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Jordanien 2010/2011 - Tag 14

Reisetag Wadi Rum - Totes Meer

Unser Frühstück ist heute schon 6:30 Uhr und etwas kürzer als sonst. Denn bereits kurz nach 7:00 Uhr sollen uns von unserem Lager einige Jeeps abholen und zum Wadi Rum Village zurückbringen, wo unser Bus ans Tote Meer wartet. Wir packen eilig die Sachen zusammen und frühstücken in Ruhe. Unsere Mannschaft aus Koch,Helfern und Fahrern wird von uns herzlich verabschiedet. Eid steht mit einem unserer alten Pickups auf einer vorgelagerten Sanddüne und hält Ausschau nach den Jeeps.

Bald kommen 5 weiße Nissan Pathfinder und die Fahrer frühstücken auch erst einmal. Fladenbrot wird in der Glut geröstet und mit Ei und Marmelade verspeist. Kurz darauf geht es los auf einem wilden Ritt durch die Wüste. Gut festhalten ist angesagt!

Wir fahren durch eine herrliche Wüstenlandschaft im Morgenlicht und in einer Stunde haben wir die Strecke von 3 Tagen Wanderung wieder zurückgelegt. Zwischendurch ein Fotostopp, der sich lohnt. Um uns herum phantastische, außerirdisch wirkende Felsen, herrlich beleuchtet und teilweise noch im Morgennebel. Weiter geht es, ich versuche noch ein paar Fotos aus dem fahrenden Auto. Angekommen im Wadi Rum Village geht die Fahrt jedoch weiter. Auch vorbei am Visitor Center. Die Sieben Säulen der Weisheit sind auch heute wieder sehr schlecht zu sehen im Dunst und nur im Gegenlicht. Wir treffen unseren Bus erst später an einer Raststätte, wo wir Knabbereien kaufen und dann auf die lange Fahrt zum Toten Meer aufbrechen.

Auf der Fahrt sehen wir eine in Bau befindliche Erdgastrasse parallel zur Straße. Ein internationales und wichtiges Projekt, wie uns Eid erklärt. Auf der Straße sehen wir viele bunt geschmückte Bauernlaster, vollgepackt mit Tomatenkisten. Offensichtlich ist die Ernte in vollem Gange. Gegen 11:00 Uhr eine kurze Pause. Der weitere Weg zum Toten Meer hinunter führt über eine lange und teils steile Bergstraße, die sich in Serpentinen nach unten windet. Ringsum eine Mondlandschaft. Ziemlich weit oben steht ein Schild an der Straße, aufgestellt von der Arab Potash Company, die hier in der Gegend große Produktionsanlagen betreibt, mit der Aufschrift "Sea Level". An dieser Stelle ist also Meereshöhe NN und das Tote Meer auf ca. -400 m noch weit unter uns! Ein wenig weiter ein anderes Schild: "No Photo", weil man von dieser Stelle auch sehr gut auf das nahe israelische Territorium schauen kann und ggf. auch jordanische Grenzanlagen sehen kann.

Gegen 14:00 Uhr kommen wir am Hotel „Dead Sea Spa Hotel“ am Toten Meer an. Kurz vorher noch ein Fotostopp an der Küste, wo wir neben einer dicken Salzkruste an den Uferfelsen auch eine steinerne Figur hoch oben auf einem Felsen neben der Straße sehen. Es soll Lots Frau sein aus der Bibelgeschichte, die zu Stein erstarrt ist, weil sie auf ihrer Flucht aus Sodom zurückblickte.

Das Hotel ist groß und weitläufig, wirkt aber dennoch klein gegen das monströse Kempinski nebenan. Überhaupt ist und wird das eine riesige Hotelmeile. Rechts neben uns das Kempinski, das Mövenpick und das Marriott. Links von uns entstehen mindestens 3 neue große Hotelkomplexe. Angesichts dessen, dass der Meeresspiegel des Toten Meeres rasant sinkt und Gegenmaßnahmen sicherlich erst in Jahrzehnten wirksam werden, etwas rätselhaft. Unsere Zimmer sind riesig und sehr gut eingerichtet. Mein Balkon hat Meerblick.

Nach dem Einchecken gehen wir natürlich baden! Und der Effekt ist in der Tat erstaunlich. Der Auftrieb des Wassers ist sehr stark. Man kann nicht untergehen. Will man stehend bis zum Hals eintauchen, heben zwangsläufig die Füße vom Grund ab. Auch mit angehockten Beinen schwebt man im Wasser. Brustschwimmen ist fast unmöglich, weil vor allem die Beine stets aus dem Wasser herausragen. Mir gelingt es mit Anstrengung, etwas zu schwimmen, indem ich die Beine beim schwimmen nach unten drücke. Das Wasser ist seifig oder schmierig und fast ein bisschen dickflüssig. Vor dem Baden kann man sich mit speziellem schwarzem Schlamm einreiben, der in einem Becken am Strand liegt mit einem Schild „Free Mud“. Der Schlamm soll gut für die Haut sein und hat jedenfalls Peelingwirkung.

Gegen 16:15 Uhr treffen wir uns an der „Aqua Bar“ zu einem Sundowner Cocktail, werden aber wegen unfähigen Personals und unfasslicher Cocktailqualität enttäuscht. Ich bestelle eine Bloody Mary, erhalte aber nur einen (teuren) Tomatensaft. Wodka fehlt. Eine Piña Colada kommt nahezu ohne Rum. Wir sehen einen unwirklich wirkenden Sonnenuntergang in einer sehr trüben Atmosphäre. Es erinnert uns daran, dass wir hier mehr als 400 Meter unterhalb des Meeresspiegels sind, d.h. an der tiefsten Stelle der Erdoberfläche auf dem Festland. Entsprechend dick ist die Luftschicht.

Dafür ist das Abendessen hervorragend und das Buffet wird von uns häufig aufgesucht. Wieder einmal sind die Desserts ein echtes Erlebnis. Weil morgen die Abreise zu unterschiedlichen Zeiten stattfindet, verabschieden sich heute schon die meisten voneinander. Alle sind sich einig, dass die Reise 100% gelungen war: Konzept, Durchführung und Stimmung waren prima! Eid erhält seinen Trinkgeldumschlag und eine kleine Dankesrede. Gegen 21:45 Uhr gehe ich ins Bett. Morgen muss ich früh raus!

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Abschied von unserer Mannschaft
Ein letzter Blick auf die Wüste im Wadi Rum
Mit den Jeeps zurück in die Zivilisation
Am Toten Meer
Sonnenuntergang am Toten Meer