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Marokko 2015/2016 - Tag 9

Wüstentrekking Erg Chebbi

Tagesanfang wie gestern: Aufstehen, kleine Katzenwäsche, Zähne putzen, Sachen packen, Zelt abbauen.

Trotz der gestrigen Wärme ist es heute morgen wieder recht kalt. Wir ziehen gegen 8:30 Uhr los, gemeinsam mit den Dromedaren zu. Mohammed sagt, dass wir wegen der großen Hitze heute nur vormittags wandern und schon mittags in unserem Camp sind und dort auch essen. Es geht über eine große Ebene mit vielen schwarzen Steinen, es sieht etwas aus wie nach einem Brand. Hinter uns die Wüstenpiste mit rasenden Jeeps und einer großen Staubwolke. Wir wandern schnellen Schrittes und es wird genauso schnell relativ heiß. In einem verlassenen Bergarbeiterdorf an einer alten Kobaltmine machen wir Trinkpause. Wie schon in den vergangenen Tage bewirtet uns Mohammed mit köstlichen Datteln, Feigen und Nüssen. Die Kobaltmine ist schon seit fast 40 Jahren verlassen, aber die Bauten stehen noch immer. Es sieht ein bisschen gespenstisch aus. In der Nähe ist eine Militärstation. Wir sind hier recht nahe an der algerischen Grenze. Weiter geht es durch die Steinwüste, auf dem letzten Teil des Weges haben wir noch einmal eine Dünenlandschaft.

Im Camp angekommen machen wir Pause und essen dann zu Mittag. Es gibt Salat, dann eine Art Rührei, worunter eine leckere Gemüsesoße ist, darauf ganz viele Oliven. Danach Brot, Käse und Sardinen aus der Dose. Danach Kaffee und eine schöne Siesta.

Nebenan ist eine Herberge, wo wir sogar duschen können! Eine tolle Überraschung, die wir gern annehmen. Als Erleichterung steht auch unser Bus neben dem Camp mit unserem Hauptgepäck, weil wir ja morgen schon von hier weiterreisen. Von dort nehmen wir Duschzeug, Handtuch etc. und genießen eine sehr schöne Dusche für nahezu unverschämte 50 Dirham. Aber wir zahlen bereitwillig. Ich werde von einigen Leute in der Herberge zum "Berbian Whisky" eingeladen, zum Minztee. Das geht so: ein Glas mit Schwung vollgießen, zurück in die Kanne. Dann das Glas wieder halbvoll zum Trinken. Das Glas vorher ist zum "Umrühren" der Kanne.

Wir sammeln nach unserem Sonnenuntergangstee noch Holz fürs heutige Silvesterfeuer.

Gegen 19:00 Uhr gibt es Essen, wieder am Feuer, weil es ausreichend warm draußen ist. Es gibt Suppe, Gemüsevarianten gekocht und gebraten. Als ganz tolles Dessert gibt es Joghurt mit Honig!
Mohammed hat als sehr gute Idee ein altes Buch mit Berbermärchen "Märchen der Berber" von 1986 mitgebracht, aus dem er ein Märchen vorliest und dann noch zwei Märchen von anderen aus der Gruppe vorgelesen werden. Eine schöne Stimmung am Lagerfeuer, wenn auch die Märchen sehr blutig sind. Dann kommt wieder unsere Mannschaft und macht lange und enthusiastisch Musik, auch noch unterstützt von zwei Treibern aus dem Nachbarcamp. Offensichtlich ist es an unserem Lagerfeuer schöner. So tanzen und singen unsere Marokkaner in der Silvesternacht am Lagerfeuer, wie wohl schon seit Hunderten Jahren. Alle haben ihre traditionellen Berbermäntel an.

Für uns Europäer gibt es eine kleine Flasche Whisky "The Famous Grouse" zum Silvester, die ein Gruppenmitglied spendet. Dazu Wunderkerzen, mit denen wir Silvester etwas vorfeiern und dann schon gegen 22:00 Uhr im Bett sind. Einige von uns übernachten heute ohne Zelt rund um das Lagerfeuer. Mir ist es dazu zu kalt und ich schlafe im Zelt.

Kaum eingenickt, fängt aus dem Nachbarcamp eine wilde Knallerei los! Und das mitten in der Wüste... Dazu auch noch üble Partymusik und unsere schöne Wüstenstimmung wird etwas in Mitleidenschaft gezogen. Zum Glück dauert der Spuk nicht so sehr lange.

Insgesamt sind wir heute ca. 14 km in ca. 4 Stunden gelaufen und haben dabei ca. 100 Höhenmeter aufwärts und ca. 100 Höhenmeter abwärts bewältigt.

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Landkarte Trekking-Route
Heute wandern wir mit den Dromedaren
Auf dem Weg zur Kobaltmine
Die Überreste der alten Kobaltmine
Frühe Ankunft am Camp und Tee und Kaffee auf der Düne
Nach dem Sonnenuntergang
Unser Silvesterfeuer
Zufriedene Gäste an unserem Feuer