Position: Home > Photo > Türkei / Lykien 2010 > Tag 8

Türkei / Lykien 2010 - Tag 8

Reisetag Adrasan - Kaş, Felsengräber von Myra

Heute stehen wir mal spät auf, denn heute wandern wir nicht, sondern fahren zu unserem nächsten Quartier in Kaş. So frühstücken wir lange auf der schönen Hotelterrasse und schwatzen in der Sonne. Wir zahlen unsere Rechnungen und verabschieden uns mit viel Lob von der Chefin des Hauses. Sie erzählt uns noch, dass sie das Hotel 2009 übernommen hat und seitdem schon viel verändert hat. Sie hat das Haus für ein paar Jahre gemietet und weiß noch nicht, ob sie darüber hinaus bleiben will.

12:00 Uhr geht es los Richtung Südwesten, weiter an der Küste entlang. Wir stoppen in Demre, denn hier sind die berühmten Felsengräber von Myra und die St. Nikolaus-Kirche. Diese Kirche sehen wir als erstes, dazu dort viele Russen. Denn für die ist St. Nikolaus, also St. Claus, einer der wichtigsten Heiligen. St. Nikolas gilt als Schutzheiliger der Kinder und der Seefahrer. Die Kirche ist in einem schlechten Zustand und lieblos hergerichtet. Dafür ist der Eintritt mit 10 TL zu hoch. Innen keine Beleuchtung, praktisch nichts restauriert und praktisch dem Verfall preisgegeben. Nur ein hässliches Dach würde über die Kirche gezogen. Schade drum, hier könnte man viel mehr draus machen. Die meisten Touristen machen nur Fotos in der mit Menschen voll gefüllten Kirche, nur wenige beten ernsthaft an Statuen oder anderen Reliquien.

Danach gehen wir schräg gegenüber ins Restaurant "Gaziantep". Davor kann man nur warnen. Auf den ersten Blick sieht es ganz gut aus mit dem großen offenen Holzofen, vor dem die Köche frischen Teig herstellen und zu allerlei verarbeiten. Doch einerseits schlimm ist die Speisekarte mit hanebüchenen Übersetzungen, andererseits die Vorspeise aus Fladenbrot und den üblichen Aufstrichen verleidet einem das Essen. Teilweise ist es dem Brot deutlich anzusehen, dass es schon einmal auf einem anderen Teller lag und dort übrig blieb. Warum als wegwerfen?! - Das Hauptgericht war zwar in Ordnung, aber unsere innere Einstellung hat schon etwas gelitten. Wir zahlen und gehen zügig.

Wir fahren noch ein Stück weiter bis zum Eingang zu den Felsengräbern. Wir zahlen wieder 10 TL Eintritt und die lohnen sich diesmal tatsächlich! Denn vor uns sehen wir ein hohe Felswand, in der Dutzende von Gräbern kunstvoll hineingehauen wurden. Oft an Stellen, bei denen man sich fragt, wie man dort wohl arbeiten konnte. Einige Gräber sind mit tollen Reliefs geschmückt, andere nicht. Unter der Felswand liegen viele Einzelteile von Bauten oder Gräbern mit teils noch gut erhaltenen Reliefs, z.B. Schmuckkanten etc.

Gleich neben den Felsgräbern steht ein relativ großes und gut erhaltenes Amphitheater. Da passten sicherlich einmal eine Menge Leute rein! Wir schauen uns alles in Ruhe an, es sind eigentlich nicht sehr viele Leute auf dem Gelände, aber auch hier wieder praktisch 90% Russen, mit teils völlig unpassender Anzugsordnung und/oder Benehmen.

Nachdem wir alles in Ruhe angeschaut haben, geht es mit unserem Bus weiter. Wir halten nochmal an der Straße oberhalb von Demre und schauen uns das etwas komisch anmutende Stadtbild an. Die Stadt besteht praktisch nur aus Gewächshäusern, die dicht an dicht stehen. Dazwischen mehrstöckige moderne Häuser aller Größen. Laut Mauritz entstand das einfach historisch aus einem Bauerndorf. Erst waren da Höfe und Felder. Danach Höfe und Gewächshäuser, in denen man mehrmals jährlich ernten kann. Dadurch wurden die Bauern reicher und bauten größere Häuser, die man jetzt zwischen den Gewächshäusern sieht.

Gegen 18:00 Uhr kommen wir in Kaş an und fahren in den Ort hinein über eine unfassbar steile Straße. Geschätzt sicherlich 20% Steigung oder sogar mehr. Hochwärts ist das für schwächere Fahrzeuge bestimmt ein Problem. Unser Hotel "Ekiçi" sieht von außen mittelmäßig aus, das Entree ist jedoch sehr nett. Die Zimmer dagegen nicht! Sehr(!) einfach, das Bad gruselig. (P.S. Der Reiseveranstalter Diamir hat hier zugesagt, in Kaş ein neues Quartier zu suchen, um dieses Hotel nicht mehr buchen zu müssen.) Vor dem Abendessen kaufen wir noch Wasser im nahegelegenen Supermarkt und gehen dann in den Speisesaal.

Das Abendessen ist an sich nicht schlecht, wenn das ungemütliche Ambiente in dem Speisesaal nicht wäre und das dreckige Geschirr (fast jeder Teller ist schmutzig!) und Besteck nicht wäre! Um den Tisch herum läuft ständig und ruheraubend ein trotteliger Kellner, stets auf Suche nach benutztem Geschirr, was abgeräumt werden kann. Man muss das oft verteidigen, wenn man es doch noch weiter verwenden will. Evtl. ist in der Küche Geschirrmangel? Jedenfalls gefällt uns das nicht so gut und der Wunsch nach Essen in einem schönen Restaurant im Ort wird laut.

Mauritz empfiehlt uns nach dem Essen die Hideaway-Bar an der Strandpromenade, sein Stammlokal. Wir folgen der Empfehlung gern und gehen durch eine kleine Tür zwischen Geschäften in der Nähe des Hafens nach hinten in einen total gemütlichen Garten mit Bäumen und darunter Couchen und Sesseln und guter Musik: Blues und Rock. Dazwischen ein schlitzohriger netter Kellner (er hat einen Trick: wenn man es beim Zahlen nicht passend hat: "macht nichts, bring es mir morgen", also kommt man wieder, mit schlechtem Gewissen...), der uns gern dunkles Efes, frischen Orangensaft und mir noch ein großes Stück Schokotorte serviert. Die Bar ist (für türkische Verhältnisse) nicht billig, aber wir halten es lange, fast bis Mitternacht, aus und sind ab jetzt jeden Abend hier!

Zum vorigen Tag Zurück zur Übersicht Zum nächsten Tag
Der Heilige St. Nikolaus am Eingang der Kirche
Eines der wenigen erhaltenen Deckengemälde mit wunderlich starrenden Menschen
Felsengräber und Amphitheater Myra
Felsengräber von Myra
Das Amphitheater
Artefakt auf der Bühne des Amphitheater
Demre von oben