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Türkei / Lykien 2010 - Tag 12

Wanderung Apollonia - Üçağız

Die heutige Wanderung ist die letzte im Programm und obwohl wir eigentlich frisch und erholt sind nach der gestrigen Bootstour, gelüstet es uns nicht nach einer schweren, sondern eher nach einer leichten Abschlussroute. Und da schwer und leicht stets im Auge des Betrachters oder eher Bewanderers liegen, diskutieren wir gestern abend noch angeregt mit Mauritz, ob er jetzt Mauritz-Stunden meint, die wir unterwegs sind oder normale Stunden... Jedenfalls fanden wir eine tolle Lösung:

Gegen 8:30 Uhr geht es nach dem Frühstück mit dem Bus los nach Apollonia, in deren Nähe wir ja schon einmal waren. Nun besuchen wir die Ruinen aber und wandern vom Fahrweg aus querfeldein über steinübersäte Ebenen und zu einem Anstieg, wo überall das Laufen schwer fällt: stochastisch verteilt, kein Fußbreit Platz dazwischen sind Schottersteine überall. Weiter oben wird es besser und wir sehen Sarkophage, lykische Ruinen und auf den lykischen Ruinen wieder etwas besser erhaltene byzantinische Ruinen aufgesetzt. Schöne Ausblicke ins Land herum. Zwischen den Ruinen überall Olivenbäume, wie gestern schon teilweise hunderte Jahre alt. Obwohl das Wetter wieder blendend ist, erscheinen am Horizont über den Bergen erste Wolkenfelder, die wir bisher auf unserer Reise noch nicht sahen. Erleben wir doch noch Regen?

Nach einigen Rundgängen durch die Ruinen und wie immer guten Erklärungen von Mauritz, wie auch schon auf den vergangenen Wanderungen, verlassen wir die Stätte und wandern bergab bis zum Meer hinunter. Die Strecke ist größtenteils wirklich schwierig zu laufen. Erst der oben erwähnte Schotter, dann überall Felsen und Dornenbüsche im Wechsel. An den Felsen kann man sich meist nicht abstützen oder festhalten, weil es extrem scharfkantige Kalksteine sind. Wir treffen auf dem Weg einen alten Mann mit seinem Esel. Er sammelt Johannisbrotbaum-Früchte und macht daraus Sirup. Diesen Baum und seine Früchte fanden wir schon auf der ersten Wanderung. Seine großen, dunkelbraunen Schoten kann man aufbrechen und kauen, sie schmecken dann etwas süß. Ist aber nicht jedermanns Sache. Die Schoten werden gekocht und der Sud zu Sirup eingekocht und verkauft.

Mittagspause machen wir an einigen Häusern, die verlassen in der Landschaft stehen. Wir erfahren, dass sie schon seit 90 Jahren leer stehen und nun von den Hirten als Lagerräume genutzt werden. Vorher waren es Wohnhäuser von Bauern. Schon auf einigen vorangegangenen Wanderungen sahen wir ab und zu Überreste, d.h. kaum erkennbare Ruinen und ehemals angepflanzte Olivenhaine an den Hängen der Mittelmeerufer. Sie wurden verlassen, weil Klimaveränderungen, z.B. immer länger werdende Trockenperioden eine Landwirtschaft nicht länger zuließen.

Wir erreichen das Meeresufer entlang eines dicken Mauerrestes, Teil einer großen Befestigung direkt bis zum Wasser. Aber wir müssen noch einmal zurück, denn direkt am Ufer gibt es keinen Weg. Mitten im Gestrüpp begegnen uns kleine Wildschwein-Frischlinge und wir schauen, dass wir hier wegkommen, denn die Mutter wird nicht weit sein! Einige Hundert Meter weiter kommen wir an ein recht stylisch anmutendes Anwesen namens "Purple House", eine Einkehr für Wanderer, auch Übernachtungsmöglichkeit. Einer der Inhaber ist ein Türke aus Bottrop. Wir gehen aber weiter über den Isthmus der Halbinsel und machen erst wieder an der nächsten Kneipe an einer Anlegestelle halt. Dort trinken wir etwas und essen die letzten Vorräte auf. Plötzlich öffnet Mauritz seinen Rucksack und präsentiert uns eine Melone! Die hatte er die ganze Zeit dabei und schleppte sie für uns mit. Wir teilten sie auf und bedankten uns herzlich für diese Überraschung.

Wir schwatzen noch ein Weilchen und warten, denn unsere Wanderung ist hier zuende! Für den Rest des Weges organisierten wir unser Boot von gestern noch einmal, dass es uns von hier zu Hafen von Üçağız bringt, wo Ibrahim mit dem Bus auf uns wartet. Diese Extratour kostet uns insgesamt 150 TL, was eigentlich schon sehr teuer ist für das kleine Stück. Aber wir sind 10 Leute, sodass das halb so schlimm ist.

Gegen 19:00 Uhr gehen wir auswärts essen in ein Restaurant in der zweiten Reihe hinter der Promenade. Nur Touristen dort, ich esse einen Kebab, der mich aber nicht so richtig überzeugt. Der Kellner dort kann als Kunststück aus zwei Bierflaschen gleichzeitig in zwei Gläser einschenken, indem er alles zusammen geschickt mit den Händen einklemmt.

Natürlich ein letztes Mal ins Hideaway, wo fast alle den phantastischen Käsekuchen probieren und am liebsten die Teller ablecken würden! Danach noch eine kurze Tour durchs nächtliche Einkaufsparadies Kaş auf der Suche nach Mitbringseln aller Art.

Insgesamt waren wir heute etwa 4:45 h inkl. Pausen unterwegs, haben dabei ca. 8,8 km Strecke zurückgelegt und ca. 100 Höhenmeter hoch und ca. 450 Höhenmeter wieder herunter bewältigt.

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Heutige Karte
Appolonia, Sarkophag
Appolonia, Sarkophag mit Sonnenrelief und Löwenköpfen
Appolonia, byzanthinische Kirchenruine
Appolonia
Begegnung auf dem Weg zum Meer
Unser Weg mit termitenhügelartigen Kalksteinfelsen
Zwiebelblüte
Eine Echse am Wegesrand
Große Ruinen am Ufer
Große Ruinen am Ufer
Große Ruinen am Ufer
Unser Schiff holt uns ab!