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Mexico 2008/2009 - Tag 2

Reisetag Mexico City - Oaxaca

Ich tausche schon etwas Geld am Flughafen in Mexico City (Kurs ca. 1:16), trinke einen großen Kaffee bei Starbucks und warte auf meinen Weiterflug nach Oaxaca in zwei Stunden. Der Flug ist pünktlich und in einer Fokker 100 trotz lauter Triebwerke (direkt am Rumpf) bequem und freundlich vom Personal her. Wir fliegen mit Click Mexicana, der Billigfluglinie der Aero Mexicana.

Das Hauptgepäck ist auch da und so werde ich komplett von Yves und Marie der Agentur Tierraventura in Empfang genommen. Fast der ganze Rest der Gruppe ist auch mit mir eingetroffen, 2 kommen morgen noch nach.

Wir fahren zum Hotel „El Reja“ im Zentrum von Oaxaca. Sehr schön gelegen und bestens als Start für Stadtausflüge geeignet. Das Hotel ist innen sehr schön, obwohl ich das schlechteste Zimmer Nr. 3 habe, ganz ohne Fenster. Dafür gibt es eine tolle, kleine Hotelterrasse für alle, die ich gern besuche.

Wir machen einen ersten Rundgang durch die sehr schöne Stadt und essen am Hauptplatz Zócalo eine Tlayuda (eine große, knusprige Tortilla, vielfältig belegt, pizza-ähnlich). Oaxaca (das „X“ wird wie das spanische „J“ gesprochen, also wie ein hartes „CH“) und der nahegelegene Monte Albán sind Weltkulturerbe und haben das auch verdient. Relativ wenige Touristen und die Händler sind auch angenehm zurückhaltend. Wir sehen auch viele schöne, geschmackvolle Dinge abseits des normalen Touristen-Kitsches. Oaxaca ist Künstlerstadt und so gibt es viele Galerien und Ausstellungen aller Art und auch Galerien, die gleichzeitig die Werkstatt des Künstlers ist. Z.B. „La mano magica“, ein Teppichweber und Universaltalent. Sagenhafte Arbeiten, ich möchte sofort einen Teppich kaufen. Aber es ist schon zu dunkel, man kann fast nichts mehr sehen. Ich vertage das auf morgen.

Auf unserem Rundgang sehen wir die traditionelle Weihnachts-Dekoration für Autos in Mexico: Aus ausgestopftem Plüsch gibt es vorn am Kühlergrill eine rote Nase und in die Fenster werden rechts und links jeweils ein Geweihteil geklemmt. Fertig ist der Rentierlook! Quasi als Schlittenzugtier und Schlitten in einem.

Sehr lustig fanden wir die meist sehr modernen Ampeln, die mittels LED arbeiten und die Restzeit der jeweiligen Phase anzeigen und die LED-Punktmatrix zusätzlich für witzige Animationen nutzen. Das Ampelmännchen der grünen Ampel läuft, je nach Zeit innerhalb der Phase, unterschiedlich schnell: Am Anfang langsam, am Ende der Phase rennt es. Sehr einprägsam.

Außerdem sehen wir überall, vor allem in Toreinfahrten, bunte Piñatas hängen, das sind meist knallbunte, sternförmige Gebilde aus Papier und Pappmaché, die prall gefüllt sind mit Süßigkeiten. Später wird mit verbundenen Augen mit einem Stock solange danach geschlagen, bis diese süße Bombe platzt und es Süßigkeiten regnet.

Auffallend sind die vielen Darstellungen, seien es Malereien oder körperliche Darstellungen in allen Größen, von lustigen Skeletten in allerlei albernen oder auch weniger albernen Kostümen. Dies sind noch Übrigbleibsel vom letzten Día de los Muertos, dem wohl wichtigsten Feiertag in Mexico. Christliche Missionare konnten diesen Feiertag nicht abschaffen, also legten sie ihn (quasi als Kompromiss) wenigstens mit Allerseelen und Allerheiligen zusammen. Zum Día de los Muertos wird gefeiert und die Toten sind (unsichtbar) auch zu Gast. Mit ihnen wird gefeiert, es werden deren Lieblingsgerichte gekocht und deren Lieblingsgewohnheiten oder -tätigkeiten nachgelebt. Die Skelette sollen diese Toten darstellen und zeigen, dass es denen keineswegs schlecht geht! Ich persönlich finde diesen ungezwungenen Umgang mit dem Tod, den ich ähnlich auch aus Ecuador und aus Chile kenne, viel besser als das todernste (allein das Wort...) und teils in der Tat heuchlerische Getue darum in Europa.

Wir wollen noch die große Kirche nebenan besichtigen, aber heute ist Wochenende und so gibt es dort Hochzeiten im 10-Minuten-Takt. Die Kirche ist sehr prachtvoll und heißt „Templo de Santo Domingo de Guzmán“. Also gehen wir ins Hotel zurück, holen nebenan in der Kneipe noch ein Bier (welches über die Straße nur in Bechern verkauft wird), setzen uns schwatzend auf die Hotelterrasse und genießen die laue Luft.

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Iberia Airbus A340-313
Click Mexicana Fokker 100
Oaxaca, Zocalo
Lustige Skelette sind üblich in Mexico
Auto-Weihnachts-Dekoration in Mexico
Hotelterasse im El Reja