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Myanmar 2016/2017 - Tag 7

Bagan, Mount Popa

Heute ist eigentlich kein offizielles Programm, sondern Zeit für zusätzliche Reisebausteine, die man in Deutschland buchen konnte. Bei meiner Buchung hatte ich das aber übersehen und wurde auch nicht speziell darauf aufmerksam gemacht. So machen einige Gruppenmitglieder ganz früh morgens einen Ballonflug über das Pagodengelände. Das hätte ich auch gern gemacht, aber alles war ausgebucht. Billig ist der Spaß auch nicht, ein ca. 45-minütiger Flug kostet etwa 300 USD, in Deutschland vorab gebucht geringfügig billiger.

Weiterer angebotener Baustein ist ein organisierter Ausflug zum Mt. Popa, etwas außerhalb gelegen, wo auf einen ausgesetzten Felsen ein Kloster errichtet wurde und man hinaufpilgern kann. Wir entschließen uns zu Viert, diesen Baustein, der pro Person 40 USD gekostet hätte, auf eigene Faust durchzuführen und mieten ein Auto für insgesamt 40 USD plus Fahrer vom Hotel (des Myanmar Treasure Resorts der anderen Gruppenhälfte). In Myanmar ist Ausländern auch mit gültiger Fahrerlaubnis das Fahren nicht gestattet und auch Mietwagen gibt es ausschließlich mit Chauffeur. Es wird dadurch aber auch nicht deutlich teurer.

Wir fahren auf durchgängig guten Straßen in einem komfortablen Minivan ca. 1 Stunde durch hügelige, dünn besiedelte Landschaft. Kurze Stopps machen wir an einem kleinen Markt und nochmal an einer Werkstatt, wo Palmzucker verarbeitet wird und schauen zu wie aus dem Zuckersaft am Ende ein ziemlich scharfer Schnaps gebrannt wird, den wir natürlich auch probieren.

Am Mt. Popa bzw. am Fuße des Vulkankegels Taung Kalat erwartet uns unten eine kleine Ortschaft mit kleinen Läden und Verkaufsständen. Dort beginnt auch eine überdachte Treppe bis zum Gipfel und das dortige Kloster. Wir gehen natürlich barfuß, die Treppe ist gefliest und sehr unterschiedlich sauber. In Abständen säubern Pilger die Treppe und bitten um Spenden für Ihre Dienste. Am Rand der Treppe lauern kleine Affen, die gern die passierenden Pilger anspringen und allerlei Dinge klauen. Ein asiatischer Tourist warnt uns, dass wir auf unsere Brillen aufpassen sollen!

Auf dem Weg gibt es immer mal wieder größere Treppenabsätze bzw. Plattformen, auf denen Gebetsräume, Schreine mit Buddhastatuen oder auch Geisterstatuen der Nats und auch Spendensammler (hier "Donation Centre" genannt) versammelt sind.

Auf dem Gipfel ist das auch so, aber in noch größerer Anzahl. Heute ist ganz wenig los und wir können in Ruhe umherstreifen und uns alles anschauen. Wir haben auch einen tollen Blick auf die Umgebung unter uns.

Zu den Nats hat uns unser Guide schon in den letzten Tagen etwas erzählt gehabt, aber ich habe aufgrund seiner nicht so sehr guten Deutsch-Kenntnisse nicht alles verstanden. Die Nats sind eine Art Schutzheilige und es gibt 37 davon. 33 davon sind Götter, die zum Götterkönig Indra gehören (meiner Meinung nach stammt das wohl aus dem Hinduismus) und 4 sind weitere Götter, Himmelskönige genannt. Nat kann auch jemand werden, der berühmt war und/oder unter besonderen oder besonders tragischen Umständen starb. Diese Nats werden sehr häufig neben Buddha in Tempeln geehrt und angebetet und um Hilfe in allen möglichen Lebenslagen gebeten. Oft wird dafür auch Bargeld gespendet, was häufig an den Nat-Figuren direkt angeheftet ist. Wir sehen also auch hier Tempel für Buddha und auch Tempel für die Nats.

So entstand auch das Kloster des Mt. Popa, wurde von einem Mönch erbaut und ist aber eher für die Nats da als für Buddha. Mt. Popa ist eigentlich der mit 1518 m höchste Berg der Region, ein erloschener Vulkan. Der Felsen mit dem Kloster heißt auch "Taung Kalat" und ist 737 m hoch. Uns wird gesagt, dass 900 Stufen (andere Quelle: 777) hinauf führen. Meiner Meinung nach sind es aber sehr viel weniger, denn der Aufstieg dauert nicht sehr lange.

Nach dem Rückweg über die Stufen zahlen wir eine Spende an der Schuhaufbewahrung und säubern unsere Füße und trinken dann kurz etwas in einem kleinen Lokal. Danach fährt uns unser Fahrer zum Mittagessen in ein sehr gutes Hotel am Berghang des Mount Popa, welches zur selben Kette gehört wie das Myanmar Treasure Resort. Dieses hier heißt "Popa Mountain Resort" und scheint wirklich exklusiv zu sein. An der Rezeption müssen wir pro Person 5 USD "Pfand" zahlen, denn man will keine wilden Besichtigungsgäste haben. Das Geld erhalten wir später zurück. Das Restaurant ist auf einer herrlichen Freiterrasse mit Blick auf unseren gerade bestiegenen Kloster-Felsen und der Ausblick ist wirklich grandios. Den Felsen sieht man von hier aus am allerbesten. Wir machen natürlich Fotos und auch unser Fahrer knippst mit seinem Smartphone.

Wir essen sehr gut, wenn auch die Preise entsprechend hoch sind. Nach der Bestellung geht die Bedienung noch einmal alles durch, wiederholt jede Bestellung, ob denn auch alles korrekt verstanden wurde. Das ist echter Service.

Nach der Rückfahrt sind wir gegen 14:30 Uhr im Hotel und machen eine kleine Mittagspause. Um 16:00 Uhr geht es nochmal zu Viert los, denn ich buchte hier vor Ort (auch dies ein völlig überteuertes Angebot von Exotravel) den Baustein "Bagan bei Nacht". Zuerst fahren wir zu einer Bootsanlegestelle und steigen auf ein mittelgroßes Boot, was nur für uns da ist. Es gibt Tee und Nüsse. Wir fahren auf den Fluss (den Irrawaddy) hinaus für den Sonnenuntergang und sind offensichtlich nur die Vorhut von Hunderten Booten für dasselbe Ereignis. Zum Schluss sind auf dem Fluss eine Unmenge von Booten, die nach und nach eingetrudelt sind. Wir genießen es trotzdem.

Nach dem Sonnenuntergang geht es zurück an Land und wir fahren mit einem Minivan in die Stadt zurück. Dort besuchen wir ein Museum, welches die Hintergründe zu dem speziellen Thanaka-Holz erklären soll, welches in Myanmar ja als Sonnenschutz und als Kosmetik verwendet wird. Wir sind die einzigen Gäste und hinter uns wird geschlossen.

Es ist mittlerweile stockdunkel und in Myanmar gibt es nur sehr spärliche Straßenbeleuchtung. Wir bummeln also durch die dunklen Straßen und schauen in ein paar Geschäfte in der großen Straße, in der sich auch das Museum befindet. Wir kaufen aber nichts und gehen zurück zum Auto. Wir fahren noch zu einer sehr schönen Pagode (den Namen kann ich nicht mehr ausfindig machen) inmitten eines freien Platzes, die innen mit Wandmalereien versehen ist. Fotografieren ist verboten, rundum Kameraüberwachung.

Zum Schluss lassen wir uns nach "New Bagan" bringen, wo unsere Hotels sind und auch einige Restaurants. Wir gehen auf Anraten unseres Guides in das "7 Sisters", einem wirklich von 7 Schwestern geführten Restaurant, im Dunkeln in zweiter Reihe nicht sofort auszumachen. Aber es ist voll besetzt, natürlich nur Touristen. Das Essen ist hervorragend, besser als im "Black Rose" und auch nicht teurer. Der Weg zu unserem Hotel ist trotz dunkler Straßen nicht schwer zu finden und ich bin gegen 22:00 Uhr im Bett.

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Bei den Palmzuckerkochern, eine typische burmesische Landküche
Am Mt. Popa, Kloster von unten
Mt. Popa, Trepenüberdachung
Mt. Popa, oben am Kloster
Mt. Popa, einer der vielen Schreine, hier mit typischen Spendenboxen
Mt. Popa, Blick von der Terrasse des Popa Mountain Resort
Auf der Rückfahrt, Marktszene
Unser Boot zum Sonnenuntergang
Bagan, Irrawaddy, Sonnenuntergang
Lustiges Schild vor einem Restaurant in Bagan
Bagan, Pagode in der Stadt bei Nacht
Bagan, auf dem nächtlichen Markt, Thanaka-Verkäufer