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Mexico 2008/2009 - Tag 12

Besichtigung Ruinen von Yaxchilán

Zum Sonnenaufgang gegen 6:30 Uhr stehe ich auf und dusche. 8:00 Uhr gibt es Frühstück im Restaurant und es ist richtig prima. Toast, kleine Brötchen Butter, Marmelade und sogar Cornflakes mit Milch sowie Kaffee. Wer will, kann auch Rührei essen oder gern auch Bohnencreme dazu.

9:00 Uhr brechen wir auf und fahren mit dem Bus zu einer Anlegestelle am Río Usumacinta, einem Grenzfluss zu Guatemala. Wir steigen in sehr schmale Boote mit Dach und starkem Motor um und brausen in Windeseile flussabwärts. Nach ca. 35 Minuten sind wir in Yaxchilán. Alejandro führt uns durch die Anlage und erklärt prima. Am Eingang beobachten wir eine Horde Brüllaffen in den Baumwipfeln, die ihrem Namen alle Ehre machen. Ein ziemlicher Lärm. Als nächstes betreten wir ein gut erhaltenes Gebäude, in dem ein kleines Labyrinth eingebaut ist mit engen Gängen und kleinen Räumen zwischendrin. Jedoch dazu sehr hohe und spitz zulaufende Decken wie ein schmaler Dachstuhl. Darin jede Menge Fledermäuse und auch unheimlich große Spinnen (Paraphrynus), die ein bisschen wie Skorpione aussehen, aber Geißelspinnen heißen, mit sehr langen Beinen. In einem Raum des Labyrinths sammeln wir uns, Alejandro macht die Taschenlampe aus und erzählt im Dunkeln weiter. Ganz schön unheimlich und nichts für Leute mit Platzangst! Die Räume waren zum Meditieren und Beten und für spezielle Rituale gebaut.

Wir verlassen das Labyrinth auf der anderen Seite des Gebäudes und wollen gerade weiter, als ein starker Wind durch die Baumwipfel über uns fegt und Alejandro und unser Reiseleiter Yves schon leicht zögern. Sie haben Grund, denn kurz darauf geht ein kräftiger Wolkenbruch nieder. Wir sind völlig unvorbereitet und haben keinen Schutz dabei. Wir retten uns also zurück ins Labyrinth und warten ab.

Wir wandern danach weiter über das weitläufige Gelände, sehen die „Kleine Acropolis“ und die „Große Acropolis“ und viele andere Ruinen, Stelen, Reliefs. Teils gut restauriert, teils gar nicht. Dazu erfahren wir viel über die Maya-Mythologie, die uns langsam vertraut wird mit Himmel, Erde, Unterwelt, dem wichtigen Weltenbaum in der Mitte und wichtigen Tieren wie die Schlange, die heilig ist, weil sie mit dem gesamten Körper die Erde berühren kann oder der Vogel, der mit dem ganzen Körper den Himmel berühren kann oder gar die Steigerung, nämlich die gefiederte Schlange, also eine Mischung aus beiden mit beiden Fähigkeiten.

Gegen 14:30 Uhr geht es zurück, wir sehen noch Überreste einer Brücke über den Fluss, was erstaunlich ist, denn die Pfeilerfundamente stehen noch immer mitten im Fluss. Offensichtlich wussten die Mayas, wie man langlebige Fundamente in starken Flussströmungen baut, was ja nicht so einfach ist. Im Boot gibt es ein kleines Picknick mit Müesliriegeln, Äpfeln und Chips.

Unser Bus muss auch noch tanken, aber da weit und breit keine Tankstelle in Sicht ist, kauft Alejandro das Benzin einfach im nächsten Minimarkt(!). Der Chef kommt und betankt den Bus mittels großem Plastikkanister und Schlauch über das Gefälle. In Sachen Brandschutz gibt es hier nicht so große Bedenken. In Mexico gibt es übrigens keinen Wettbewerb bei Tankstellen, sondern nur die staatliche Firma PEMEX mit Einheitspreisen. Als Spritsorten gibt es grün gekennzeichnetes „Magna“ mit 87(!) Oktan und „Premium“ mit 92 Oktan. Porsche-Fahrer werden hier nicht glücklich… Dieses Monopol soll wohl demnächst reformiert werden, aber hier muss man abwarten.

Zurück im Hotel 16:30 Uhr essen wir noch einmal, diesmal Suppe mit riesigen Stücken Geflügel und Gemüse. Sehr gut, aber schwer zu essen. Hatte da jemand in der Küche keine Lust zu schnibbeln? Dazu Reis und Tortillas. Wir klönen beim Bier noch eine Weile und warten auf das nächste Essen gegen 20:15 Uhr, essen wieder und gehen völlig satt, angefüllt mit neuem Wissen und neuen Erlebnissen ins Bett und lauschen wieder dem Dschungel um uns herum.

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Campamento Río Lacanja, Zimmer Nr. 1, Blick vom Balkon im Morgennebel
Auf dem Río Usumacinta
Yaxchilán
Yaxchilán, das Labyrinth
Yaxchilán, im Labyrinth eine Geißelspinne
Yaxchilán, ein Schmetterling, gut getarnt, trotzdem entdeckt
Yaxchilán
Yaxchilán, Relief auf der Unterseite eines Türsturzes, restauriert
Yaxchilán, Große Acropolis
Yaxchilán, Große Acropolis