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Türkei / Lykien 2010 - Tag 2

Göynük, Wanderung im Göynük-Tal

Die Nacht war kurz, weil mich gegen 4:00 Uhr morgens der Muezzin aus den Träumen riss. Das Frühstück um 8:00 Uhr verheißt nichts Gutes. Es gibt wenig, und dass, was es gibt, sieht nicht so toll aus. Dazu gibt es kaum Geschirr oder Besteck - passend.

Ich esse auf Ibrahims (unser Fahrer für die Tour, den ich erst für einen Hotelangestellten halte...) Empfehlung hin türkischen Joghurt mit Honig, sehr gut.

Mit unserem fast neuen Bus (VW Crafter) geht es nach dem Frühstück los Richtung Göynük, immer der Küstenstraße entlang Richtung Süden. Die Straßen sind sehr gut und vierspurig und anfangs stark, später weniger stark befahren. An den Straßen stehen sehr viele moderne Häuser und Geschäfte, vor allem im großen Umkreis von Antalya. Von Orient keine Spur, sondern alles modern und für unsere Augen Europäisch anmutend.

In Göynük kaufen wir zuerst Wasser, was ab jetzt zu einem festen Ritual werden wird. Und die Sonne sagt uns schon am Vormittag deutlich, dass wir es brauchen werden. Noch kaum akklimatisiert, brennt die Sonne auf uns herab, keine Wolke sichtbar.

Kurze Zeit später werden wir auf einem Schotterplatz abgesetzt, der nicht weit entfernt liegt vom Eingang eines Nationalparks (Olimpos-Beydağları-Milli-Park). Wir zahlen 5 TL Eintritt und wandern ein Tal hinauf. Nach wenigen Schritten treffen wir auf eine neu gebaute Anlage mit natürlichen Wasserbecken, Kletteranlagen und einer größeren biergartenähnlichen Terrasse. An einem Häuschen gibt es kalte und heiße Getränke, Eis und auch einiges anderes Essbares. Daneben steht noch ein riesiger Grill. Hier kommen wohl viele russische Touristen her, sagt man uns.

Wir wandern weiter das Tal hinauf, teils in einem ausgetrockneten Flussbett, dem man ansieht, dass hier auch mal sehr viel Wasser fließt: mitgerissene Baumstämme am Ufer, weggerissene Brücken, Schlamm etc. Im Flussbett und am Ufer verläuft den ganzen Weg über eine Plastikwasserleitung mit einigen Löchern, die Zisternen verbindet, die hier gebaut wurden. Die sollen das wenige Wasser, was es hier vor allem im Sommer wenig gibt, sammeln und ins Tal leiten. Ca. 2,5 Stunden lang steigen wir ca. 350 Höhenmeter auf und schwitzen schon ordentlich. Unser Ziel ist eine Quelle, die es aber nicht mehr gibt: alles trocken. Wir rasten im Schatten der Bäume, trinken Wasser, essen Müesliriegel und ich teste die neuen, eben gekauften einheimischen Nussriegel "Krokan" von Koska, eine Wucht! In den Supermärkten liegen diese in transparenter Folie eingepackten Riegel immer etwas versteckt, aber Suchen lohnt sich! Derweil beobachten wir Schlangen und Geckos, die wie wir im Schatten herumwuseln. Am Wegesrand sehen wir Echten Lorbeer, dessen Blätter herrlich duften, wenn man sie zerreibt, viel besser als diese getrockneten Blätter zuhause in der Küche. Auch Johannisbrotbäume sehen wir, mit vielen dunkelbraunen Schoten daran und darunter, die man auch kauen kann für einen süßen Geschmack, und sehr viele Kiefern. Vor allem die Kiefern fallen uns wegen ihrer hellgrünen und sehr frisch aussehenden Nadeln auf. Auch andere Pflanzen haben Blätter in hellgrün, als ob sie gerade frisch ausgetrieben haben. Das sei aber immer so, erklärt uns Mauritz. Jedenfalls passt das hellgrün gut zu den hellen Kalkfelsen dazwischen und dem blauen Himmel obendrüber.

Nach der Rast laufen wir fast denselben Weg wieder herunter und sind gegen 15:30 Uhr wieder unten. Wir schwatzen auf den Bänken und trinken Tee und Kaffee. Manche baden im kalten Wasser der neu angelegten Wasserbecken.

Zurück im Hotel "Beydağı Konak Hip Otel", welches sehr schön ist (kleine ordentliche Zimmer, tolles Pool-Ambiente), duschen wir und schwatzen weiter am wunderschönen Hotel-Pool, diesmal mit Efes-Bier und Chips. Das Bad in den Zimmern ist etwas gewöhnungsbedürftig: Die Dusche hat keine Abtrennung und so wird beim Duschen das gesamte Bad nass und alles schwimmt. Denn der Abfluss ist etwas entfernt in einer Ecke. Ich überlege, welche Vorteile das haben mag, finde aber nur Nachteile. Diese Art Bad finden wir auch in den meisten anderen Hotels unserer Reise.

Abendessen gibt es 19:00 Uhr, sehr schönes Ambiente und sehr gutes Essen: gefüllte Auberginen, Nudeln, Salat, Obst. Wir fühlen uns sehr wohl und angekommen. Wir besichtigen noch den wohnlich eingerichteten und stets kühlen Keller, den uns der Hausherr ganz stolz zeigt. Er sammelt dort auch alte Haushaltsgegenstände, die überall herumstehen. Und natürlich hängen überall als Glasornamente das Auge der Fatima als Glücksbringer bzw. Unglücksverhinderer. Schon gegen 20:30 Uhr liegen wir alle todmüde im Bett.

Insgesamt waren wir heute etwa 4:50 h inkl. Pausen unterwegs, haben dabei ca. 7,6 km Strecke zurückgelegt und ca. 400 Höhenmeter hoch und ca. 400 Höhenmeter wieder herunter bewältigt.

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Auf gehts durch Lykien!
Durch ein trockenes Flussbett
Künstlich aufgestautes Wasserbecken mit sehr sauberem Wasser
Der Pool des Beydağı Konak Hip Otel