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Mexico 2008/2009 - Tag 13

Reisetag Lacania - Palenque, Besichtigung Ruinen von Bonampak und Palenque

Wieder 6:30 Uhr aufstehen, duschen und diesmal zusammenpacken, denn wir verlassen diesen schönen Ort. Die Sachen sind in der Zwischenzeit doch etwas trockener geworden oder zumindest weniger nass. Zum Frühstück gibt es diesmal für mich sogenannte „hot cakes“, das sind praktisch Eierkuchen, die meisten sagen auch Pfannkuchen. Sehr dick, sehr gut, dazu Honig und Kaffee. Marmelade ist alle, die haben wir aufgegessen…

Dann Abfahrt nach Palenque, nachdem das Gepäck wieder fest und wasserdicht auf dem Busdach verstaut wurde. Auf dem Weg dorthin noch ein Stopp in Bonampak, einer weiteren Maya-Ruinen-Stätte. Ich leider ohne Kamera, denn die ist auch auf dem Busdach und quasi unerreichbar. In Bonampak befindet sich die größte Stele, die man bisher von den Maya gefunden hat, sehr hoch, sehr dünn und damit sehr schwierig herzustellen. Denn die Maya kannten ja keinerlei Metallwerkzeuge. Außerdem gibt es drei Kammern mit Malereien darin. Wieder mit nach oben spitz zulaufenden Decken wie in Yaxchilán gesehen und alles lückenlos bemalt. Die originalen Farben sind großflächig erhalten, verblassen aber schnell, da die Kammern nahezu ohne Schutz offen stehen. In die Kammer dürfen max. drei Leute gleichzeitig, mehr passen aber auch kaum rein. Die Kammern dienten wohl praktisch nur zur Darstellung der Gemälde, sozusagen als gemauertes Buch. Man stellt sich hinein und betrachtet die Malereien, die historische Begebenheiten zeigen. Die die Gemälde früher aussahen und welche Anstrengungen zur Restaurierung und zur Interpretation gemacht wurden, sehen wir in Zeitschriften, die Alejandro dabei hat aus der Reihe „archeologica mexicana“. Wunderbar gemachte Materialien, in Spanisch und Englisch. Sehr aufwendig und sehr anschaulich, man sieht die Mühe und die Arbeit, die in den Zeitschriften steckt. Wir hatten sie auch schon in Yaxchilán gesehen zu ähnlichen Themen. Jede Ausgabe hat ein spezielles Hauptthema. Leider ist es wohl sehr schwierig, die Zeitschriften in Deutschland zu erwerben.

Wir fahren etwa zwei Stunden und essen dann in Palenque in einem guten, aber recht unmexikanischen Restaurant. Ich esse eine Fajita de pollo, das ist praktisch ein Geflügelgeschnetzeltes mit gedünsteten würzigen Zwiebeln, dazu Salat, Bohnenmuß und Tortillas. Danach noch einen Kaffee und weiter zu unserem Hotel, es sind Cabañas, also Hütten auf einer Kautschukplantage. Wir packen schnell unsere noch immer im Durchschnitt sehr feuchten Sachen aus zum Trocknen und fahren weiter zu den Ruinen, denn es ist schon spät und Palenque schließt schon 17:00 Uhr, wobei bereits 16:30 Uhr die Besucherhorden herausgetrieben werden, denn die Wächter wollen pünktlich Feierabend machen.

Wir treffen gegen 15:00 Uhr in Palenque ein und mieten uns einen Führer, der sehr nett ist. Es ist schon herrlich warmes Licht, die tolle Bilder entstehen lassen mit einer tiefstehenden Sonne und prima Schattenspielen. Von der etwas abseits stehenden Sonnenpyramide hat man einen tollen Rundumblick auf die ganze Anlage. Die Stufen dieser, wie der meisten anderen Maya-Pyramiden sind übrigens sehr hoch, teils 50 cm und teilweise dazu im Vergleich sehr schmal, teilweise weniger als 10 cm waagerechte Fläche. Man mutmaßt, dass es für die Untertanen besonders schwer sein sollte, die Pyramiden zu erklimmen, damit sie das Gefühl haben, dass es schwer zu erreichen ist, der heiligen Sonne nahe zu sein. Die Menschenmassen auf dem Gelände halten sich auch in Grenzen bzw. sind alle recht diszipliniert. Meist sind es Mexikaner, die auch gern dort die Ruinen besichtigen. Natürlich ist viel davon wieder rekonstruiert, d.h. neu gemauert. Trotzdem ist es sehr eindrucksvoll. Auf die Hauptpyramide darf man leider nicht mehr steigen, sie ist gesperrt und ganz oben sitzt ein Wächter.

Unser sachkundiger Führer erklärt viele Dinge, u.a., dass es in Palenque sogar eine unterirdische Kanalisation und Wasserklos gab. Unglaublich, denn in anderen Teilen der Welt hatte man wohl gerade den Faustkeil überwunden… Außerdem sehen wir den Astronomieturm, dessen oberstes Stockwerk allerdings zu 100% aufgemauert wurde. Im Übrigen waren die Mayas wohl auch mit dem Rad vertraut bzw. kannten dieses Konzept. Doch sie benutzten es nicht als Hilfsmittel; wohl deshalb nicht, weil das Rad der heiligen Form der Sonne zu ähnlich war und es als Verachtung gelten würde, die Sonne als technisches Hilfsmittel nachzugestalten und zu gebrauchen. So ist jedenfalls die Theorie der Forscher, wie uns erzählt wird. Palenque steht auf der Liste des Weltkulturerbe der UNESCO.

Auch die Gebäude Palenque waren ursprünglich außen hell verputzt und bemalt. Wir sehen teilweise erhaltene Reste davon, auch noch mit Farbe. An einer Wand sehen wir eine Art Ahnengalerie, d.h. Reste von Portraitmalereien, jedes Portrait von einem Reliefrahmen umgeben, der auch aus einem deutschen Barockschloss stammen könnte. Überhaupt kann man bei der Maya-Kunst durchaus Ähnlichkeiten mit dem europäischen Barock feststellen. Wir bleiben bis zum Schluss auf dem Gelände und schauen beeindruckt. Hoffentlich bleiben die Eindrücke noch lange erhalten, denn sicherlich kommt man vielleicht nur einmal hierher und dann nie wieder?

Zurück zum Hotel und in der einbrechenden Dämmerung noch eine kleine Einführung in den Kautschukanbau vom Plantagenbesitzer. Er erzählt uns, dass es einheimischen Bäume und importierte Bäume gibt, wobei die importierten (wohl aus Brasilien?) viel mehr Kautschuk liefern und weitere Vorteile haben. Man kann einen Baum recht lange „melken“ und anschließend liefert er hervorragendes Holz. Beim Kautschukanbau ist Mexiko allerdings ein kleines Licht weltweit. Das meiste wird in Asien, insbesondere in Indien angebaut.

Wir verabschieden uns traurig von unserem Guide Alejandro, der zurück nach Lacanja zu seiner Basis fahren muss. Traurig müssen wir aber nicht lange sein, denn im Hotel finden wir eine große und nahezu märchenhafte Schokoladentorte vor, die wir eilig bestellen und mit Kaffee verspeisen. Dicke Schokocreme, darauf, darin, darum. Drauf riesige und dicke weiße Schokoladenraspeln. Der Teig saftig und natürlich schokoladig.

Ca. 21:00 Uhr gibt es noch einmal etwas zu essen, also unser Silvester-Menü. Zum Aperitif Margarita, als Vorspeise eine Champignon-Mais-Cremesuppe, danach Truthahn in Tamarindensoße mit Ananas und riesigen Rosinen, dazu kalter Kartoffelbrei, schmeckt aber gut. Danach Rotwein (argentinischer Malbec). Und noch einen sehr milden, dunklen und aromatischen Tequila. Alles recht teuer, aber gut.

Zu Mitternacht stoßen wir an und schauen zu, wie traditionell eine lebensgroße Puppe verbrannt wird, angefüllt mit Feuerwerkskörpern! Sie liegt auf dem Weg und knallt vor sich hin. Als das etwas nachlässt, kommt ein junger Mexikaner herbei und schüttet aus einem Kanister Benzin nach, bis es wieder mehr knallt. So geht das ständig und irgendwann können wir das gefährliche Spiel nicht mehr mit anschauen… So gehen wir schon gegen 1:00 Uhr ins Bett, wobei wir aber auch rechtschaffen müde sind.

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Silvester in Palenque, der brennende Puppenmann
Palenque, die Hauptpyramide
Palenque, die Hauptpyramide und der Astronomieturm
Palenque,der Astronomieturm
Palenque, die Hauptpyramide
Palenque, die Sonnenpyramide
Palenque, das Gelände und dahinter die flache Ebene der Halbinsel Yucatán