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Mexico 2008/2009 - Tag 7

Reisetag Cuajimoloyas - Juchitán, Besichtigung Ruinen von Yagul

Etwas besser, aber trotzdem schlecht geschlafen. Deswegen habe ich auch keine Mühe, aufzustehen und den Sonnenaufgang zu fotografieren. Genau gegenüber ist Osten und über der Bergkette bei klarem Himmel sieht die Szenerie malerisch aus.

Ich feuere den Kamin an und dusche, dann packen, Gepäck in den Bus und gegen 8:30 Uhr hinunter ins Dorf zum Frühstück in die uns schon bekannte Kneipe. Dort gibt es Trinkschokolade und süße Teigteilchen. Ich esse danach ein Stück ganz zartes Rindfleisch in einer scharfen Barbecue-Soße, dazu Reis zum Löschen. Später probiere ich noch eine Atole, diesmal aus Hafer mit Zucker und Zimt, was ich sehr lecker und viel leckerer als die Mais-Variante finde.

Wir fahren gegen 10:00 Uhr los und verlassen die Berge und fahren zuerst nach Yagul, einer Ausgrabungsstätte am Fuße der Berge. Es ist sehr sonnig und warm und wir wärmen uns erst einmal wieder auf, denn im Durchschnitt war es dort oben in den Bergen doch sehr kalt.

Nachdem es zu Weihnachten in den Bergen keinen Handy-Empfang gab, telefonieren nun alle hektisch, denn in Yagul gibt es wieder Empfang. Ich schreibe eine kurze SMS und lasse es damit gut sein. Yagul ist nicht besonders beeindruckend, wie ich finde, denn es gibt außer einigen Grundmauern und einem begehbaren unterirdischen Schacht mit einigen Reliefs nicht viel zu sehen. Die Wände der Häuser waren innen verputzt, was man noch gut sieht. An einigen Stellen ist auch noch ein Teil der reichhaltigen Bemalung auf dem Putz erhalten. Da alles frei dem Wetter ausgesetzt ist, wird das nicht mehr lange zu sehen sein.

Wir fahren weiter ca. 4 Stunden auf den Panamericana. Unser Fahrer ist recht unsicher, fährt langsam und scheint ein bisschen Angst zu haben, vor allem bei Kurven und beim Überholen. Trotzdem fühlen wir uns halbwegs sicher. Aber ein wenig nervös werde ich allein beim Zuschauen…

Autofahren in Mexico funktioniert etwas anders als in Deutschland. Nicht, dass hier das absolute Chaos regiert, aber einige Regeln haben geringere Priorität. Das betrifft einerseits Geschwindigkeitsbegrenzungen (eher nette rot-weiße Schildchen am Straßenrand) oder auch die oft doppelt gleb durchgezogene Mittellinie. In Deutschland hieße die "keinesfalls überholen!", in Mexico heißt die eher "dies ist die Straßenmitte". Also eher eine Art Mittelstreifen, unbepflanzt. Kurz vor und innerhalb sehr verbreitet sind die "Topes" genannten speed bumps oder hochdeutsch "Bremsschwellen", das sind auch in Deutschland bekannte Buckel unterschiedlichster Ausführung, um die Geschwindigkeit der Autos zwangsweise zu reduzieren. Dies ist in Mexico eben auch die einzige Möglichkeit dafür... Auch gut gebaute Maut-Autobahnen in Mexico haben oft nur eine Spur in eine Richtung und einen Standstreifen. Überholt wird, indem der Überholte kurz auf den Standstreifen ausweicht. Was mir auffiel, ist die viel größere Rücksichtnahme und Gelassenheit als in Deutschland. In Mexico sah ich viel weniger aggressive Fahrer als in Deutschland, was die Gefahr in Mexico auf den Straßen allerdings nur minimal senkt...

Auf der Fahrt treffen wir, wie schon in den letzten Tagen, immer wieder auf Straßenkontrollen, oft stark befestigt mit vielen Sandsäcken, Fahrzeugen etc. vom Militär (in Tarnuniformen) oder von der Polícia Federal (sehr bedrohlich in schwarzer Montur, teils mit Gesichtsmasken). Die Präsenz ist beträchtlich und deutlich und es ist spürbar, dass dies alles abschreckend wirken soll. In diesem Zusammenhang wurde uns von Yves auch von Protesten in Oaxaca im Jahr 2006 erzählt.

Unterwegs halten wir in einem sehr guten Restaurant, von außen völlig unscheinbar, innen bestes Essen, sehr guten Fisch und knackiges Gemüse. Alles so, wie es sein soll. Auch der Flan zum Nachtisch ist eine Wucht. Ich esse ein Fischfilet und dazu Reis und sauer eingelegtes Gemüse. Passt sehr gut.

Wir fahren weiter und kommen gegen 18:00 Uhr in Juchitán an und checken im Hotel „Lopez Lena Palace“ ein. Das Hotel sieht ganz gut aus, relativ groß. Mein Zimmer ist mittelgroß, braune Fliesen, vom Gang her dröhnen einige Klimaanlagen recht laut. Mit Balkon zur rückseitigen Straße.

Wir laufen ins Zentrum von Juchitán, dort ist noch etwas Markt. Wir suchen ein nettes Restaurant, finden auch eines, welches aber noch ganz leer ist, wir sind zu früh dran. Dennoch setzen wir uns und trinken ein bisschen Bier. Eine Live-Band baut gerade auf, das Lokal füllt sich und die Band spielt ganz passabel lateinamerikanische Rhythmen.

Zurück im Hotel gegen 21:30 Uhr und dort kurz ins Internet, denn es stehen kostenfrei einige PCs parat. Rasch E-Mails prüfen und die aktuelle Lage sichten. Keine besonderen Vorkommnisse.

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In der Sierra Norte de Oaxaca, Cuajimoloyas, kurz vor Sonnenaufgang
In der Sierra Norte de Oaxaca, Cuajimoloyas, Sonnenaufgang
In der Sierra Norte de Oaxaca, Cuajimoloyas, Treffen nach Weihnachten
In der Sierra Norte de Oaxaca, Abschied von den Bergen
In der Sierra Norte de Oaxaca, Yagul
Auf der Panamericana, Richtung Juchitán
Auf der Panamericana, Richtung Juchitán