goldene Felsen" offensichtlich einer der wichtigsten Pilgerziele hier im Lande ist. Wir sind als Europäer (wieder einmal) sehr stark in der Minderheit. Die Damen in unserer Gruppe sind öfters einmal Fotomotive mit Gruppen von Einheimischen. Von der hellen Haut und den jedenfalls nicht schwarzen Haaren sind sie einfach begeistert.

Es ist schon Spätnachmittag und wir haben wieder sehr schönes Fotolicht. Trotz der vielen Leute ist alles sehr entspannt, kein Geschrei und keine Hektik. Ganz so, wie wir es auch die Tage zuvor stets erlebten. Will man mal irgendwo vorbei, macht jeder bereitwillig Platz. Wir laufen durch die große Anlage und genießen die Stimmung. Direkt am Felsen gibt es noch eine stark gesicherte Security-Schleuse, durch die (nur) Männer ganz nah an den Felsen dürfen und dort Blattgoldstückchen anheften können. Es ist dort auch wieder viel los. Wir bleiben bis zum Sonnenuntergang und machen viele Fotos. Danach laufen wir langsam zurück zum Hotel und genießen dort ein sehr gutes Abendessen mit einem ganz prima Service. Gegen 21:30 Uhr bin ich im Bett.

Zum vorigen Tag Zurück zur Übersicht Zum nächsten Tag
Unser erster Buddha am heutigen Tag
Unser zweiter Buddha, der Shwe Tha Lyaung Buddha
Der Shwe Tha Lyaung Buddha, Kopf
Shwe Tha Lyaung Buddha, prächtige Fußsohlen
Shwe Mawdaw Pagode in Bago
Shwe Mawdaw Pagode, abgestürztes Fragment und Minipagode
Königspalast Kambozathadi, eingerüstet
Auf dem Weg zum Goldenen Felsen
Erster Blick auf den Goldenen Felsen im späten Sonnenlicht
Next Generation Monks
Goldener Felsen, kurz vor Sonnenuntergang