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Madeira 2003/2004 - Tag 6

Stadttag in Funchal, Silvester-Feuerwerk

Gegen 10:00 Uhr steigen wir in zwei Busse, die uns nach Funchal bringen. Wir wollen heute die Stadt besichtigen und uns später das Silvester-Feuerwerk am Hafen ansehen. Unterwegs laden wir die Stadtführerin ein. Als Erstes geht es in die Wein-"Kellerei" "Blandy's", wobei dort Madeira-Wein hergestellt wird, der jedoch nie in einem Keller lagert, sondern immer bei Zimmertemperatur. Dort sehen wir eine Weinpresse, die Fässer stehen im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss. Wir lernen, wie der Wein hergestellt wird, welche Sorten es gibt und worauf man achten soll. Alles recht interessant. Am Ende können wir Wein kosten, es gibt dreijährigen hellen Wein, der ist trocken und dunklen Wein, der ist recht süß. Man konnte auf Wunsch auf zehnjährigen Wein kosten, aber der schmeckte mir persönlich nicht so gut.

Dann geht die Führung weiter durch einen Teil der Altstadt, die sehr gemütlich und auch sehr sauber ist. Unsere Führerin ist sehr nett, erzählt aber nicht wirklich sehr viel. Dann gehen wir noch durch die große Markthalle von Funchal, dort ist es sehr schön, es gibt viele Blumen, Pflanzen, auch Pflanzensamen und Früchte, von denen man stets kosten kann. Am Ende sehen wir uns die Fischhalle an, wo schon fast alles leer ist und vor allem noch Degenfisch (ein Tiefseefisch, der durch den hohen Druckunterschied den Fang nie überlebt) und Thunfisch zu haben ist. Von einem Thunfisch werden gerade frische Steaks geschnitten, erst dabei sieht man, wie riesig der Fisch eigentlich ist. Die Führung insgesamt ist aber nicht sehr lang und endet an einer kleineren Festung, die gegen die Piraten im 19. Jahrhundert gebaut wurde.

Danach bummeln wir noch allein durch die Stadt, essen eine "Caldo Verde", eine Gemüsesuppe mit ganz fein geschnittenen Kohlblättern und Wurstscheiben drin, recht lecker. Nur der Kohl hätte garer sein können.

Um 14:00 Uhr treffen wir uns an einem Linienbus und fahren mit dem durch sehr enge Straßen sehr steil aufwärts zum Botanischen Garten. Dort sehen wir neben Pflanzen aus aller Herren Länder, die hier kein Gewächshaus brauchen, auch viele Vogelkäfige mit Vögeln in schrecklichem Zustand. So schön der Pflanzengarten ist, so schrecklich ist der Anblick der Vögel. Nur die Pfauen haben es besser, die können frei umherlaufen. Wir sehen sogar einen weißen Pfau. Wir sitzen auch lange in einem Cafe, in dem die Bedienungsdamen schon mal Knaller in der Cafe-Küche zünden, genießen die tolle Aussicht auf den Hafen mit einigen Kreuzfahrtschiffen, die schon auf das Feuerwerk warten. In der Stadt sahen wir auch schon die Kreuzfahrer, meist ältere dickbäuchige Leute mit schrecklicher Anzugsordnung. Das größte Schiff ist die "Adonia", ein kleineres Schiff von der TUI ist auch da. Ich schreibe Ansichtskarten und werfe sie in einen Luftpostbriefkasten.

Um 17:00 Uhr soll es mit dem Bus zurückgehen, der Bus fährt aber schon 16:55 Uhr und wir verpassen ihn. Ein Taxifahrer macht uns ein Angebot und fährt 4 Leute für 5 Euro nach unten, das ist billiger als der Bus! Also fahren wir in einem großen Mercedes nach unten und bummeln noch mal bis zum Abendessen um 19:00 Uhr durch die Gegend. Um 19:00 Uhr haben wir einen Tisch reserviert in einem Restaurant direkt am Hafen, welches sehr schön, aber auch sehr zugig ist. Viele von uns sitzen in der Jacke am Tisch. Außerdem sind wir im Vergleich zu den Einheimischen völlig underdressed mit unseren Trekking-Klamotten. Alle anderen tragen schicke Anzüge und die Damen Abendkleider vom Feinsten. Das Essen ist recht teuer, am meisten schockiert mich meine Vorspeise, ein Krabben-Papaya-Cocktail mit 4 Krabben für 14 Euro. Nicht unbedingt ein Schnäppchen.

Kurz vor Mitternacht sitzen wir dann wartend auf der Kai-Mauer, es sind schon sehr viele Leute da und viele der Segler im Hafen bereiten sich zum Ablegen vor, damit sie das Feuerwerk von der See aus beobachten können. Ich versuche, mit einem geborgten Mini-Stativ Fotos von der Hafenbucht zu machen und bin sehr auf das Ergebnis gespannt. Wir haben sogar Sekt dabei und Plastikbecher, sodass wir auch anstoßen können. Das Feuerwerk ist direkt vor uns und nimmt die gesamte Hafenbucht ein, eine ganz tolle Choreografie. 10 Minuten lang wird intensiv gefeuert, zum Abschluss erzittert die ganze Bucht unter einem Donner, dazu hupen die Kreuzfahrtschiffe und die Menge ist völlig aus dem Häuschen. Ein unvergesslicher Augenblick.

Bis 2:00 Uhr müssen wir noch auf unseren Bus zum Hotel in Encumeada warten. Der nette Fahrer erzählt uns, dass das Feuerwerk ca. 500.000 Euro kostet, es 40 Abschussstellen gab und allein in Funchal ca. 750.000 Lichter brennen. Überall sahen wir ja die Leuchtschilder mit Sternen oder auch umschaltbaren Jahreszahlen. Um 3:00 Uhr morgens sind wir im Bett.

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Die Madeira-Fässer in der ersten Etage bei Blandy's
Im Botanischen Garten von Funchal
Silvester im Hafen von Funchal
Silvester im Hafen von Funchal
Die Kastanienröster