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Mexico 2008/2009 - Tag 5

Reisetag Oaxaca - Llano Grande, Wanderung in der Sierra Norte de Oaxaca

Frühstück wieder 8:15 Uhr, ich probiere einmal Enchiladas Suiza und bekomme also Enchiladas mit Käse überbacken in einer grünen, mild-säuerlichen Chilisauce. Muss ich nicht oft essen, gibt aber Kraft für den Tag.

Wir verlassen heute Oaxaca und fahren in die Berge, genauer die Sierra Norte de Oaxaca, d.h. die Höhenzüge der südlichen Sierra Madre, die hier eben Sierra Norte heißen. Wir fahren bis Llano Grande auf einer tollen Bergstraße, die in gutem Zustand ist, bis auf über 3.000 Meter Höhe. Das Dorf gehört zu den Pueblos Mancomunados, d.h. einer Dorfgemeinschaft von 8 Bergdörfern, die sich dem Ökotourismus verschrieben haben, Hütten betreiben und Wanderungen organisieren. Und dies alles sehr schonend für Umwelt und Natur.

Wir kommen an den Hütten, lauschig im Wald gelegen, gegen 11:00 Uhr an, sie sind sehr schön, aus massiven Ziegeln gemauert und mit offenem Kamin. Hinter dem Haus ein Gasboiler für heißes Wasser, einer jeweils für zwei Zimmer.

Wir wandern einen Rundwanderweg in gemächlichem Tempo ca. 4,5 Stunden mit einem örtlichen Führer, der aber fast nichts sagt. Wir genießen die Ausblicke und das schöne Wetter. Die Landschaft sieht sehr europäisch aus, wie in einem deutschen Mittelgebirge mit Nadelwald. Wären da nicht ab und zu riesenhafte Agaven, teils übermannshoch (ohne Blütenstand natürlich), und ab und an Epiphyten auf den Ästen oder an den Stämmen der Pinien. Wir machen oft Pause, schauen in die Weite um uns und lassen uns die vielen Kräuter am Wegesrand von Yves erklären. Es scheint fast, dass es hier fast kein Kraut gibt, das nicht irgendeinen medizinischen Zweck erfüllen kann.

Gegen 16:30 Uhr gibt es das typische, späte mexikanische Mittagessen in einer Art Dorfkneipe. Wir bekommen erst eine Gemüsecremesuppe aus Karotten serviert, dazu „Agua di Fruta“, diesmal aber aus Gurken! Eine Gemüsewasser also, leicht gesüßt und eine sensationelle Erfrischung nach der Wanderung mit sehr angenehmen Geschmack. Danach gibt es einen Gemüsemix in Alu-Folie gebacken, dazu Spaghetti (nicht selten in Mexiko) und wie immer Bohnencreme, diesmal aus schwarzen Bohnen. Zum Nachtisch gibt es Flan, sehr gut.

Wir beziehen unsere Zimmer endgültig gegen 18:00 Uhr, während es schnell dunkel wird. Für den Kamin kommt eine Anzündebrigade erst 20:00 Uhr, ich versuche selbst mein Glück, weil es sehr kalt ist so ohne Sonne. Nur mit Streichhölzern klappt es nicht, doch endlich finde ich auf dem Kaminsims sehr harzige Holzspäne (mit speziellem Namen, den ich vergaß), die hier als Feueranzünder dienen und brennen wie Zunder. Es klappt also und ich kann freudestrahlend dem Anzünderservice mein bereits flackerndes Feuer präsentieren…

Gegen 20:00 Uhr brechen wir ins Dorf auf, denn heute ist wie alle Tage vom 16.12. bis 24.12. eine Posada. Die Dorfgemeinschaft zieht von Haus zu Haus mit Kerzen in den Händen, vor jeder Kerze ein Blumenstrauß als Schmuck und Windschutz und spielen dann vor einem vorher bestimmten Haus die Weihnachtsgeschichte nach, erst mit Gesängen in zwei Parteien vor dem Haus und im Haus, dann mit Gebeten in dem Haus. Anschließend gibt es für alle Anwesende, also auch für uns, eine Bewirtung aus Champurrado (einer Festtagsversion der Atole mit Schokolade) und Tamalas mit Salsasoße. Alles geht sehr still und ruhig ab und recht festlich. Allerdings ganz anders als bei uns, denn geschmückt ist nur ein Altar mit Weihnachtsbaum und Heiligenfiguren. Ansonsten sind die Räume einfachst, praktisch kein Mobiliar.

Gegen 22:30 Uhr sind wir zurück in den Hütten, der Kamin glimmt noch, es ist kalt. Ich lege ein paar Scheite nach und schlafe recht schlecht wegen des Rauches und der ungewohnten Höhenluft.

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In der Sierra Norte de Oaxaca
In der Sierra Norte de Oaxaca
In der Sierra Norte de Oaxaca
In der Sierra Norte de Oaxaca
Sierra Norte de Oaxaca, Pinien und Agaven
Sierra Norte de Oaxaca, Pueblos Mancomunados, mein Kaminfeuer
Pueblos Mancomunados, Posada