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Madeira 2003/2004 - Tag 3

Wanderung vom Galhano nach Porto Moniz durch das "längste Tal"

Eine Stunde früher als sonst, 9:00 Uhr geht es los, wir fahren wieder mit zwei Autos zum Startpunkt unserer Wanderung auf den "Galhano". Dies ist ein Berg im Westen der Insel auf der westlichen Hochebene. Wir steigen mitten in einer Wolke aus, es ist recht kühl und windig und sehr feucht. Aber es geht wieder zügig abwärts, auf einem breiten Weg steigen wir 800 Höhenmeter ab, es wird schnell wärmer. Später treffen wir auf unsere erste Levada, den für Madeira typischen Bewässerungskanal. Die Levadas wurden schon vor langer Zeit, ich glaube im 16. oder 17. Jahrhundert begonnen zu bauen, auch mit vielen Tunnels wegen der vielen Berge auf Madeira. Der letzte Kanal wurde erst in dem 80er Jahren des 20. Jahrhunderts fertig. Vor allem in den Tunnels sieht man die enorme Leistung der Arbeiter, die da dahinter steckt.
Es geht entlang dieser Levada, einem Betonkanal mit ca. 1 Meter Breite und Tiefe, der stets daneben befindliche Wartungsweg ist unser Wanderweg.

Es geht auf diesem Weg durch insgesamt 8 Tunnel, teilweise sehr lang, durch den Längsten wandern wir ca. 30 Minuten. Wir haben alle Lampen dabei, dazu zogen wir uns vorsichtshalber Regenkleidung an, weil manchmal Wasser von der Decke tropft. In dem einen Tunnel bekommen wir eine sehr kräftige Dusche, auch von der Seite schießt das Wasser heraus. Wir sind alle sehr nass, teilweise gibt es auch tiefe Pfützen auf dem Weg. Kaum spürbar geht es dabei abwärts. Mittagspause machen wir an einem leerstehenden Haus an der Levada, wo es noch wild lebende Hühner und einen schönen Hahn dazu gibt. Die Hühner picken so geschickt unsere Krümel auf und wissen vor allem schon im Vorhinein, dass es die gibt, dass wir denken, dass es hier wohl oft Wanderer gibt, die hier rasten. Noch eine kleine Pause machen wir an einer Bank mit toller Aussicht in das neben uns verlaufende Tal.

Gegen Ende der Wanderung kommen wir durch ein Dorf, in dem eigentlich ein Cafe-Stop geplant ist. Aber das Cafe ist zu, weil heute Sonntag ist. Die Dorfbewohner reagieren aber schnell, als sie uns sehen, die Cafe-Besitzer werden alarmiert und 5 Minuten später öffnet das Cafe für uns und wir bekommen tollen Kaffee für ganze 60 Cent. Wirklich nette Leute, die nicht nur nett sind, weil man ihnen Geld gibt, auch wenn es diesmal so aussieht.

Danach geht es noch mal 400 Höhenmeter abwärts nach Porto Moniz, wieder sehr steil, wie schon am Vortag. Völlig geschafft kommen wir am Hotel an. Gestern planten wir eigentlich ein Grillen für heute, das Hotel marinierte dafür eigentlich Fisch für uns. Aber nicht alle haben mehr Lust dazu und wollen lieber im Hotel essen, darunter ich. Ich bin einfach zu geschafft, um jetzt noch fürs Essen zu "arbeiten". Kurzerhand wird umorganisiert und Ray kann den Hotelkoch überzeugen, für uns der Fisch in der Pfanne zuzubereiten, was auch köstlich ist. So grillte die eine Hälfte draußen, die Weicheier aßen drinnen und alle waren zufrieden. Es geht aber wieder recht früh ins Bett.

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Unsere erste Levada
Und der erste Levada-Tunnel, Vorbereitungen zum "Einstieg"
Auf dem Heimweg, immer der Levada entlang