Position: Home > Photo > Mexico 2008/2009 > Tag 11

Mexico 2008/2009 - Tag 11

Rio Lacantún, Kajaken, Dschungel, Lacania

Eine grauenhafte Nacht war das im Zelt… Die Iso-Matten unbequem und eigentlich zu dünn, dazu zwei laut schnarchende Mexikaner (Vater und Sohn im Gleichklang) im Nachbarzelt. Die haben in dieser Nacht ganze Wälder in Bretter gelegt…

So bin ich schon zum Sonnenaufgang wach und stehe gleich auf. Es ist warm, ich gehe den Weg ab und blase die Kerzen aus und schaue nach dem Rechten an unserem Essplatz, der auf einer erhöhten und überdachten Plattform am Ufer ist. Erst jetzt sehen wir unsere Umgebung erstmals im Tageslicht. Die Guides waschen schon Geschirr am Fluss und schaffen sich am Frühstück. Wir erledigen auch unsere morgendliche Katzenwäsche am Fluss, einige schwimmen auch einige Runden im lauen Wasser.

Zum Frühstück gibt es frische Früchte im Überfluss, dazu Müesli und Joghurt! Eigentlich auch Milch, aber die ist leider schlecht. Dennoch das beste Frühstück der ganze Reise, wir essen mit bestem Appetit. Dazu serviere ich für jeden zwei kleine Stücken echte Nürnberger Lebkuchen-Sterne zur Feier des Tages, denn ich habe die ganze Zeit eine kleine Packung davon aus Deutschland dabei.

Nachdem alles, auch die Zelte abgebaut und verpackt ist, geht es wieder los. Der Rest des Lagers (Zelte, Tische, Stühle etc.) wird von einem großen Motorboot von Explora abgeholt.

Diesmal geht es bei allen viel besser, denn wir sind nun schon eingespielt und geübt. Erste Stromschnellen meistern wir gut, auch wenn einige Boote, auch unseres etwas Wasser nehmen. Eines der Boote müssen wir vorsichtshalber leeren, es wiegt zuviel mit Wasser drin. Die nächste Stromschnelle ist schon heftiger, die Strömung erfasst die Boote und führt sie ganz dicht an einem Uferfelsen entlang. Als letzte der Gruppe sehen wir das Problem lange und die Mühe der Boote. Eli und ich steuern mehr in die Mitte des Flusses und helfen dem schwächsten Boot, indem wir nahe bei ihnen bleiben. Doch es hilft alles nichts: trotz heftigen Stabilisierens, Redens und Haltens kentert das Boot. Es treibt schnell ab und überfährt auch noch andere Gekenterte im Wasser. Es geht alles recht schnell. Eli drückt mir ein Seil in die Hand, an dem das gekenterte Boot hängt, dazu fische ich Paddel aus dem Wasser, damit die nicht abtreiben. Währenddessen dirigiert Eli die Schwimmenden und paddelt wie wild. Alejandro weiter stromabwärts fängt andere Schwimmende ein und leitet alle auf eine Sandbank am Rand. Auch wir streben dieser Sandbank zu, Eli mittlerweile neben dem Boot schwimmend und ziehend, denn Paddeln war zu schwer. Endlich alles an Land, Boote ausleeren, Sachen ins Trockene, Verluste sichten, abregen und tief Luft holen. Alejandro dreht sein Kajak um und breitet eine Tischdecke darüber. Nach dem Abenteuer ein Picknick! Mit Melone, Käse, Nüsse und Crackern. Wir sind sehr froh und schon wieder alle ganz lustig. Langsam trocknen wir auch alle in der Sonne und die Luft ist sowieso warm.

Nach einer Weile steigen wir wieder ein und fahren noch ein Stück bis zu einem kleinen Strand. Dort landen, Mückenschutz verwenden und ab in den Dschungel. Wir wandern ein Stück zu einer noch nicht erschlossenen Maya-Ruine. Wir fühlen uns richtig als Entdecker, alles dicht bewachsen und zwischendrin viele Steine und einige Mauern. Wenn man im Dschungel Steine findet, ist meist etwas von Menschenhand Geschaffenes verborgen. Wir sehen auch einige Tiere und interessante Pflanzen, die uns erklärt werden. Hin und zurück wandern wir etwa 1,5 Stunden und sind ganz schön kaputt. Auch einige Ameisen haben unseren Waden ganz schön zugesetzt. Dagegen waren die Moskitos sehr zahm.

Wir steigen wieder in die Boote und fahren nur noch ein kurzes Stück, vielleicht 5 Minuten. Doch es fängt an zu regnen und Eli, der nun mit mir voraus fährt, macht mächtig Betrieb und ich unterstütze ihn kräftig. Mit „Adelante“ geht’s voran wie nie und wir sind eine ganze Strecke vor allen anderen und zeigen denen, wo gelandet werden kann. Denn die Stelle ist nicht so leicht zu sehen. Alles ausladen aus den Booten und in den Bus einladen, der oben am Ufer steht zusammen mit einem aufgerichteten Umkleidezelt! An alles wird gedacht.

Wieder (fast) ganz trocken laufen wir ein paar Meter ins angrenzende Dorf und essen dort eine Kleinigkeit, eine Art Reisfleisch, genau das Richtige für uns. Dazu „Agua die Fruta“ zum Durstlöschen. Danach wieder in den Bus und los geht es nach Lacania, wo wir heute übernachten wollen. In der Dunkelheit, gegen 20:00 Uhr kommen wir nach etwa 3 Stunden Fahrt am Campamento Río Lacanja an, noch immer rundum Dschungel. Unterwegs hatten wir noch Bier für den Abend gekauft (im dortigen Hotel gibt es das nicht). Es gibt noch einmal was zu essen, praktisch ein Nachtmahl, erst eine Suppe, dann noch einmal ein anderes Reisfleisch. Wir beziehen unsere traumhaften Quartiere duschen in der sehr sauberen und ordentlichen Gemeinschaftsdusche. Die „Zimmer“ sind einzeln stehende Holzüberdachungen mit zaunslattenartigen Wänden direkt am Río Lacanja, d.h. weniger als 1 Meter zum Wasser! Die Flussseite ist offen, sodass das Zimmer wie ein riesiger Balkon mit Bett wirkt. Es gibt sogar Strom, auch wenn die Beleuchtung sehr funzelig ist. Das Hotel wird von den Lacandones betrieben, einem Indio-Volk, das wegen schwieriger Verknüpfungen mit anderen Völkern wegen Sprach- und anderen Problemen und den damit verbundenen Inzuchtproblemen vor dem Aussterben steht. Sie werden von vielen Stellen deswegen unterstützt.

Ich packe einige Dinge aus meiner Tasche in der Hoffnung, dass sie trotz Dschungelfeuchte etwas trockener werden und gehe gleich ins Bett unter einem riesigen Moskitonetz. Um mich herum der Dschungel und das Rauschen des Flusses.

Zum vorigen Tag Zurück zur Übersicht Zum nächsten Tag
Rio Lacantún macht auf harmlos
Rio Lacantún, nach dem Kentern ein Picknick
Rio Lacantún, Dschungel am Ufer
Rio Lacantún, Dschungel am Ufer
Rio Lacantún, Dschungel am Ufer mit Ruinen
Campamento Río Lacanja, Zimmer Nr. 1
Campamento Río Lacanja, Zimmer Nr. 1
Campamento Río Lacanja, Zimmer Nr. 1, Blick vom Balkon