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Türkei / Lykien 2010 - Tag 6

Wanderung Çirali - Adrasan

Das Frühstück ist genauso wie gestern, aber unser letztes hier. Wir haben schon unsere Taschen gepackt und in den Bus verladen. Wir fahren nur kurz zu unserem Bade-Strand und wandern dort los. Erst geht es durch die Ruinen des alten Olympos, einer alte Hafenstadt, die wir gestern schon teilweise am Strand sahen. Strategisch hervorragend gelegen und mit eigener Süßwasserquelle fast direkt am Meeresufer.

Der Eintrittskontrolleur sammelt lieber Pfandflaschen am Strand als uns abzukassieren und so laufen wir einfach weiter ins Gelände. Wir sehen einige Ruinen, aber nicht sehr viele, dazu einige Gräber mit fast lesbaren Inschriften. Es war aber wohl nicht üblich, die Inschriften einzumeißeln. Die meisten waren früher aufgemalt und heute natürlich nicht mehr vorhanden.

Wir durchqueren ein trockenes Flussbett und steigen recht steil ohne Pause im Wald auf 750 m Höhe. Zum Glück sind wir im schattigen Wald und mittlerweile so gut akklimatisiert, dass wir das gut schaffen. Auch der Berg selbst wirft angenehmen Schatten, aber dennoch schwitzen wir sehr wegen hoher Luftfeuchte.

Auf einer Bergspitze unter Bäumen machen wir Mittagspause. Um uns herum ein großes Ruinenfeld inkl. großer, im Boden versenkter alter Zisternen. Man sieht, dass das einmal ein wichtiger Ort war mit großen Gebäuden und einer Mauer drumherum. Der Name des Ortes ist mir leider nicht bekannt. Es könnte sich evtl. um "Upper Olympos" bzw. "Bakacak" handeln, dem entsprechenden Bergort zu "Lower Olympos" unten am Strand. Derartige Doppel-Siedlungen gab es wohl häufiger in Lykien, wie wir später auch an Phellos und Antiphellos (heute Kaş) sehen werden.

Nach dieser erholsamen Pause folgt der steile Abstieg (teils liegen Kiefern-Nadeln mehrere Zentimeter dick und es ist sehr rutschig), erst unter Bäumen, dann in der prallen Sonne. Es herrscht Backofenhitze. Der letzte Teil des Weges durch Obstplantagen, Gewächshäuser und Bauernhöfe. Ibrahim holt uns ab und wir sind froh, im Schatten und der kühlen Luft der Klimaanlage des Busses ausruhen zu können.

Wir fahren zum Hotel "El Dorado" in Adrasan, was etwas zurückversetzt zum Strand liegt und einen tollen Eindruck macht, obwohl daneben eine Bauruine steht. Das Personal begrüßt uns nett und hilft uns beim Kofferschleppen. Die Chefin ist Österreicherin, heißt Martina Panhauser, und hat den Laden im Griff. Sehr schönes Ambiente, die Zimmer groß, mit Balkon, schönes Bad, alles ruhig. Jedes Zimmer hat eine eigene Farbe inkl. Balkonwandfarbe. Auf dem Balkon ist ein Wäscheständer mit zur Zimmerfarbe farblich passenden(!) Wäscheklammern. Überall im Hotel, auch in den Zimmern, hängen viele Gemälde, meist abstrakt, die die Chefin selbst malte. Die meisten gefallen mir. Badetuch für den Strand wird gestellt, am Strand gibt es einen eigenen Abschnitt für das Hotel mit Liegen, Schirmen etc. Der Strand selbst ist in einer malerischen Bucht gelegen, das Wasser warm und quasi wellenfrei glatt. Kaum Leute, weiter draußen liegen einige Segelschiffe vor Anker. Besser geht es kaum.

Nach dem Einzug ins Hotel wollen wir zum Strand laufen (ca. 50-100 m), was die Chefin mitbekommt. Sofort schickt sie einen Angestellten, der uns mit dem Auto fährt! Wir sind (schon wieder!) begeistert. Nach einem Eis am Strand zurück zum Hotel und zum Abendessen ca. 20:00 Uhr in wunderbarem Ambiente. Schön gedeckter Tisch in der lauwarmen Abendluft im Freien, Kerzen, Musik. Wir nehmen aber erst daneben auf Sofas Platz und trinken noch einen Raki von der Bar! Sehr gutes Essen dann, zu Anfang Feldsalat in reichlich Joghurtsoße zum Fladenbrot, dann eine Art Joghurtsuppe mit Brot, dann Reis, Kartoffeln und Hackfleischbällchen in scharfer Tomatensoße. Weil es einen Geburtstag in der Gruppe zu feiern gibt, wird eine tolle Schokoladentorte serviert! Am Ende gibt es noch Obst.

Der Chef fragt uns, ob wir am nächsten Abend Wildschwein essen möchten, was er frisch hat. Die meisten stimmen zu, der Rest möchte Fisch. Wir wünschen uns zum Wild Semmelknödel, weil die (österreichische) Chefin selbst kocht.

Insgesamt waren wir heute etwa 7:10 h inkl. Pausen unterwegs, haben dabei ca. 15,7 km Strecke zurückgelegt und ca. 750 Höhenmeter hoch und ca. 750 Höhenmeter wieder herunter bewältigt.

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Heutige Karte
Der Eingang der Ruinen von Olympos mit einer Flussmündung ins Meer
Vor einiger Zeit gab es hier einen Waldbrand, aber das Grün kommt zurück
Unsere Mittagspause mitten in den Ruinen