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Jordanien 2010/2011 - Tag 11

Reisetag Petra - Wadi Rum, Wanderung im Wadi Rum, Teil I

Wir frühstücken 6:30 Uhr und fahren um 7:30 Uhr in Richtung Wadi Rum ab. Bei einem kurzen Fotostopp oberhalb Petra verabschieden wir uns von diesem herrlichen Ort und machen noch ein paar letzte Fotos von Petra im morgendlichen Sonnenschein. Nach 2 Stunden sind wir am dortigen Visitor Center angekommen, die Sonne scheint wieder und wir bewundern die in der Nähe liegenden „7 Säulen der Weisheit“ im Morgenlicht. Leider sind sie wegen Dunst und Gegenlicht relativ schwer zu erkennen und nur mit viel Mühe und Toleranz kommen wir beim Zählen wirklich auf 7 Steinsäulen. Der Berg heißt eigentlich Mount Rum, wurde aber von Lawrence von Arabien so anders genannt.

Wir fahren noch ein paar Minuten weiter ins Dorf Wadi Rum und laden zuerst unser Gepäck in einen alten Pickup. Es ist ein alter khakifarbener Toyota Landcruiser, Baujahr 1965, der uns in den nächsten Tagen gute Dienste leisten wird.

Wir laufen aus dem Dorf hinaus in die offene Wüste und machen wieder an der Lawrence Quelle halt. Die heißt nur so, um Touristen anzulocken, ist aber für die Wüstenbewohner einfach eine wichtige Wasserquelle. In einem nahegelegenen Beduinenzelt lümmeln wir auf Matratzen und trinken etwas Tee. Weiter geht es in die Wüste hinein, die sich scheinbar endlos vor uns erstreckt. Das Dorf ist hinter dem Horizont verschwunden und so haben wir den Eindruck, schon mittendrin zu sein. Es ist dazu warm und sonnig, aber wegen des Windes nicht ganz angenehm. Im Sand zu laufen, ist für uns ungewohnt und wesentlich anstrengender als auf einem normalen Weg. Eid ruft uns zur Eile, denn wir haben heute unsere längste Strecke zu wandern und müssen vor Anbruch der frühen Dunkelheit in unserem Lager angekommen sein.

Wir machen noch einen kurzen Stopp bei einem großen roten Felsen mit Felsmalereien, laufen um diesen Felsen drumherum und finden unseren Pickup, diesmal mit Küche auf der Ladefläche. Unser Koch, den wir wieder herzlich begrüßen, hat eine große Pfanne mit Hackfleisch und Tomatensoße gekocht, die uns ausgezeichnet mit Fladenbrot schmeckt. Im Wadi Rum gibt es keine Lunchpakete, sondern es wird mittags auch warm gekocht. Uns soll es Recht sein! Während der Mittagspause zeigt uns der Fahrer stolz sein Auto. Er erwähnt das Baujahr, 1965, und öffnet die Motorhaube. Darin viel Platz, aber auch ein Reihensechszylinder, den er optimistisch mit offenem Vergaser, d.h. ohne Luftfilter fährt. Für mehr Power. Gibt es denn da kein Staubproblem in der Wüste? Nein, meint er.

Frisch gestärkt noch mit einem Tee nach dem Essen geht es weiter bergauf und bergab durch die Wüste. Ringsum umgibt uns eine wunderschöne, beinahe außerirdisch anmutende Landschaft mit sanft geschwungenen Sandfläche, dazwischen einzelne Felsmassive, mal groß, mal klein, mal dunkel, mal hell. In der immer tiefer stehenden Sonne leuchten die Farben und der Himmel darüber azurblau passt perfekt. Wir wandern und drehen uns ständig um uns selbst, um nichts zu verpassen. Im Sand wachsen kleine Sträucher und Gräser. Auch hier hat es die letzten Tage relativ stark geregnet und nun kommen Stück für Stück, aber sehr schnell, grüne Triebe heraus und auch Blüten. Wir werden das in den nächsten Tagen noch stärker sehen als heute.

Am Himmel sehen wir ein besonderes Schauspiel, was wir uns mit unserem physikalisch-meteorologischen Basiswissen nicht erklären können: einen Regenbogen in Wolken. Es sind dünne Wolkenschleier, die von der Sonne beschienen werden. Der Regenbogen ist groß und sichelförmig. Doch wie können wir den überhaupt sehen? Muss man nicht sonst immer zwischen Sonne und Regen stehen, um einen regenbogen sehen zu können? Das ist hier nicht gegeben. Ratlos staunen wir nach oben.

Es weht ein leichter Wind und es wird ein bisschen kühler zum Abend hin, also wir hinter einem Felsen im Schatten unser Lager erreichen. Wir haben brandneue Zelte, denn die letzten wurden ja vom Sturm zerstört. Sie sind sehr klein und haben kein Fenster, sind aber ansonsten in Ordnung.

Zum Abendessen gibt es zur Feier des Neujahrtages das jordanische Nationalgericht Mansaf, das aus Reis, Lamm und einer warmen Joghurtsoße besteht. In der Soße ist auch das Fleisch gekocht worden. Serviert wird es auf einer riesigen Platte, der Reis zusammen mit dem Fleisch, Soße extra. Wir sind wieder einmal begeistert von den Künsten unseres Kochs und unter diesen Bedingungen in der Wüste! Eid erzählte uns, dass er viele Jahre im Hotel Crown Plaza in Petra kochte, dann aber dort die Lust verlor und lieber in die Wüste ging. Dass es ihm hier Spaß macht, sehen wir ihm an. Nach der letzten kurzen Nacht und der heutigen langen Tour fallen wir alle schon gegen 20:30 Uhr todmüde ins Bett.

Insgesamt waren wir heute etwa 6:00 h inkl. Pausen unterwegs, haben dabei ca. 18,2 km Strecke zurückgelegt und haben ca. 450 Höhenmeter aufwärts und ca. 200 Höhenmeter abwärts bewältigt.

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Abschied von Petra
Die Sieben Säulen der Weisheit
Gepäck umladen, alt+neu
Teeküche an der Lawrence-Quelle
Erste Schritte im Wadi Rum, ein Jeep führt ein Kamel gassi
Im Wadi Rum
Im Wadi Rum, Felsspalt mit Malereien
Im Wadi Rum
Im Wadi Rum
Im Wadi Rum, Felsbrücke
Im Wadi Rum, Regenbogen in den Wolken
Im Wadi Rum
Im Wadi Rum
Im Wadi Rum, Blick aus dem Zeltcamp