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Türkei / Lykien 2010 - Tag 5

Wanderung Çirali - Ulupinar - Çirali, Flammen der Chimaera

Das Frühstück um 7:30 Uhr ist schlecht. Vollkommen lieblos dahingeschludert. Passt zum Rest des Hotels. Nur gut, dass wir den ganzen Tag woanders unterwegs sind!

8:30 Uhr wandern wir erst durch den Ort, dann über Obstplantagen, teils Gewächshäuser, nach Chimaera, dem ewigen Feuer. Es kostet 3,50 TL Eintritt, der, wenn das Personal gute Laune hat, nicht noch einmal fällig wird, wenn man am selben Tag am Abend noch einmal wiederkommt. Denn die Flammen des ewigen Feuers sieht man eben im Dunkeln viel besser als im Sonnenschein. Der Eintritt wird aber nur fällig, wenn man von unten das Flammenfeld betreten will. Der obere Eingang ist frei zugänglich.

Vom Eingang geht es viele große Felsstufen hinauf bis zum dem Flammenfeld. Auf dem Weg kommt man an einem Wunschbaum vorbei. An seine Zweige heftet man kleine Zettel oder ähnliches mit einem Wunsch. Der Baum ist über und über mit Zetteln versehen, wovon jedoch nur ein Bruchteil wirkliche Wunschzettel sind. Die anderen sind Flaschenetiketten oder anderes, was Wanderer so bei sich tragen...

Die Feuer treten seit vielen hundert oder tausend Jahren durch Erdspalten aus und kommen aus einem unterirdischen Gasreservoir. Im Mittelalter sollen sie wohl viel größer gewesen sein und als Leuchtfeuer für Seeleute gedient haben. Der Sage nach kommen sie von einem im Untergrund liegenden Ungeheuer, der Chimäre, die von Bellerophon mit Hilfe des geflügelten Pferdes Pegasos besiegt wurde.

Wir lassen die Feuer nach einem kurzen Stopp brennen und wandern weiter bergauf auf ca. 300 m Höhe. Dort eine kleine Pause mit einem guten Blick auf den gestern bestiegenen Tahtali. Wir sind (immer noch) stolz auf uns!

Kurz darauf im Halbschatten der Bäume wieder herunter auf 50 m Höhe und entlang eines trockenen Flussbetts wieder bergauf. Ab und zu gibt es im Flussbett noch Wasserstellen, die relativ tief sind und manchen zum Baden verlocken. Munter auf und ab geht es weiter bis zum Dorf Ulupinar auf ca. 200 m Höhe. Viele Obstbäume am Wegesrand, vor allem Granatapfelbäume mit fast reifen Früchten und Feigenbäume mit einem herrlichen Duft reifer Feigen. Am Dorfrand ein riesiges Forellenrestaurant namens "Şelale", was von außen wegen der vielen Busse davor nicht so heimelig aussieht. Aber innen ein tolles Ambiente! In einer Wasserlandschaft aus fließendem Wasser an einem Hang unter Bäumen, es rauscht und tropft überall, sind Stege und Sitzplattformen für je ca. 6-8 Leute angebracht. Durch die separaten Plattformen ist man stets unter sich und man nimmt die Größe des Restaurants gar nicht wahr. Es ist kühl und schattig, aber nicht kalt. Die Kellner flitzen die Stege entlang und bringen sehr gutes Essen. Natürlich Forellen! Diesmal vom Grill, sehr gut, also fast perfekt. Vorher frisches Fladenbrot mit verschiedenen Belägen: Tomate, scharf, eine Art Tsatsiki und Gemüsestückchen in Öl. Alles sehr gut. Wir zahlen 25 TL, was wirklich nicht viel ist.

Wir wandern einen etwas anderen Weg bergab zurück und Ibrahim holt uns an einer Straße ab. Zurück im Hotel fahren wir noch kurz an den Strand und baden wieder im herrlich warmen Meer. Etwas sonnen, einen Raki in der Strandbar und zurück ins Hotel. Dort Abendessen um 19:00 Uhr. Heute mal ganz schlecht. Es gibt kalte Pommes frites, dazu nahezu ungenießbare kalte Fleischklopse (Köfte), denen man 4(!) verschiedene Fritierfettgeschmäcker anschmeckt! Der Salat ist dagegen ganz gut. Wir bleiben hungrig.

Gegen 20:30 Uhr gehen wir nochmal zur Chimaera, fahren aber die halbe Strecke mit Ibrahim. Er selbst hat das auch noch nie gesehen, obwohl er öfters hier ist. Er kommt gern mit und ist begeistert. Wir auch, denn im Dunkeln ist die Szenerie doch viel schöner. Um einige größere Flammen haben sich schon einige Touristen gesammelt und schwatzen oder singen auch mit Gitarrenbegleitung. Der Mond scheint hell dazu, sodass im Dunkeln die Stufen kaum ein Problem sind. Aber wir haben auch Taschenlampen dabei. Gegen 22:00 Uhr sind wir wieder zurück.

Insgesamt waren wir heute etwa 6:40 h inkl. Pausen unterwegs, haben dabei ca. 12,9 km Strecke zurückgelegt und ca. 350 Höhenmeter hoch und ca. 200 Höhenmeter wieder herunter bewältigt. Dabei ist jedoch der zweite Aufstieg nach Chimaera nicht mitgerechnet.

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Chimaera
Chimaera, Flammen aus der Nähe
Oberhalb von Chimaera mit Blick auf den Tahtali
'Unser' Strand in Çirali mit den Ruinen von Olympos nebenan
Der Tahtali grüßt aus der Ferne
Die Flammen der Chimaera bei Nacht