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Jordanien 2010/2011 - Tag 13

Wanderung im Wadi Rum, Teil III,
Besteigung des Jebel Um ad-Dhami

Ich habe schlecht geschlafen, denn der Zeltuntergrund ist irgendwie uneben gewesen. Bei meinem Nachmittagsnickerchen hatte ich das nicht bemerkt. Heute nachmittag muss ich das Zelt umparken, denn wir bleiben noch eine weitere Nacht in diesem schön gelegenen Camp. Nach dem Frühstück laufen wir 8:00 Uhr los in das Tal vor uns und in Richtung des auf der anderen Talflanke gelegenen Bergmassivs. Nach 1, 5 Std. sind wir am Fuße des Berges. Eine große Gruppe italienischer Touristen kommt mit 4 Jeeps angebraust und will auch auf den Gipfel. Wir steigen aber zuerst und Eid stimmt sich mit den anderen Guides ab, die er wohl gut kennt.

Nach einer weiteren Stunde sind wir oben auf dem Gipfel angelangt. Der Aufstieg war nicht besonders schwierig, der Sandstein ist optimal griffig. Meist ist es Geröll, aber auch manchmal große Felsen oder Felsspalten. Der Gipfel besteht aus riesigen Sandsteinblöcken, über die wir klettern. Zwischen den Felsblöcken sehen wir Bewegung. Etwas flitzt ständig hin und her. Endlich sehen wir, was es ist: eine dicke, hellbraune und sehr hübsche Maus bzw. Mäuse. Wir kennen die Art nicht und rätseln auch, wovon sie sich hier oben ernährt außer von den Picknickresten von Wanderern wie uns. Wir machen Gipfelfotos aller Art, verspeisen eine Gipfelportion leckerer jordanischer Gebäckpralinen aus Petra und steigen wieder ab. Unterwegs kommen uns die Italiener entgegen in unmöglicher Ausrüstung. Wir fühlen uns an die Kreuzfahrer in Petra erinnert.

Wieder unten am Fuße des Berges treffen wir die wartenden Fahrer der Italiener und wir werden zum Tee eingeladen. Eid plauscht mit dem Chef der Fahrer und wir genießen den Ausblick in die Wüste, der uns leider nicht mehr lange gegönnt sein wird.

Danach gehen wir zurück zum Camp und sammeln auf dem Weg Holz für unser letztes Lagerfeuer. Heute, ein paar Tage nach dem letzten Regen, sehen wir besonders viele grüne Triebe an den Pflanzen der Wüste. Teilweise hat die Wüste sogar einen leichten grünen Schimmer bekommen durch Milliarden feine grüne Halme im Sand. Auch einige Blüten sehen wir.

13:30 Uhr sind wir zurück und bekommen nochmal Gemüseragout als Mittagessen. Der eine alte Pickup ist vor dem Küchenzelt aufgebockt und es wird gebastelt. Nach dem Radbolzendebakel gestern an dem anderen Pickup (siehe dort) hat sich unser junger Fahrer zum Vorbeugen entschlossen und wechselt zumindest an einem Hinterrad alle Radbolzen aus. Das geht ganz einfach und ich zweifle, ob das an einem modernen Auto wohl auch so einfach gehen würde. Ich versetze mein Zelt an eine ebene Stelle und sehe, warum ich letzte Nacht nicht schlafen konnte: mein Zelt stand genau in einer alten Fahrspur von einem Auto! Es gibt heute einen herrlichen Sonnenuntergang und die Gruppe ist über den ganzen Felsen verstreut auf Matratzen, die letzte Sonne genießend. Zum Abendessen um 18:00 Uhr gibt es wieder tolle frische Salate, z.B. einen Weißkraut-Orangen-Salat oder welchen mit Thunfisch, wieder sehr lecker alles. Danach gibt es wie immer Tee und ich bastele aus der letzten Portion Petra-Pralinen und mitgebrachten Nürnberger Lebkuchen einen Desserteller für alle, der um das Lagerfeuer kreist. Gegen 21:00 Uhr gehen wir ins Bett, nachdem wir nochmal die Reise Revue passieren ließen. Was wir inzwischen alles sahen und erlebten, ist wirklich wunderschön.

Insgesamt waren wir heute etwa 5:30 h inkl. Pausen unterwegs, haben dabei ca. 13 km Strecke zurückgelegt und haben ca. 600 Höhenmeter aufwärts und ca. 600 Höhenmeter abwärts bewältigt.

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Den heutigen Berg im Blick, obwohl er noch nicht sichtbar ist...
Aufwärts zum Gipfel
Blick nach unten in die Ebene
Gipfelsturm!
Panoramablick nach Saudi-Arabien
Teepause
Zurück im Lager, Spätnachmittag
Letztes Sonnenbad im Wadi Rum
Unser tägliches Tee-Tablett
Taschenlampenspielereien