Position: Home > Photo > Myanmar 2016/2017 > Tag 4

Myanmar 2016/2017 - Tag 4

Mandalay, Sagaing, Ava, Amarapura

Nach einem guten Frühstück im Frühstücksraum (der Eierbrater steht draußen im Garten, etwas versteckt und erst spät entdeckt) geht es 8:00 Uhr mit dem Bus los zu allerlei Handwerksbetrieben. Eine typische Touristentour, ist aber ja trotzdem interessant.

Zuerst besuchen wir die Goldschläger, die das Blattgold herstellen, für das es in Myanmar so viele Abnehmer gibt. Nicht nur die Pilger, auch die Pagoden selbst brauchen stets sehr viel Gold. Sehr viele Pagoden sind echtvergoldet und werden regelmäßig, meist alle 5 Jahre, neu vergoldet. Wir haben schon einige verhüllte Pagoden gesehen, die erst neu dunkel lackiert und dann neu blattvergoldet werden. Wir sehen die Goldschläger bei der Arbeit und sehen, wie das Gold schrittweise immer dünner geschlagen wird. Dazu liegt das Gold zwischen Papierlagen in unterschiedlichen (Flächen-)-Größen.

Danach geht es zu den Holzschnitzern und Stickern, die sich eine gemeinsame Werkstatt teilen. Wir sehen wirklich wunderschöne Schnitzereien und besonders fasziniert mich die Art der Reliefs mit vielfältigen und tiefen Hinterschneidungen, die teils sehr kompliziert und manchmal mehr als zwei Ebenen haben. Und alles ist immer noch in einem einzigen monolithischen Holzstück! Wirklich tolle Arbeiten, wir kaufen aber relativ wenig. Es gibt hier auch noch Marionetten aller Art, die in Myanmar recht verbreitet in Marionetten-Theatern verwendet werden.

Ein Stück weiter steigen wir in der Straße der Marmorschleifer aus. Die Straße, die Bäume, alles ist weiß von dem Staub des Marmors. Es sieht etwas aus wie Reif oder Schnee, wenn es nicht über 30°C wäre... Wir gehen die Straße entlang mit unzähligen kleinen Werkstätten, wo gearbeitet und natürlich auch verkauft wird. Buddha-Statuen in allen Größen und anderes.

Weiter geht es ein Stück mit dem Bus zu einer Töpferwerkstatt, wo vor allem Frauen arbeiten. Eine Frau führt uns das Ausformen eines großen Tongefäßes vor, eine andere balanciert, unterstützt von Kolleginnen, mehrere dieser großen Gefäße übereinander auf dem Kopf. Es scheint eine ganz lustige Truppe zu sein.

Auf dem Weg zum Bus hören wir laute Gebete durch einen Lautsprecher. Unser Guide erklärt, dass dies eine spezielle Zeremonie ist, die auch mehrere Tage dauern kann, mit ununterbrochenen Gebeten. Dazu passt eine Geschichte eines dänischen Touristen, den diese Lautsprecher neben seinem Hotel störten. Er zog daraufhin die Stecker raus und nahm die Kabel auch noch mit. Ergebnis waren mehrere Monat Gefängnis in Myanmar.

Wir überqueren mit dem Bus den Fluss Irrawaddy und fahren hinüber nach Sagaing, wo wir verschiedene Pagoden besichtigen wollen. Schon von Ferne sehen wir auf den Hügeln rundum Dutzende davon. Wir fahren einen der Hügel hinauf uns stoppen an einer großen Pagode auf halber Höhe. Sie heißt Swan Oo Pon Nya Shin Pagode (andere Schreibweise Sun U Ponnya Shin Pagode) und beherbergt neben einer großen Buddha-Statue auch kleinere Statuen eines Froschs und eines Hasen, in dessen Gestalt Buddha hier auch erschienen sein soll. Man hat von hier aus schon einen sehr schönen Blick auf die Landschaft rundum. Es ist aber mittlerweile wirklich sehr heiß. Wie schon gestern ist wenig los und wir sind neben einzelnen anderen Besucher weitgehend allein.

Wir fahren noch ein Stück weiter hoch, diesmal allerdings wieder auf der Ladefläche eines Pickup, der aber etwas größer als der von gestern ist und sogar gepolsterte Sitze hat. Wir steigen an der U Min Thone Sae Pagode (andere Schreibweise Umin Thonze Hpaya Pagode) aus und besichtigen ein offensichtlich frisch renoviertes bogenförmiges Gebäude mit 45 Fenstern und einem durchgehenden Gang dahinter, wo 45 Buddha-Figuren sitzen, die (wenn ich es richtig verstanden habe) für die 45 Lebensjahre Buddhas stehen, die er nach seiner Erleuchtung lebte.

Nach der Besichtigung fahren wir mit Pickup und Bus wieder nach unten und weiter zu einer kleinen Bootsanlegestelle. Wir fahren nach Ava (Inwa), wo wir zuerst Mittag essen. Das Lokal liegt sehr schön unter Bäumen und wir essen wieder einmal ausgezeichnet verschiedene Curries mit Reis. Der Reis ist eine spezielle Sorte aus Myanmar, genannt Pearl Rice, die beste Sorte. Der Geschmack ist wirklich sehr gut. Vor dem Restaurant stehen schon jede Menge Pferdekutschen mit sehr traurig aussehenden Pferden. Mit denen fahren wir anschließend eine ganze Strecke durch die Landschaft, jeweils zwei Personen in einer kleinen Kutsche. Wir fahren durch Felder und kleine Ortschaften und es sind zahlreiche Kutschen unterwegs, die auch mal einen kleinen Stau verursachen.

Zuerst halten wir an einem alten Holzhaus, wie alles in Myanmar aus Teakholz. Das Haus ist das Kloster Bagaya und ruht auf Hunderten von dicken Holzpfählen. Das Kloster reicht aber lange nicht an das Holzhaus vom ersten Tag heran. Man muss beim Barfußlaufen gut aufpassen, weil manche Holzdielen mit herausstehenden Schrauben versehen sind.

Wir halten an einer Tempelruine, die sichtbare Erdbebenschäden trägt. Die ganz Region wurde in den letzten Jahrhunderten häufig von Erdbeben getroffen, zuletzt erst 2016 und damals fast zeitgleich mit dem Erdbeben in Italien.

Auch unser nächster Stopp an einem übriggebliebenen Wachturm eines ganzes Königspalasts, der bei einem Erdbeben zerstört wurde. Der Turm steht auch entsprechend schief, ist aber besteigbar. Das tun wir auch und wagen von oben einen Rundumblick.

Weiter geht es mit den Pferdekutschen zu einem sehr großen und aus Stein erbautem Gebäude, dem Maha Aungmye Bonzan Kloster. Auch dies ist von Erdbeben beschädigt, wurde auch wieder repariert bzw. restauriert. Es ist ein beeindruckender Bau, aber wohl komplett verlassen, weil die Mönche böse Geister oder anderweitige negative Einflüsse vermeiden wollten, wie uns erklärt wird. Jedenfalls ist alles leer und wir wandeln durch ein Gang-Gewirr im Innern. Auf den Außenanlagen haben sich einige Kunststudenten niedergelassen und zeichnen verschiedenste Details des Gebäudes. Anleitung haben sie durch einen offenbar sehr bekannten Mentor, der auch vor Ort ist. Wir haben wieder ein tolles Ambiente im späten Tageslicht und es finden sich viele Fotomotive. Am Klostereingang kaufe ich eine kleine geschnitzte Buddha-Figur.

Zum Tagesabschluss geht es mit Pferdekutschen, Fähre und Bus nach Amarapura zur U-Bein-Brücke, die auch aus Hunderten dicken Teakholzpfählen besteht und ein breites Tal über 2 km überspannt. Dort lassen wir uns mit sehr vielen anderen Leuten nieder und schauen dem Sonnenuntergang zu.

Danach geht es zurück zum Hotel durch sehr viel Verkehr. Wir essen zum Abschluss nochmal im "Unique Myanmar" und werden wieder bestens verköstigt. Das Bier schmeckt auch wieder nach diesem erlebnisreichen Tag.

Zum vorigen Tag Zurück zur Übersicht Zum nächsten Tag
Bei den Goldschlägern
Bei den Holzschnitzern
Bei den Stoffstickerinnen
Die Marmorstraße
Bei den Töpferinnen
Blick nach Sagaing über den Fluss
In der Swan Oo Pon Nya Shin Pagode
U Min Thone Sae Pagode, außen
U Min Thone Sae Pagode, innen
Mit Pferdekutschen geht es weiter
Das typische Myanmar, Landwirtschaft und Pagoden
Kloster Bagaya, außen
Kloster Bagaya, innen
Eine Tempelruine auf dem Weg
Eine Tempelruine auf dem Weg, Buddha-Statue mit seinen Lieblingsschülern
Beschädigter Wachturm
Maha Aungmye Bonzan Kloster, außen
Maha Aungmye Bonzan Kloster, innen
Maha Aungmye Bonzan Kloster, Kunststudent
U-Bein-Brücke im Sonnenuntergang
Sonnenuntergang von der U-Bein-Brücke